Pentagon, MilitÀr

Pentagon und MilitĂ€r Ă€ußern sich zu Angriff auf Atomanlagen

26.06.2025 - 05:39:59

Auch Tage nach den Luftangriffen ist das Ausmaß der SchĂ€den noch unklar. Wurde das iranische Atomprogramm um Jahre oder nur Monate zurĂŒckgeworfen? Einer spricht gar von «totaler Auslöschung».

  • Das Satellitenbild zeigt die mutmaßlichen Einschlaglöcher der US-Bomben. (Archivbild) - Foto: Uncredited/Maxar Technologies via AP/dpa

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  • US-Verteidigungsminister Hegseth will sich in einer Pressekonferenz zum Ausmaß der Zerstörung der iranischen Atomanlagen Ă€ußern. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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  • Trump kritisiert Israels Justiz wegen des Korruptionsverfahrens gegen Netanjahu. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

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  • Die Luftwaffe hat 76 Deutsche aus Israel ausgeflogen. - Foto: Thomas Banneyer/dpa

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  • Bei einem Angriff israelischer Siedler auf ein palĂ€stinensisches Dorf gab es Tote und Verletzte. - Foto: Soeren Stache/dpa

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Das Satellitenbild zeigt die mutmaßlichen Einschlaglöcher der US-Bomben. (Archivbild) - Foto: Uncredited/Maxar Technologies via AP/dpaUS-Verteidigungsminister Hegseth will sich in einer Pressekonferenz zum Ausmaß der Zerstörung der iranischen Atomanlagen Ă€ußern. - Foto: Alex Brandon/AP/dpaTrump kritisiert Israels Justiz wegen des Korruptionsverfahrens gegen Netanjahu. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpaDie Luftwaffe hat 76 Deutsche aus Israel ausgeflogen. - Foto: Thomas Banneyer/dpaBei einem Angriff israelischer Siedler auf ein palĂ€stinensisches Dorf gab es Tote und Verletzte. - Foto: Soeren Stache/dpa

Wie stark sind die Atomanlagen des Irans bei den jĂŒngsten US-Angriffen beschĂ€digt worden? Zu dieser strittigen Frage will sich US-Verteidigungsminister Pete Hegseth heute gemeinsam mit hochrangigen MilitĂ€rs auf einer Pressekonferenz Ă€ußern. Nach Angaben des US-Auslandsgeheimdiensts CIA sollen die iranischen Atomanlagen bei den Angriffen am Sonntag schweren Schaden genommen haben. Ob das so zutrifft, ist nicht klar - und lĂ€sst sich derzeit auch kaum unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

In einer als «streng geheim» eingestuften ErsteinschĂ€tzung des MilitĂ€rgeheimdienstes DIA hatte es zunĂ€chst geheißen, das iranische Atomprogramm sei durch die schweren Luftangriffe der US-StreitkrĂ€fte nur um einige Monate zurĂŒckgeworfen worden. Das Weiße Haus kritisierte die Veröffentlichung von Erkenntnissen aus diesem Gutachten durch US-Medien und wies die Darstellung als falsch zurĂŒck. PrĂ€sident Donald Trump beharrt darauf, dass die Atomanlagen komplett vernichtet worden seien.

CIA: Wiederaufbau der Atomanlagen wĂŒrde Jahre dauern

CIA-Chef John Ratcliffe sagte nun, der Wiederaufbau der Atomanlagen wĂŒrde «Jahre» dauern. Auch US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard schrieb auf der Plattform X, dass ein möglicher Wiederaufbau der Anlagen in Fordo, Natans und Isfahan Jahre dauern wĂŒrde.

Gabbard hatte Ende MĂ€rz im Geheimdienstausschuss des US-Senats erklĂ€rt, nach EinschĂ€tzung der Nachrichtendienste baue der Iran derzeit keine Atombombe. Mit ihren neuen Aussagen scheinen sie und die CIA nun die Aussagen des obersten Befehlshabers Trump zu stĂŒtzen, der nicht dafĂŒr bekannt ist, Widerspruch zu schĂ€tzen. Er hatte die von ihm befohlenen Angriffe vom Wochenende als Todesstoß fĂŒr das iranische Atomprogramm bezeichnet. Beim Nato-Gipfel in Den Haag sagte er mit Blick auf die Atomanlagen: «Ich glaube, es war eine totale Auslöschung.»

