Zypern, Lösung

50 Jahre geteilt: FĂŒr Zypern ist keine Lösung in Sicht

20.07.2024 - 14:36:33

Ankara prĂ€sentiert Kriegsschiffe im Norden der Insel, Athen setzt auf ZurĂŒckhaltung. Und der EU-Staat Zypern? Er bleibt auch am 50. Jahrestag der Teilung ohne Hoffnung auf ein versöhnliches Ende.

  • Keine vereinte Insel - Ankara will Zwei-Staaten-Lösung auf Zypern - Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

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  • Keine vereinte Insel - Erdogan will Zwei-Staaten-Lösung auf Zypern - Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

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Keine vereinte Insel - Ankara will Zwei-Staaten-Lösung auf Zypern - Foto: Petros Karadjias/AP/dpaKeine vereinte Insel - Erdogan will Zwei-Staaten-Lösung auf Zypern - Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

Am 50. Jahrestag der Teilung Zyperns ist eine Lösung des Konflikts nicht in Sicht. Der tĂŒrkische PrĂ€sident Recep Tayyip Erdogan und die - nur von der TĂŒrkei anerkannte - TĂŒrkische Republik Nordzypern (KKTC) demonstrieren am Jahrestag der tĂŒrkischen Intervention mit Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen StĂ€rke. FĂŒr den SĂŒden der Insel ist das Datum ein Tag der Trauer ĂŒber die Teilung.

Die TĂŒrkei lehnt eine föderale Staatslösung in Zypern ab, sagte Erdogan im tĂŒrkisch kontrollierten Norden der geteilten Insel: «Wir glauben, dass eine föderale Lösung nicht möglich ist.» Diese aber verfechten sowohl die Vereinten Nationen als auch die EU, die zyprische Regierung im SĂŒden der Insel und Griechenland. 

Der griechisch-zyprische PrĂ€sident der Republik Zypern, Nikos Christodoulidis wies erst vor wenigen Tagen gegenĂŒber der Deutschen Presse-Agentur die wiederholt erhobenen tĂŒrkischen Forderungen nach einer Zwei-Staaten-Lösung zurĂŒck. 

«Letzter geteilter EU-Mitgliedstaat»

AnlĂ€sslich des Jahrestages sagte EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen Zypern UnterstĂŒtzung zu bei den BemĂŒhungen um die Wiedervereinigung der Insel. «Heute, an diesem tragischen 50. Jahrestag, aber auch an jedem Tag, stehen wir an der Seite Zyperns», schrieb sie auf der Online-Plattform X. Man unterstĂŒtze die territoriale IntegritĂ€t und SouverĂ€nitĂ€t Zyperns. «Die Zypernfrage ist eine europĂ€ische. Wir werden Zypern weiterhin entschlossen bei den BemĂŒhungen unterstĂŒtzen, den letzten geteilten EU-Mitgliedstaat im Einklang mit den einschlĂ€gigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates wieder zu vereinen.»

Die Veranstaltungen zum 50. Jahrestag der tĂŒrkischen Intervention nach einem MilitĂ€rputsch griechischer und griechisch-zyprischer Offiziere wurde seitens der TĂŒrkei im Norden Zyperns von einer MilitĂ€rparade begleitet. Eine Flotte von 50 Schiffen, Kampffliegern und bewaffneten Drohnen vom tĂŒrkischen Festland nahmen teil, wie die staatliche tĂŒrkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Erdogans Äußerungen zu seinem Wunsch nach zwei souverĂ€nen Staaten kamen kurz nach einem Aufruf des griechischen MinisterprĂ€sidenten Kyriakos Mitsotakis, der fĂŒr ein vereintes Zypern plĂ€dierte. «Es ist ein halbes Jahrhundert seit der nationalen Tragödie Zyperns vergangen. Wir fordern einen europĂ€ischen Staat, vereint, auf der Grundlage von UN-Resolutionen. Keine auslĂ€ndische Besatzungsarmee», schrieb Mitsotakis auf X. Sein Besuch in Nikosia am Samstag soll nach Angaben aus griechischen Regierungskreisen Ă€ußerst zurĂŒckhaltend und erst am Abend erfolgen.

Erdogan erklĂ€rte unterdessen, Ankara sei «bereit, zu verhandeln und einen dauerhaften Frieden und eine Lösung in Zypern zu schaffen». Er warf der Gegenseite jedoch vor, die tĂŒrkischen Zyprer zu diskriminieren, nicht zuletzt, weil sie nicht an den Energieressourcen der Insel teilhaben dĂŒrften. Die Nutzung und Aufteilung von Erdgasvorkommen in der östlichen ÄgĂ€is sind ein stĂ€ndiger Streitpunkt zwischen der TĂŒrkei, Griechenland und auch Zypern.

Der Beginn der Teilung

1974 wollten nationalistische griechische Zyprer und die damals herrschende Diktatur in Athen die Insel Zypern mit Griechenland vereinen, was zu einem MilitĂ€rputsch auf Zypern fĂŒhrte. Um die Vereinigung mit Griechenland zu verhindern, griff die TĂŒrkei militĂ€risch ein. Die damalige Intervention war rechtlich gerechtfertigt, weil die TĂŒrkei neben Griechenland und Großbritannien als eine der GarantiemĂ€chte der Insel fungierte, die den Schutz der demokratischen Verfassung sicherstellen sollten. Allerdings zog Ankara sein MilitĂ€r nach der Wiederherstellung der Demokratie auf Zypern nicht ab. 

Seither ist die Insel geteilt. Im Jahr 1983 wurde die TĂŒrkische Republik Nordzypern (KKTC) proklamiert, die seither weltweit nur von der TĂŒrkei anerkannt wird. 2004 nahm die EU die Insel Zypern auf DrĂ€ngen Griechenlands als Ganzes in die EU auf. De jure ist die gesamte Insel seither EU-Mitglied, das EU-Recht wird jedoch nur im SĂŒdteil angewendet.

@ dpa.de