US-Nationalarchiv, Kennedy-Akten

US-Nationalarchiv veröffentlicht neue Kennedy-Akten

19.03.2025 - 02:42:20 | dpa.de

Auf Geheiß von US-PrĂ€sident Trump werden weitere Dokumente zur Ermordung des damaligen PrĂ€sidenten Kennedy der Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht. Offen ist, ob sie eine große EnthĂŒllung bringen.

Kennedy wurde 1963 in Dallas erschossen. (Archivbild) - Foto: Jim Altgens/AP/dpa
Kennedy wurde 1963 in Dallas erschossen. (Archivbild) - Foto: Jim Altgens/AP/dpa

Das Nationalarchiv hat nach einer Anordnung von US-PrĂ€sident Donald Trump noch unter Verschluss gehaltene Akten ĂŒber die Ermordung von PrĂ€sident John F. Kennedy im Jahr 1963 veröffentlicht. Auf der Webseite des Nationalarchivs fanden sich am Dienstagabend (Ortszeit) mehr als 1.100 PDF-Dokumente. Die neue Veröffentlichung umfasse etwa 80.000 Seiten zuvor als geheim eingestufter Dokumente, die nun ohne SchwĂ€rzungen veröffentlicht wĂŒrden, teilte das BĂŒro der US-Geheimdienstkoordination mit. Es ist unklar, ob diese Dokumente neue Erkenntnisse ĂŒber das Attentat liefern. 

Die Dokumente können sowohl online als auch persönlich im Nationalarchiv in der NĂ€he der US-Hauptstadt Washington eingesehen werden. Dokumente, die derzeit nur vor Ort eingesehen werden könnten, wĂŒrden digitalisiert und in den kommenden Tagen in das Online-Archiv gestellt, hieß es weiter. «Weitere Dokumente, die unter Gerichtsbeschluss zurĂŒckgehalten werden oder der Geheimhaltungspflicht (...) unterliegen, mĂŒssen zunĂ€chst freigegeben werden», hieß es weiter. Die Inhalte dieser Dokumente seien aber weitgehend bekannt. 

Fundgrube fĂŒr Historiker

Nach Angaben des Nationalarchivs besteht die Sammlung der Akten zur Ermordung Kennedys bereits aus mehreren Millionen von Seiten, Fotografien, elektronischen DatentrĂ€gern, von denen die meisten der Öffentlichkeit bereits vor der neuen Veröffentlichung zugĂ€nglich waren. Einige Akten wĂŒrden aber unter Verschluss gehalten, da ihre Freigabe die militĂ€rische Verteidigung, Geheimdienstoperationen, Strafverfolgung oder außenpolitische Beziehungen gefĂ€hrden könnte.

Historiker untersuchen nun die neuen Dokumente - es dĂŒrfte aber etwas dauern, bis diese Arbeit vollendet ist. Dass die Dokumente bahnbrechende EnthĂŒllungen ĂŒber das Attentat bringen werden, wird eher nicht erwartet. Der Mord am 35. PrĂ€sidenten der USA hat ĂŒber Jahrzehnte zahlreiche Verschwörungstheorien hervorgebracht. Kennedy war am 22. November 1963 in Dallas mit mehreren GewehrschĂŒssen ermordet worden. 

Misstrauen hÀlt sich hartnÀckig

Eine Untersuchungskommission kam zu dem Schluss, dass der AttentĂ€ter Lee Harvey Oswald allein gehandelt habe. Doch Oswald konnte nie vor Gericht aussagen – nur zwei Tage nach dem Attentat wurde er vom Nachtclubbesitzer Jack Ruby erschossen. Bis heute gibt es keine stichhaltigen Beweise, die der offiziellen Version widersprechen. Dennoch hĂ€lt sich das Misstrauen hartnĂ€ckig. Über all die Jahre machten etliche alternative Thesen die Runde. 

Trump hatte bereits wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit angekĂŒndigt, die Kennedy-Akten vollstĂ€ndig offenzulegen. 2017 wurden einige bislang geheime Dokumente veröffentlicht. Doch auf DrĂ€ngen der CIA und des FBI entschied Trump, bestimmte Unterlagen weiterhin geheim zu halten, da die Behörden Sicherheitsbedenken Ă€ußerten. Sein Nachfolger Joe Biden gab spĂ€ter Tausende weitere Dokumente frei – allerdings nicht alle.

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