Irans, PrÀsident

Irans verunglĂŒckter PrĂ€sident in Heimatstadt beigesetzt

23.05.2024 - 17:33:52

Am Sonntag war der iranische PrÀsident Ebrahim Raisi bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Nun wurde er in seiner Heimatstadt beigesetzt.

  • Der tödlich verunglĂŒckte iranische PrĂ€sident Ebrahim Raisi wurde in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt. - Foto: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP/dpa

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  • Der tödlich verunglĂŒckte iranische PrĂ€sident Ebrahim Raisi wurde in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt. - Foto: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP/dpa

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Der tödlich verunglĂŒckte iranische PrĂ€sident Ebrahim Raisi wurde in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt. - Foto: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP/dpaDer tödlich verunglĂŒckte iranische PrĂ€sident Ebrahim Raisi wurde in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt. - Foto: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP/dpa

Der tödlich verunglĂŒckte iranische PrĂ€sident Ebrahim Raisi ist in seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes beigesetzt worden. Nach Angaben des Staatssenders Irib wurde Raisi neben dem dortigen Mausoleum des achten schiitischen Imam Resa beerdigt. Es gilt als wichtigstes Heiligtum der Schiiten im Iran.

Drei Millionen Menschen nahmen an der Beisetzungszeremonie in Maschhad teil, gab die staatliche Nachrichtenagentur Irna vor. UnabhÀngige SchÀtzungen gab es nicht.

Raisi, Außenminister Hussein Amirabdollahian und sieben weitere Insassen waren am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz im Nordwesten des Landes ums Leben gekommen. Außenminister Amirabdollahian wurde in der Hauptstadt Teheran beigesetzt.

Zuvor gab es eine weitere staatlich organisierte Trauerfeier fĂŒr den PrĂ€sidenten in seiner Heimatprovinz Chorasan, wo Zehntausende teilnahmen. Die Provinzhauptstadt Birdschand sei als vorletzte Station der Trauerzeremonien gewĂ€hlt worden, weil Raisi eine besondere Beziehung zu der Stadt gehabt habe, erklĂ€rte VizeprĂ€sident Mohsen Mansuri. Zudem vertrat Raisi Birdschand im Expertenrat, einem im Iran einflussreichen Klerikergremium.

Am Mittwoch gab es eine Ă€hnliche Trauerfeier in der Hauptstadt Teheran, an der auch Irans oberster FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei teilnahm. Nach dem religiösen Ritual in der Teheraner UniversitĂ€t gab es ferner eine Zeremonie mit nach Teheran angereisten auslĂ€ndischen Vertretern. Neben dem Emir von Katar erwiesen unter anderem auch Ägyptens Außenminister, der Hamas-Auslandschef und der Vorsitzende der russischen Duma dem toten PrĂ€sidenten die letzte Ehre.

Raisis Nachfolger soll Ende Juni gewÀhlt werden

FĂŒr Aufsehen sorgte die Abwesenheit der letzten drei iranischen PrĂ€sidenten. Mohammed Chatami (1997-2005), Mahmud Ahmadinedschad (2005-2013) und Hassen Ruhani (2013-2021) wurden angeblich nicht zur Trauerzeremonie eingeladen, weil sie Raisi und dessen erzkonservativen Kurs mehrmals harsch kritisiert hatten.

Schon am 28. Juni soll Raisis Nachfolger gewÀhlt werden. Nach EinschÀtzung von Beobachtern werden voraussichtlich die moderaten Politiker des Landes erneut schon im Vorfeld der Wahl ausgeschlossen. Daher wird auch erwartet, dass wieder ein Kandidat des erzkonservativen Lagers das Rennen machen wird.

Favorit ist Raisis Vize Mohammed Mochber, der bis zur Wahl auch als InterimsprĂ€sident agiert. Als ein enger Vertrauter Raisis wird Mochber mit großer Wahrscheinlichkeit dessen Politik weiterfĂŒhren. Unter Iranern gibt es wenig Hoffnung, dass es unter ihm - oder einem anderen erzkonservativen PrĂ€sidenten - zu politischen VerĂ€nderungen kommen wird.

WĂ€hrend RegierungsanhĂ€nger um Raisi trauerten, wiesen Kritiker im Iran auf die Vergangenheit des Klerikers. WĂ€hrend seiner Zeit als Generalstaatsanwalt 1988 wurde er fĂŒr die Hinrichtung zahlreicher Dissidenten verantwortlich gemacht. Auch als PrĂ€sident fĂŒhrte er eine harte Linie - vor allem gegen Frauen und ihre sozialen Rechte.

Nach Ansicht vieler Beobachter war Raisi allerdings der schwĂ€chste PrĂ€sident in der 45-jĂ€hrigen Geschichte der islamischen Republik. Seit seinem Amtsantritt 2021 hat er den Iran nicht nur politisch weiter in die internationale Isolation getrieben, sondern das eigentlich ölreiche Land auch wirtschaftlich in die schlimmste Krise seiner Geschichte. Die iranische WĂ€hrung Rial hat in den letzten drei Jahren unter seiner FĂŒhrung mehr als 60 Prozent an Wert verloren, und die Inflation ist seitdem astronomisch gestiegen.

@ dpa.de