Islamischer Staat, Frankreich

Terrortaten in Paris - möglicher Komplize vor Gericht

25.09.2023 - 16:51:25 | dpa.de

2016 tötet ein radikaler Islamist westlich von Paris ein Polizistenpaar; einziger Überlebender ist der dreijĂ€hrige Sohn. Ein 30-JĂ€hriger soll fĂŒr den TĂ€ter eine wichtige Rolle gespielt haben.

Beamte stehen 2016 am Tatort in Magnanville bei Paris. - Foto: Thibault Camus/AP/dpa
Beamte stehen 2016 am Tatort in Magnanville bei Paris. - Foto: Thibault Camus/AP/dpa

Sieben Jahre nach einem islamistisch motivierten Doppelmord an einem Polizistenpaar bei Paris muss sich seit heute ein mutmaßlicher Komplize des TĂ€ters vor Gericht verantworten. Die Justiz wirft dem 30-JĂ€hrigen vor, mitverantwortlich fĂŒr die Radikalisierung des TĂ€ters gewesen zu sein.

Er soll zudem den 25-JĂ€hrigen, der nach dem Mord im Juni 2016 von Polizisten erschossen wurde, am Tatabend zunĂ€chst zum Haus der Polizisten in der Ortschaft Magnanville begleitet haben. Der Angeklagte bestreitet dies. Die Tat sorgte fĂŒr Entsetzen in Frankreich, das seinerzeit von einer Serie islamistischer Terrortaten erschĂŒttert wurde.

Der 25-jĂ€hrige TĂ€ter tötete damals den Beamten beim Eintreffen an seinem Haus mit Messerstichen und brachte dann dessen Frau und den dreijĂ€hrigen Sohn in seine Gewalt. Zwischendurch stellte er ein Video von der Tat ins Internet und bekannte sich in Verhandlungen mit der Polizei zur Terrormiliz Islamischer Staat. Als Elitepolizisten das Haus stĂŒrmten und den TĂ€ter erschossen, stießen sie auf die Leiche der ermordeten Beamtin. Einziger Überlebender des Blutbads war der dreijĂ€hrige Sohn.

Der Indizienprozess in Paris stĂŒtzt sich auf eine DNA-Spur des Angeklagten, die auf dem Computer des Polizistenpaars gefunden wurde. FĂŒr die Staatsanwaltschaft ist sie der Beleg, dass der 30-JĂ€hrige sich zunĂ€chst ebenfalls in dem Haus aufhielt. Seine Mitverantwortung fĂŒr die Radikalisierung des TĂ€ters leitet die Anklage unter anderem aus Telegram-Chats her, deren Auswertung die Verteidigung zu Prozessstart aber in Zweifel zog. Ein Urteil soll am 13. Oktober fallen.

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