Anhörung, Ex-PrÀsident

Erste Anhörung von Ex-PrÀsident Duterte vor Weltstrafgericht

14.03.2025 - 02:40:44

Als PrĂ€sident der Philippinen fĂŒhrte Rodrigo Duterte einen erbarmungslosen Krieg gegen DrogenkriminalitĂ€t. Jetzt soll er in Den Haag erstmals vor dem Weltstrafgericht erscheinen.

  • Duterte wird zwei Tage nach seiner Ankunft in Den Haag erstmals vor den Richtern erscheinen. - Foto: Omar Havana/AP/dpa

    Omar Havana/AP/dpa

  • UnzĂ€hlige Angehörige der Opfer warten bis heute auf Antworten. - Foto: Aaron Favila/AP/dpa

    Aaron Favila/AP/dpa

Duterte wird zwei Tage nach seiner Ankunft in Den Haag erstmals vor den Richtern erscheinen. - Foto: Omar Havana/AP/dpaUnzÀhlige Angehörige der Opfer warten bis heute auf Antworten. - Foto: Aaron Favila/AP/dpa

   Der philippinische Ex-PrĂ€sident Rodrigo Duterte soll am frĂŒhen Nachmittag erstmals vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag erscheinen. Die Anhörung des 79-JĂ€hrigen sei fĂŒr 14 Uhr MEZ angesetzt, teilte der IStGH mit. Duterte war am Dienstag auf Grundlage eines internationalen Haftbefehls des Strafgerichtshofs auf dem Flughafen der philippinischen Hauptstadt Manila festgenommen und am Mittwoch dem Gericht ĂŒbergeben worden. 

Dem Politiker soll wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Prozess gemacht werden. Ihm werden mindestens 43 Morde in der Zeit von 2011 bis 2019 zur Last gelegt, wÀhrend des staatlichen sogenannten «Kriegs gegen die Drogen». 

Der Gerichtstermin wird mit 30-minĂŒtiger Verzögerung im Internet gestreamt. «WĂ€hrend der ersten Anhörung ĂŒberprĂŒfen die Richter die IdentitĂ€t des VerdĂ€chtigen und die Sprache, in der er dem Verfahren folgen kann», hieß es in der Mitteilung. Er werde zudem ĂŒber die gegen ihn erhobenen VorwĂŒrfe und seine Rechte informiert.

«Systematischer Angriff auf Zivilbevölkerung»

Duterte war von 2016 bis 2022 PrĂ€sident des sĂŒdostasiatischen Inselstaates und fĂŒhrte in dieser Zeit einen erbarmungslosen Kampf gegen DrogenkriminalitĂ€t. Nach Polizeiangaben wurden rund 6.000 Menschen getötet. Menschenrechtsorganisationen schĂ€tzen aber, dass es bis zu 30.000 Opfer gegeben haben könnte. VerdĂ€chtige wurden demnach oft ohne Prozess regelrecht hingerichtet. 

Die Verbrechen seien «Teil eines weit verbreiteten und systematischen Angriffs auf die zivile Bevölkerung» gewesen, erklÀrte ChefanklÀger Karim Khan. Die Ermittlungen sind Khan zufolge noch nicht abgeschlossen. Die Anklage ermittelt bereits seit 2018.

Der philippinischen Botschaft in den Niederlanden zufolge wurde Duterte nach seiner Ankunft in Den Haag medizinisch untersucht. Nach eigenen Angaben gehe es ihm allgemein gut, hieß es.

@ dpa.de