PalÀstinenser melden zehn Tote im Westjordanland
19.10.2023 - 20:12:38Im Westjordanland sind nach palĂ€stinensischen Angaben am Donnerstag bei Auseinandersetzungen zehn Menschen getötet worden. Sieben PalĂ€stinenser starben bei ZusammenstöĂen mit israelischen Soldaten in einem FlĂŒchtlingslager westlich von Nablus, wie das Gesundheitsministerium in Ramallah mitteilte. Israels Armee berichtete von «MaĂnahmen zur TerrorismusbekĂ€mpfung» in dem Camp, bei denen den Angaben nach auch fĂŒnf VerdĂ€chtige festgenommen wurden. Augenzeugen und israelischen Medien zufolge kamen sechs der Getöteten bei einem Drohnenangriff der Armee ums Leben.
Auch in anderen Orten des Westjordanlands wurden Armeeangaben zufolge Razzien durchgefĂŒhrt. Dabei seien mancherorts auch Steine auf die EinsatzkrĂ€fte geworfen worden.
Israelische EinsatzkrĂ€fte reagieren mit SchĂŒssen
In dem Ort Budrus in der NĂ€he von Ramallah demolierten israelische EinsatzkrĂ€fte nach Angaben der Armee und des palĂ€stinensischen Gesundheitsministeriums die Wohnung eines mutmaĂlichen Terroristen. Dagegen leisteten Menschen Widerstand. Rund 20 Personen warfen unter anderem Molotow-Cocktails auf die EinsatzkrĂ€fte, wie Israels Armee mitteilt. Diese reagierten mit SchĂŒssen. Ein PalĂ€stinenser starb nach Angaben des Gesundheitsministeriums. Auch in einem Ort sĂŒdlich von Jerusalem im Westjordanland kam ein Mann bei ZusammenstöĂen mit israelischen Soldaten ums Leben.
Im zentralen Westjordanland wurde nach Angaben des Gesundheitsministeriums zudem ein 21 Jahre alter PalÀstinenser in der Nacht zu Donnerstag von Siedlern erschossen. Weitere Details wurden zunÀchst nicht genannt.
Sicherheitslage im Westjordanland zunehmend angespannt
Die Sicherheitslage im Westjordanland ist seit dem blutigen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober zunehmend angespannt. Nach der tödlichen Explosion bei einem Krankenhaus im Gazastreifen hatten palÀstinensische Gruppen im Westjordanland zu Konfrontationen mit israelischen Soldaten aufgerufen.
Die Zerstörung der HĂ€user mutmaĂlicher, verurteilter oder auch getöteter Terroristen ist umstritten. Menschenrechtsorganisationen lehnen die MaĂnahme als Kollektivstrafe und Kriegsverbrechen ab. Israel rechtfertigt sie hingegen als wichtige Abschreckung.


