Frank-Walter Steinmeier, RumÀnien-Besuch

Steinmeier «bewundert» Entwicklung RumÀniens

25.05.2023 - 15:43:51

Am zweiten Tag seines Staatsbesuches in RumĂ€nien reist der BundesprĂ€sident Steinmeier nach Hermannstadt weiter. Hier ist er sogar EhrenbĂŒrger. Entsprechend herzlich fĂ€llt der Empfang aus.

BundesprĂ€sident Frank-Walter RumĂ€niens hat RumĂ€nien seine «Bewunderung» fĂŒr die Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten ausgesprochen. Er komme seit fast 20 Jahren immer wieder einmal hierher, sagte er in Hermannstadt. «Wer RumĂ€nien vor 20 Jahren gesehen hat, wird feststellen, dass es in Vielem ein anderes und ein besseres Land geworden ist.»

Steinmeier absolvierte den zweiten Tag seines Staatsbesuches in dem EU- und Nato-Staat. Er ist seit 2015 EhrenbĂŒrger von Hermannstadt, der Heimat von RumĂ€niens StaatsprĂ€sident Klaus Iohannis, der ihn dorthin begleitete. Die Stadt sei ihm seit einem ersten Besuch 2007 «ans Herz gewachsen», sagte Steinmeier.

Iohannis machte deutlich, dass er sich mehr Investitionen deutscher Unternehmen in seinem Land wĂŒnscht. Deutschland sei seit langem der erste Handelspartner RumĂ€niens und der zweitgrĂ¶ĂŸte Investor im Land. «Deutsche Investitionen, deren QualitĂ€t werden in RumĂ€nien sehr geschĂ€tzt», betonte er. «Ich hoffe, dass diese in der kommenden Zeit zunehmen werden, auch mit UnterstĂŒtzung der deutschen Minderheit.»

«BrĂŒckenbauer» zwischen beiden Staaten

Zur deutschen Minderheit bekannten sich bei einer VolkszĂ€hlung 2021 noch 22.900 Menschen - vor dem Zweiten Weltkrieg waren es noch rund 800.000 gewesen. Die beiden wichtigsten Gruppen sind die lutherisch-protestantisch geprĂ€gten SiebenbĂŒrger Sachsen und die vorwiegend katholischen Banater Schwaben.

Bei einem Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern des Demokratischen Forums der Deutschen in RumĂ€nien nannte Steinmeier die deutsche Minderheit und die rumĂ€nische Gemeinschaft in Deutschland «BrĂŒckenbauer» zwischen beiden Staaten. «Sie leisten einen Beitrag dazu, dass die Beziehungen zwischen unseren beiden LĂ€ndern, unseren beiden Völkern so eng und vertrauensvoll sind», sagte er.

Das Forum ist die politische Vertretung der deutschen Minderheit in RumĂ€nien, zu der auch StaatsprĂ€sident Iohannis gehört. Sein Vorsitzender Paul-JĂŒrgen Porr sagte, die Minderheit erfĂŒlle die ihr zugeschriebene BrĂŒckenfunktion mit Leben. «Die BrĂŒcke ist inzwischen eine mehrspurige Autobahn.»

Steinmeier besuchte das Samuel-von-Brukenthal-Gymnasium, in dem in deutscher Sprache unterrichtet wird. 90 Prozent der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler kĂ€men inzwischen aus rumĂ€nisch-sprachigen Familien, sagte Steinmeier. Das zeige, dass die deutsche Sprache «sehr attraktiv» sei und als ErgĂ€nzung zur Muttersprache und zum Englischen genutzt werde.

Der BundesprÀsident beendet seinen dreitÀgigen Staatsbesuch an diesem Freitag in Temeswar, das in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas ist.

@ dpa.de