Nahost, Israel

Israel setzt Kampf gegen Hamas fort - Mehr als 1000 Tote

09.10.2023 - 04:09:16

Bei dem verheerenden Hamas-Angriff auf Israel und den GegenschlÀgen sind bereits mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer sollen sich einige Hamas-KÀmpfer auf israelischem Boden befinden.

  • Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff ĂŒber Gaza-Stadt auf. - Foto: Fatima Shbair/AP/dpa

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  • PalĂ€stinenser inspizieren zerstörte GebĂ€ude in Rafah. - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa

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Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff ĂŒber Gaza-Stadt auf. - Foto: Fatima Shbair/AP/dpaPalĂ€stinenser inspizieren zerstörte GebĂ€ude in Rafah. - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa

Auch fast zwei Tage nach dem beispiellosen Angriff der islamistischen Hamas auf Israel gehen die KĂ€mpfe weiter. Die israelische Luftwaffe bombardierte weitere Ziele der Hamas im Gazastreifen.

Man habe unter anderem ein GebĂ€ude angegriffen, in dem Angehörige der Hamas untergebracht waren, teilten Israels VerteidigungskrĂ€fte (IDF) in ihrem Kanal im Nachrichtendienst Telegram mit. Zugleich seien mehrere Kommandozentralen der Hamas attackiert worden, darunter eine von Mahmad Kaschta, einem hochrangigen Mitglied der Marine. Die IDF habe ferner eine operative Einrichtung der Hamas ins Visier genommen, die sich in einer Moschee in der Stadt Dschabalia befunden habe, hieß es.

Israel habe im SĂŒden rund 100.000 Reservisten zusammengezogen, erklĂ€rte ein Sprecher der israelischen StreitkrĂ€fte. Die Aufgabe sei, dass die Hamas am Ende des Krieges militĂ€risch nicht mehr in der Lage sein werde, Israelis zu bedrohen. Zugleich werde man dafĂŒr sorgen, dass die Hamas den Gazastreifen nicht mehr regieren könne. Die Hamas hatte am Samstagmorgen von Gaza aus ĂŒberraschend Raketenangriffe gegen Israel begonnen. Gleichzeitig drangen bewaffnete PalĂ€stinenser ĂŒber Land, See und Luft nach Israel vor und griffen Menschen in mehreren Orten in GrenznĂ€he an.

260 Leichen auf Festival-GelÀnde gefunden

Der israelische MilitĂ€rsprecher bezifferte die Zahl der nach Israel eingedrungenen bewaffneten PalĂ€stinenser auf etwa 1000. Sie waren am jĂŒdischen Feiertag Simchat Tora (Freude der Tora) in Orte eingedrungen und gingen auf der Suche nach Opfern von Haus zu Haus. Auf einem Festival-GelĂ€nde in der Negev-WĂŒste fanden EinsatzkrĂ€fte mindestens 260 Leichen, wie die Nachrichten-Website Ynet unter Berufung auf den Rettungsdienst Zaka am Sonntagabend berichtete. Die PalĂ€stinenser töteten nicht nur Hunderte Israelis, sondern verschleppten nach israelischen Angaben auch mehr als 100 Menschen, darunter Frauen, Kinder und Alte, in den Gazastreifen.

UngefĂ€hr 700 israelische Zivilisten und Soldaten seien getötet worden, mehr als 2100 weitere Menschen erlitten Verletzungen, teilte der MilitĂ€rsprecher mit. Viele befĂ€nden sich in einem kritischen Zustand, weswegen die Zahl der Todesopfer weiter steigen könnte. Bei den Gegenangriffen des israelischen MilitĂ€rs kamen im Gazastreifen mindestens 413 Menschen ums Leben, wie das Gesundheitsministerium in Gaza am Sonntagabend mitteilte. Die islamistische Hamas feuerte unterdessen am Sonntagabend weitere Raketen Richtung Israel ab. Im Großraum Tel Aviv und anderen StĂ€dten des Landes gab es Raketenalarm.

USA verlegen Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer

Die KĂ€mpfe im SĂŒden Israels dauerten weiter an, erklĂ€rte der Sprecher der israelischen StreitkrĂ€fte. «Unsere Soldaten kĂ€mpfen und jagen weiter die letzten Terroristen, die sich noch innerhalb von Israels Territorium befinden», sagte er. Bei den israelischen Vergeltungsangriffen im Gazastreifen wurde nach Angaben der Vereinten Nationen auch eine Schule des UN-Hilfswerks fĂŒr PalĂ€stinensische FlĂŒchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) getroffen und schwer beschĂ€digt. Darin hĂ€tten sich mehr als 225 Menschen vor Angriffen in Sicherheit gebracht, teilte das Hilfswerk mit. Es seien aber keine Opfer gemeldet worden, hieß es weiter.

Die USA verlegen als Reaktion auf den Konflikt den FlugzeugtrĂ€ger «USS Gerald R. Ford» und weitere Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer. Außerdem seien Vorbereitungen getroffen worden, um Luftwaffengeschwader der Air Force mit ihren Kampfjets in die Region zu verlegen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Israels StreitkrĂ€ften werde zusĂ€tzliche AusrĂŒstung und Munition zur VerfĂŒgung gestellt, erklĂ€rte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.

@ dpa.de