Alaska, US-Senatswahl

Alaska: Ministerium lÀsst Sullivan-Stimmzettel getrennt lagern

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 01:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das US-Justizministerium will Stimmen fĂŒr Dan J. Sullivan sichern, um eine mögliche Verwechslung mit dem republikanischen Amtsinhaber prĂŒfen zu können. Der Schritt erfolgt wĂ€hrend eines laufenden Rechtsstreits ĂŒber die BestĂ€tigung des Wahlergebnisses.

Stimmzettel und Senatsrennen in Alaska

  • Das Justizministerium beantragt in Anchorage die getrennte Aufbewahrung bestimmter Stimmzettel.
  • Betroffen sind Stimmen fĂŒr Dan J. Sullivan, den Namensvetter des republikanischen Amtsinhabers Dan S. Sullivan.
  • Trump hatte das Ministerium zuvor mit einer Klage gegen die BestĂ€tigung des Wahlergebnisses beauftragt.
Das Senatsrennen in Alaska ist Gegenstand einer juristischen Auseinandersetzung. (Archivbild) - Bild: Haven Daley/AP/dpa

Das US-Justizministerium will bestimmte Stimmzettel der umkĂ€mpften Senatswahl in Alaska getrennt aufbewahren lassen. Die Maßnahme soll eine spĂ€tere Untersuchung ermöglichen, falls WĂ€hlerinnen und WĂ€hler Dan J. Sullivan mit dem republikanischen Amtsinhaber Dan S. Sullivan verwechselt haben könnten.

Ministerium schaltet sich erneut ein

Das Ministerium stellte den Antrag bei einem Gericht in Anchorage. Betroffen sind Stimmen fĂŒr den politischen Neuling Dan J. Sullivan, den die Republikaner fĂŒr einen von den Demokraten aufgestellten Strohmann halten.

Die Republikaner von US-PrĂ€sident Donald Trump vermuten, dass die Demokraten den Namensvetter aus taktischen GrĂŒnden zur Kandidatur bewegt haben. Nach ihrer Darstellung sollte die Namensgleichheit Stimmen zwischen beiden Sullivans aufteilen und die Chancen der demokratischen Kandidatin Mary Peltola erhöhen.

Strafrechtliche Ermittlungen bestÀtigt

Das Justizministerium bestĂ€tigte am Freitag Ortszeit strafrechtliche Ermittlungen wegen des Vorwurfs versuchter WĂ€hlertĂ€uschung. Offizielle Beweise fĂŒr den Vorwurf sind bislang nicht bekannt.

Die „New York Times“ hatte zuvor berichtet, VerbĂŒndete aus Peltolas Umfeld hĂ€tten bereits lange vor der Wahl nach einem Namensvetter des Amtsinhabers gesucht. Peltolas Wahlkampfteam bestreitet eine Beteiligung an der Kandidatur.

Trump gab Auftrag fĂŒr Klage

Trump hatte das Bundesjustizministerium bereits vor dem Pressebericht angewiesen, gegen den Bundesstaat zu klagen. Damit soll eine BestÀtigung des Wahlergebnisses verhindert werden können, falls dem republikanischen Amtsinhaber wegen einer möglichen Namensverwechslung entscheidende Stimmen fehlen.

Mit dem neuen Antrag beteiligt sich die Bundesregierung erneut an dem laufenden Rechtsstreit. Die Wahl findet wenige Tage vor den US-Kongresswahlen statt.

Kritik an Einflussnahme

Der Vorgang stĂ¶ĂŸt auf Kritik, weil er als Eingriff der Bundesregierung in die Wahlen des Bundesstaats gewertet wird. Zudem ist offen, wie sich nachtrĂ€glich feststellen ließe, welche Motive einzelne WĂ€hlerinnen und WĂ€hler bei ihrer Stimmabgabe hatten.

