BDI, Europa

BDI sieht Europa im Zollstreit in starker Verhandlungsposition

21.04.2025 - 14:46:32

BDI-PrÀsident Peter Leibinger sieht Europa im Zollstreit mit den USA in einer starken Verhandlungsposition.

"Wir sollten in den Dialog gehen mit diesem schwierigen Kunden und Angebote machen", sagte Leibinger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben) ĂŒber US-PrĂ€sident Donald Trump. Aber gleichzeitig mĂŒsse man die eigenen Instrumente "kennen und notfalls anwenden". Dazu mĂŒsse die EU selbstbewusster auftreten.

"Wir haben Verhandlungsmasse", sagte Leibinger. "Amerika ist in vielen Dingen von Europa abhĂ€ngig und wird es auch bleiben." Leibinger nannte mehrere Bereiche, in denen er große AbhĂ€ngigkeiten der USA sieht: "Zum Beispiel wird jeder einzelne Chip der neuesten Generation mit europĂ€ischer Technologie hergestellt, auf EUV-Mikrolithographie-Maschinen", sagte der BDI-Chef. "Rund 70 Prozent der PrĂ€zisions-Teile, die in Amerika produziert werden, werden auf deutschen oder europĂ€ischen Maschinen hergestellt." Bei der Prozess-Sensorik gebe es eine große AbhĂ€ngigkeit von Deutschland. "Wir sollten da Gegenzölle als letztes Mittel in Betracht ziehen - und gleichzeitig die Hand ausstrecken fĂŒr Verhandlungen", so das PlĂ€doyer des Industrie-Vertreters. Trumps Verhandlungsstrategie sei es, sich zwei sich widersprechende Ziele zurechtzulegen. "Welches Ziel er dann wirklich verfolgt, entscheidet er spontan, instinktgetrieben", so Leibinger, der selbst lange in den USA lebte. "Er will klar die Re-Industrialisierung Amerikas. Er fĂŒhlt sich aber auch von der EU unfair behandelt und ausgenutzt, und fordert deshalb mindestens den Ausgleich des Handelsdefizits." Mit beidem könne man zurechtkommen. "Trump spielt kein Schach, Trump spielt Dame", sagte Leibinger den Funke-Zeitungen. "Der ĂŒbernĂ€chste Zug wird nur erkennbar, wenn man den nĂ€chsten gemacht hat. Darauf mĂŒssen wir uns einstellen."

@ dts-nachrichtenagentur.de