Hausdurchsuchungen bei AnwÀlten von Kremlgegner Nawalny
13.10.2023 - 11:07:17Bei mehreren AnwĂ€lten des in Russland inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny hat es laut Angaben seines Teams Hausdurchsuchungen gegeben. Insgesamt seien bei drei Juristen Polizisten erschienen, schrieben Nawalnys UnterstĂŒtzer auf der frĂŒher als Twitter bekannten Plattform X. Einer von ihnen, Wadim Kobsew, hĂ€tte den zu 19 Jahren Straflager verurteilten und international als politischen Gefangenen eingestuften Nawalny eigentlich an diesem Tag bei einer Anhörung verteidigen sollen, hieĂ es.
Wenig spĂ€ter teilte Nawalnys Team mit, die AnwĂ€lte seien festgenommen worden. Eine offizielle BestĂ€tigung gab es zunĂ€chst noch nicht. Die ins Ausland geflohenen UnterstĂŒtzer Nawalnys zeigten sich schockiert darĂŒber, dass Russlands Justiz nun auch Strafverteidiger wie Kriminelle behandele. Die Sprecherin des 47-JĂ€hrigen, Kira Jarmysch, schrieb: «DafĂŒr wird das alles getan: damit Alexej ohne juristischen Schutz bleibt.»
Offenbar wird gegen seine drei AnwÀlte wegen der angeblichen Mitgliedschaft in einer extremistischen Vereinigung ermittelt. Als solche hat Russlands Justiz bereits vor lÀngerem die mittlerweile aufgelöste Anti-Korruptions-Stiftung Nawalnys eingestuft und verboten. Insbesondere seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als anderthalb Jahren geht Russland auch im eigenen Land immer repressiver gegen Kritiker vor.
Nawalny, der als prominentester Kritiker von PrĂ€sident Wladimir Putin gilt, wurde bereits 2021 inhaftiert und sitzt mittlerweile in einem Straflager rund 260 Kilometer von Moskau entfernt. KĂŒrzlich wurde bekannt, dass die Straflagerleitung seine Haftbedingungen erneut drastisch verschĂ€rfen und ihn fĂŒr ein ganzes Jahr in eine Einzelzelle stecken will. Seine UnterstĂŒtzer sind ĂŒberzeugt, dass der russische Staatsapparat Nawalny auf diese Weise foltern, seinen Widerstand brechen und ihn als abschreckendes Beispiel fĂŒr andere Regierungskritiker instrumentalisieren will.