Die Namensgleichheit wirft damit nicht nur Fragen zur möglichen Verwechslung auf. Im Mittelpunkt steht auch, ob eine solche Vermutung ausreichen kann, um die BestÀtigung eines Wahlergebnisses zu verhindern.

Der Fall verbindet einen ungewöhnlichen Namenskonflikt mit einer grundsÀtzlichen Frage des US-Wahlrechts: Wie weit darf die Bundesregierung nach einer Wahl eingreifen, wenn sie eine mögliche Verwechslung auf dem Stimmzettel vermutet? In Alaska treten Dan S. Sullivan, der republikanische Amtsinhaber, und Dan J. Sullivan, ein politischer Neuling ohne Parteizugehörigkeit, unter demselben Nachnamen an.

Die republikanische Argumentation zielt auf eine mögliche Aufspaltung von Stimmen. Davon könnte Mary Peltola profitieren, falls die Stimmen fĂŒr beide Sullivans zusammen den Ausschlag zugunsten des Amtsinhabers gegeben hĂ€tten. Entscheidend ist dabei nicht allein die Namensgleichheit: Auf dem Stimmzettel werden die Kandidaten zusĂ€tzlich durch Vornamen, NamenszusĂ€tze, Parteizugehörigkeit und den Hinweis auf das Amtsinhaber-Status unterschieden.

Wahlstreit mit Folgen fĂŒr die BestĂ€tigung

Das Justizministerium versucht mit der getrennten Aufbewahrung, bestimmte Stimmzettel fĂŒr eine mögliche spĂ€tere Untersuchung zugĂ€nglich zu halten. Praktisch stellt sich dabei die Frage, ob sich nachtrĂ€glich belastbar feststellen lĂ€sst, welche Motive einzelne WĂ€hlerinnen und WĂ€hler hatten. Eine solche PrĂŒfung könnte den Streit ĂŒber die Anerkennung des Ergebnisses verlĂ€ngern, ersetzt aber keine gerichtliche Entscheidung ĂŒber die GĂŒltigkeit der Wahl.

Politisch reicht die Bedeutung ĂŒber Alaska hinaus. Das Senatsrennen kann zur Mehrheitsbildung im US-Senat beitragen, wĂ€hrend der Konflikt zugleich die Grenzen zwischen bundesstaatlicher Wahlorganisation und Einflussnahme der Bundesregierung sichtbar macht. FĂŒr die Betroffenen steht zunĂ€chst fest, dass die Wahl wie geplant stattfindet; offen bleibt, ob und wie die gesondert gelagerten Stimmen spĂ€ter eine Rolle im Verfahren spielen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Wahlbetrug auf höchster Ebene“: Trump verlangt Strafverfolgung einer Demokratin (29.10.2026)

Der Beitrag beschreibt die Suche nach einem Namensvetter des republikanischen Senators und Trumps Forderung nach strafrechtlichen Konsequenzen. Als Schwerpunkt stellt er die VorwĂŒrfe gegen Peltolas Umfeld sowie die gegenteiligen Aussagen des Wahlkampfteams und des zweiten Sullivan heraus.

ntv: „Republikaner will in Alaska wegen "falschem" Sullivan auf Wahlzettel klagen (29.10.2026)

ntv hebt die zwei Kandidaten mit dem Nachnamen Sullivan und die PrĂŒfung möglicher VerstĂ¶ĂŸe durch Alaska hervor. Anders als der Beitrag der Frankfurter Rundschau konzentriert sich der Artikel stĂ€rker auf das Verfahren des Bundesstaats; beide BeitrĂ€ge stellen den Vorwurf als Gegenstand politischer und rechtlicher Auseinandersetzung dar.

Übereinstimmung besteht beim Namenskonflikt und bei den VorwĂŒrfen gegen das demokratische Umfeld. Offen bleibt, ob eine gezielte Einflussnahme nachweisbar ist und welche rechtlichen Folgen sich daraus ergeben.

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