Pro-PalÀstina-Proteste in den USA: Uni-GebÀude besetzt
30.04.2024 - 10:12:38Die seit knapp zwei Wochen andauernden propalĂ€stinensischen Demonstrationen an der New Yorker Elite-UniversitĂ€t Columbia drohen zu eskalieren. In der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) drangen Demonstrierende in ein GebĂ€ude ein, wie US-Medien berichteten. Es handle sich um die Hamilton Hall, die auch 1968 wĂ€hrend eines Protests gegen den Vietnam-Krieg besetzt worden war.Â
Auf Videos war zu sehen, wie vermummte Personen mit schwarz-weiĂen PalĂ€stinensertĂŒchern Fenster einschlugen und den Eingang des GebĂ€udes mit StĂŒhlen und Tischen verbarrikadierten. Nach Angaben der Studierendenzeitung «Columbia Spectator» befanden sich mehrere Dutzend Protestierende in der Hamilton Hall. Hunderte weitere demonstrierten demnach vor dem GebĂ€ude. Die Polizei halte sich auĂerhalb des UniversitĂ€tsgelĂ€ndes fĂŒr den Fall bereit, dass es Verletzte gebe.
Die Studierendengruppen «Columbia Students for Justice in Palestine» und «Columbia University Apartheid Divest» kĂŒndigten an, die Hamilton Hall nicht zu verlassen, bis ihre Forderungen erfĂŒllt wĂŒrden. «Ein GebĂ€ude zu besetzen, ist ein geringes Risiko im Vergleich zum tĂ€glichen Widerstand der PalĂ€stinenser im Gazastreifen», hieĂ es in einer auf der Plattform X, frĂŒher Twitter, verbreiteten Stellungnahme. Die Columbia empfahl Studierenden und Mitarbeitern, aus SicherheitsgrĂŒnden am Dienstag nur in dringenden FĂ€llen den Campus aufzusuchen.
Am Montag hatte die UniversitĂ€t angekĂŒndigt, Studentinnen und Studenten zu suspendieren, wenn sie ein Protestcamp auf dem UniversitĂ€tsgelĂ€nde nicht bis zum Nachmittag verlieĂen. Die Demonstrierenden kritisieren das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg und fordern SolidaritĂ€t mit den PalĂ€stinensern. AuĂerdem verlangen sie von der Hochschule, finanzielle Beziehungen mit Israel zu beenden. Die UniversitĂ€t lehnte das am Montag ab.
«New York Times»: Mehr als 800 Menschen festgenommen
Vor knapp zwei Wochen hatte ein Einsatz der New Yorker Polizei an der Columbia fĂŒr Aufsehen und Kritik gesorgt, in der Folge kam es in Dutzenden UniversitĂ€ten in den USA zu Protesten und den Aufbau von Zeltlagern. Seitdem wurden landesweit laut «New York Times» mehr als 800 Menschen festgenommen, darunter auch Hochschulpersonal. Einigen wird Antisemitismus und die Verharmlosung der islamistischen Hamas vorgeworfen, deren Ziel unter anderem die Vernichtung des Staates Israel ist.Â
Israels PrĂ€sident Izchak Herzog nannte die «entsetzlichen antisemitischen Aktionen» an der Columbia zutiefst beunruhigend. «Die amerikanische Wissenschaft muss sich der Bedrohung bewusst werden», schrieb Herzog auf der Plattform X. Er sprach von «einer klaren und gegenwĂ€rtigen Gefahr fĂŒr die akademische Freiheit und fĂŒr das Leben der Juden auf dem Campus.» Herzog forderte MaĂnahmen, um Antisemitismus auf dem Campus zu verhindern.
Die Hamas hatte am 7. Oktober vergangenen Jahres etwa 1200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte daraufhin mit einer Bodenoffensive und LuftschlĂ€gen in dem KĂŒstengebiet. Durch die Angriffe Israels wurden nach Angaben der von Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörden seit Kriegsbeginn etwa 34.500 Menschen getötet.





