Alaska-Wahl: Justizministerium weitet Ermittlungen aus
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Wahlfolgen in Alaska
- Das Justizministerium verschickte Dutzende neue Vorladungen und forderte die Sicherung von Unterlagen an.
- Die Wahl in Alaska findet am 3. November um einen Sitz im US-Senat statt.
- Gouverneur Mike Dunleavy ließ mögliche Verstöße gegen Gesetze des Bundesstaats prüfen.
Justizministerium verschärft Ermittlungen in Alaska
Das US-Justizministerium hat die strafrechtlichen Ermittlungen rund um das umkämpfte Senatsrennen in Alaska ausgeweitet. Nach Medienberichten verschickten Ermittler Dutzende neue Vorladungen vor eine Geschworenenjury und forderten wichtige Zielpersonen zur Aufbewahrung von Unterlagen auf.
Mögliche neue Anklagepunkte im Blick
Laut Wall Street Journal und CNN prüfen die Ermittler auch mögliche neue Anklagepunkte. Auslöser ist der Vorwurf, Demokraten könnten die Kandidatur eines Namensvetters des republikanischen Amtsinhabers Dan S. Sullivan unterstützt haben, um dessen Chancen zu schwächen.
Auf dem Stimmzettel für die Wahl am 3. November stehen zwei Kandidaten mit dem Nachnamen Sullivan. Neben Dan S. Sullivan tritt Dan J. Sullivan an, der ebenfalls in den US-Senat einziehen will.
Vorwurf einer gezielten Verwechslungsgefahr
Republikaner verdächtigen die Demokraten, die Namensgleichheit bewusst genutzt zu haben, um die demokratische Kandidatin Mary Peltola zu unterstützen. Beweise für diese Darstellung gibt es bislang nicht; Peltolas Wahlkampfteam bestreitet eine Beteiligung an der Kandidatur des Namensvetters.
Die New York Times berichtete zuvor über einen angeblichen Geheimplan, bei dem Verbündete Peltolas gezielt nach Personen mit dem Namen Dan Sullivan gesucht haben sollen. Der Namensvetter sollte demnach zur Kandidatur bewegt werden, um unter den Wählern Verwirrung zu stiften.
Trump drängt auf Eingriffe in die Wahl
US-Präsident Donald Trump forderte, Dan S. Sullivan solle ohne seine beiden Kontrahenten auf dem Wahlzettel stehen. Zudem verlangte er, Peltola dürfe nicht mehr kandidieren.
Trump hatte das Justizministerium bereits angewiesen, gegen Alaska zu klagen. Die Klage soll verhindern, dass das Wahlergebnis bestätigt wird, falls dem republikanischen Amtsinhaber wegen einer möglichen Namensverwechslung entscheidende Stimmen fehlen.
Alaska prüft mögliche Verstöße
Der republikanische Gouverneur Mike Dunleavy kündigte an, eine mögliche Klage des Bundesstaats zu prüfen. Er wies sein Ministerium für öffentliche Sicherheit an, mögliche Verstöße gegen Gesetze Alaskas zu untersuchen und zu klären, ob Anklagen geboten sind.
Die Wahlleiterin Alaskas hatte zuvor versucht, Dan J. Sullivan vom Stimmzettel streichen zu lassen. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaats entschied jedoch, dass er rechtmäßig kandidieren darf.
Das Alaska-Rennen verbindet einen engen Wahlkampf mit einer ungewöhnlichen Konstellation auf dem Stimmzettel: Zwei Kandidaten tragen den Nachnamen Sullivan. Dadurch erhält die Frage, ob Wähler die beiden Bewerber auseinanderhalten können, unmittelbar rechtliches Gewicht.
Der Vorgang fällt in eine Phase, in der die Mehrheitsverhältnisse im US-Senat besonders relevant sind. Der zur Wahl stehende Sitz kann deshalb über den politischen Handlungsspielraum der künftigen Regierung und über die Bestätigung von Personalentscheidungen des Präsidenten mitentscheiden.
Wahlrechtliche Folgen
Die Ermittlungen richten den Blick nicht nur auf mögliche Absprachen eines Wahlkampfteams, sondern auch auf die Grenzen politischer Unterstützung unabhängiger Kandidaturen. Dass der Oberste Gerichtshof Alaskas Dan J. Sullivan zuvor auf dem Stimmzettel zugelassen hat, bildet dabei einen wichtigen rechtlichen Ausgangspunkt.
Parallel verschärft die Bundesregierung den Streit durch ihre Klage gegen eine mögliche Bestätigung des Wahlergebnisses. Sollte die Wahl knapp ausfallen, könnte die Namensgleichheit damit nicht nur den Wahlkampf prägen, sondern auch nach dem Wahltag zu einem juristischen Konflikt über die Anerkennung des Ergebnisses führen.
Entscheidung am 3. November
Für die Wähler in Alaska steht zunächst die eindeutige Zuordnung der Kandidaten im Mittelpunkt. Der Fall zeigt zugleich, wie schnell ein lokaler Streit über eine Kandidatur in einen landesweiten Konflikt über Wahlaufsicht, Parteistrategien und die Rolle des Justizministeriums übergehen kann.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: „„Wahlbetrug auf höchster Ebene“: Trump verlangt Strafverfolgung einer Demokratin“ (29.10.2026)
Der Artikel stelle die Vorwürfe gegen das Umfeld Mary Peltolas und Trumps Forderungen in den Mittelpunkt. Zugleich verweise er darauf, dass Gerichte die Kandidatur des zweiten Sullivan zugelassen hätten und die rechtliche Grundlage der Klage dadurch nicht verändert worden sei.
n-tv: „Enthüllungsbericht der Times zur Alaska-Wahl: Der Fall Dan Sullivan ist größer als geahnt“ (29.10.2026)
Der Beitrag beleuchte ausführlicher die im Bericht der New York Times geschilderten Kontakte und die politische Bedeutung des Rennens. Anders als die Frankfurter Rundschau stelle er stärker die möglichen organisatorischen Hintergründe der Kandidatur in den Vordergrund.
Beide Beiträge bestätigten den Streit um die zwei Sullivan-Kandidaten und die politischen sowie juristischen Reaktionen. Offen bleibe, welche konkreten Vorwürfe die ausgeweiteten Ermittlungen tragen und ob sie das Wahlergebnis beeinflussen werden.
