Baerbock, Terror

Baerbock: Terror und humanitÀre Not in Nahost beenden

07.01.2024 - 17:35:22

Zum vierten Mal seit der Hamas-Terrorattacke vom 7. Oktober besucht sie Israel. Angesichts weiterer Eskalation rĂŒckt ein möglicher FlĂ€chenbrand immer nĂ€her. Baerbock will Zeichen setzen.

  • Annalena Baerbock kommt am Flughafen in Tel Aviv zu Beginn ihrer Nahostreise an. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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  • Annalena Baerbock (l.) wird vom israelischen PrĂ€sidenten Izchak Herzog begrĂŒĂŸt. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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  • Annalena Baerbock (l.) Ist zum Auftakt ihrer Israel-Reise mit PrĂ€sident Izchak Herzog zusammengekommen. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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Annalena Baerbock kommt am Flughafen in Tel Aviv zu Beginn ihrer Nahostreise an. - Foto: Michael Kappeler/dpaAnnalena Baerbock (l.) wird vom israelischen PrĂ€sidenten Izchak Herzog begrĂŒĂŸt. - Foto: Michael Kappeler/dpaAnnalena Baerbock (l.) Ist zum Auftakt ihrer Israel-Reise mit PrĂ€sident Izchak Herzog zusammengekommen. - Foto: Michael Kappeler/dpa

Drei Monate nach Beginn des Gaza-Kriegs hat Außenministerin Annalena Baerbock eindringlich zum Ende der Gewalt aufgerufen. «Der Terror muss ein Ende haben. Die humanitĂ€re Not der Menschen muss ein Ende haben. Die Region muss aus dem ewigen Zyklus der Gewalt herauskommen», forderte die GrĂŒnen-Politikerin zu Beginn einer knapp einwöchigen Reise in den Nahen Osten und nach SĂŒdostasien.

Israel habe das Recht und die Pflicht, sich gegen den Terror zu verteidigen, mĂŒsse aber Zivilisten bei seinem militĂ€rischen Vorgehen viel besser schĂŒtzen, verlangte sie. Im Gazastreifen sei viel mehr humanitĂ€re Hilfe gegen Hunger, Seuchen und KĂ€lte nötig.

Auslöser des Gaza-Kriegs war die beispiellose Terrorattacke der islamistischen Hamas und anderer extremistischer PalĂ€stinensergruppen am 7. Oktober. Bei dem Überfall auf Grenzorte in Israel wurden nach israelischen Angaben rund 1200 Menschen getötet und etwa 240 Menschen in den Gazastreifen entfĂŒhrt. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden im Gazastreifen seit Kriegsbeginn mehr als 22.800 Menschen getötet und mehr als 58.000 verletzt.

GesprÀch mit PrÀsident Herzog in Jerusalem

Zum Auftakt ihrer vierten Israel-Reise nach dem 7. Oktober kam Baerbock in Jerusalem mit PrĂ€sident Izchak Herzog zusammen. Anschließend war ein erstes Treffen mit ihrem neuen israelischen Kollegen Israel Katz geplant. Neben den BemĂŒhungen zur Freilassung der von der islamistischen Hamas verschleppten Geiseln und der humanitĂ€ren Lage der PalĂ€stinenser dĂŒrfte es bei den GesprĂ€chen auch um eine Zweistaatenlösung nach Ende des Gazakrieges gehen. Es sei nun die «Aufgabe, auf dem Weg hin zu einer Zweistaatenlösung nichts unversucht zu lassen», erklĂ€rte Baerbock.

Baerbock: Hisbollah und Huthis mĂŒssen mit ZĂŒndeln aufhören

«Das Drehbuch des Terrors darf nicht noch weiter aufgehen», warnte die Außenministerin. Es mĂŒsse endlich der Grundstein fĂŒr nachhaltigen Frieden und Sicherheit gelegt werden. DafĂŒr dĂŒrfe von Gaza keine Gefahr mehr fĂŒr die Existenz Israels ausgehen, mĂŒsse die Hamas die Waffen niederlegen und mĂŒssten die vom Iran unterstĂŒtzte Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen «mit ihrem gefĂ€hrlichen ZĂŒndeln aufhören». Israelis und PalĂ€stinenser wĂŒrden nur Seite an Seite in Frieden leben können, wenn die Sicherheit des Einen die Sicherheit des Anderen bedeute, sagte Baerbock. Dies werde nur gelingen, «wenn jeder das Leid des Anderen sieht».

Katz hatte kĂŒrzlich bei der AmtsĂŒbernahme von seinem VorgĂ€nger Eli Cohen gesagt, er sehe sein Land «mitten in einem Dritten Weltkrieg» gegen den Iran und den radikalen Islam. «Dieser Feind erinnert an die dunkelsten Perioden in der Geschichte der Menschheit, und wir sind entschlossen, unser Ziel zu erreichen, die Hamas zu stĂŒrzen», erklĂ€rte Katz nach Darstellung der israelischen Nachrichtenseite «ynet» und der Zeitung «Times of Israel». Der Iran hat als Erzfeind Israels eine «Achse des Widerstands gegen Israel» aufgebaut, zu der neben der Hamas auch KrĂ€fte in Syrien, die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen gezĂ€hlt werden.

Noch mehrere Deutsche unter den Hamas-Geiseln

WĂ€hrend einer Feuerpause Ende November hatte die Hamas unter Vermittlung Katars, Ägyptens und der USA 105 Geiseln freigelassen, darunter 14 deutsche StaatsbĂŒrger, und Israel im Gegenzug 240 palĂ€stinensische HĂ€ftlinge. Die israelische Armee geht von derzeit noch rund 135 Geiseln im Gazastreifen aus. Unter den verbliebenen Geiseln sollen noch mehrere Deutsche sein.

Baerbock will an diesem Montag im Westjordanland ein palĂ€stinensisches Dorf besuchen und in Ramallah Außenminister Riad al-Maliki treffen. Im Anschluss ist die Weiterreise nach Ägypten geplant, am Mittwoch dann ein Besuch im Libanon. Anschließend will die Bundesaußenministerin auf die Philippinen, nach Malaysia und Singapur fliegen.

@ dpa.de