Israel, Ziele

Israel attackiert militÀrische Ziele der Hisbollah

02.11.2023 - 19:52:03

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit dem Ausbruch des Gaza-Kriegs immer wieder zu Gefechten. Vor einer Rede des Hisbollah-Chefs eskaliert die Gewalt weiter.

Die Gefechte an der libanesisch-israelischen Grenze spitzen sich kurz vor der geplanten ersten Rede des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah seit Ausbruch des Gaza-Krieges weiter zu. Als Reaktion auf Beschuss aus dem Libanon hat Israels Armee eigenen Angaben zufolge am Abend militÀrische Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz angegriffen.

Ziel seien unter anderem Kommando- und Kontrollzentren sowie Waffenlager gewesen, teilte das MilitĂ€r mit. Auch ein von der Hisbollah benutztes MilitĂ€rgelĂ€nde hĂ€tten israelische StreitkrĂ€fte attackiert. Die Armee betonte, die Schiitenmiliz Hisbollah sei «fĂŒr die aktuelle Situation im Libanon verantwortlich».

Die Hisbollah bekannte sich zu 19 Angriffen gegen israelische Posten in GrenznÀhe. Die Schiitenorganisation hatte zuvor auch erklÀrt, ein israelisches «Spionagesystem» getroffen zu haben.

In dem israelischen Grenzort Kiriat Schmona wurden zwei Menschen bei einem Einschlag einer Rakete aus dem Libanon verletzt, wie israelische Medien unter Berufung auf den Rettungsdienst Magen David Adom meldeten. Die Explosion in einem Einkaufsviertel habe zu schweren SchĂ€den gefĂŒhrt. Autos und GeschĂ€fte standen demnach in Flammen. Die Hamas im Libanon bekannte sich zu dem Angriff. Die Islamisten hĂ€tten zwölf Raketen auf die Stadt gefeuert. Israel hatte vor rund zwei Wochen angekĂŒndigt, den nördlichen Grenzort mit rund 22.000 Einwohnern wegen der anhaltenden Gefechte zu evakuieren.

Israel mit Soldaten an der Nordgrenze

Israels MilitĂ€r teilte auch mit, Soldaten und Reservisten in großer Zahl an der Nordgrenze zu haben. Die StreitkrĂ€fte seien bereit, «sofort und energisch auf jeden Angriff der Hisbollah zu reagieren».

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit dem Ausbruch des Gaza-Kriegs am 7. Oktober immer wieder zu gewaltsamen ZwischenfĂ€llen zwischen der vom Iran unterstĂŒtzen Hisbollahmiliz und der israelischen Armee mit Toten auf beiden Seiten. Es besteht die Sorge, dass sich der Krieg auf den Libanon und andere LĂ€nder der Region ausweiten könnte. Die Hisbollah hat Verbindungen zur im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas.

Heute wird die erste Rede des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah nach Ausbruch des Krieges erwartet. AngekĂŒndigt ist eine Gedenkzeremonie fĂŒr getötete Hisbollah-KĂ€mpfer.

@ dpa.de