Hintergrund der Angriffe sind BefĂŒrchtungen, dass die iranische FĂŒhrung heimlich den Bau von Atomwaffen vorantrieb, wĂ€hrend sie öffentlich beteuerte, Kernenergie allein fĂŒr zivile Zwecke nutzen zu wollen. Letzteres wird auch deshalb angezweifelt, weil der Iran in der Vergangenheit als einziger Staat ohne Atomwaffen hochangereichertes Uran mit beinahe waffentauglichem Reinheitsgrad produzierte.

Die Zeitung «The Jerusalem Post» berichtete unter Berufung auf israelische Beamte, es sei unklar, wie viel des hochangereicherten Urans bei den Angriffen zerstört wurde. Zudem sei nicht mit Sicherheit zu sagen, ob ein Teil des radioaktiven Materials aus den angegriffenen Anlagen geborgen werden kann. 

SolidaritÀt mit Netanjahu: Trump wettert gegen Israels Justiz

Nach dem mit Israels Regierung koordinierten MilitĂ€reinsatz im Iran kritisierte Trump die israelische Justiz wegen des Korruptionsverfahrens gegen MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu. «Ich bin schockiert, dass der Staat Israel, der gerade einen seiner grĂ¶ĂŸten Momente in der Geschichte erlebt hat und von Bibi Netanjahu gefĂŒhrt wird, die lĂ€cherliche Hexenjagd gegen seinen MinisterprĂ€sidenten fortsetzt», schrieb Trump auf seiner Nachrichtenplattform Truth Social. Das Verfahren gegen Netanjahu solle unverzĂŒglich eingestellt werden.

Netanjahu ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, als Kommunikationsminister dem Telekom-Riesen Bezeq VergĂŒnstigungen gewĂ€hrt zu haben. Außerdem soll er Luxusgeschenke von befreundeten MilliardĂ€ren angenommen haben. Netanjahu hat die VorwĂŒrfe stets zurĂŒckgewiesen und von einer «Hexenjagd» gesprochen.

Luftwaffe fliegt weitere Deutsche aus Israel aus 

Trotz der Waffenruhe zwischen Israel und Iran hat die Luftwaffe derweil weitere Deutsche aus Israel ausgeflogen. «Der Waffenstillstand zwischen Israel und Iran hĂ€lt an. Auch wenn sich die Lage beruhigt: Mit der Bundeswehr verlassen weitere 76 Deutsche im Rahmen der assistierten Ausreise die Region», teilte das AuswĂ€rtige Amt auf X mit. Insgesamt habe man damit knapp 800 Deutsche mit SonderflĂŒgen bei der Ausreise unterstĂŒtzt.

Siedler greifen PalĂ€stinenserdorf an - drei Tote durch SchĂŒsse

WĂ€hrend die Waffen zwischen Israel und dem Iran einstweilen schweigen, bleibt die Lage in den palĂ€stinensischen Gebieten angespannt. Nach einem Angriff israelischer Siedler auf ein palĂ€stinensisches Dorf im Westjordanland kam es dort zu tödlichen Konfrontationen. Nach Angaben des palĂ€stinensischen Gesundheitsministeriums wurden in dem Dorf Kufr Malik drei PalĂ€stinenser durch SchĂŒsse getötet. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden, einer davon lebensgefĂ€hrlich. Nach Angaben von Einwohnern gaben Siedler und Soldaten SchĂŒsse ab. 

Dutzende Israelis hĂ€tten in dem Dorf BrĂ€nde gelegt, teilten die israelischen StreitkrĂ€fte mit. Anschließend sei es zu Konfrontationen zwischen israelischen und palĂ€stinensischen Zivilisten gekommen, die sich gegenseitig mit Steinen beworfen hĂ€tten. Daraufhin seien Soldaten und PolizeikrĂ€fte in den Ort eingerĂŒckt und hĂ€tten versucht, die Auseinandersetzung zu beenden. Als sie beschossen wurden, hĂ€tten sie das Feuer erwidert, teilte das MilitĂ€r mit. Dabei habe es mehrere Tote und Verletzte gegeben.

@ dpa.de