Riad: Zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen – 309 Verletzte
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 00:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einem Angriff auf den Hauptflughafen der saudischen Hauptstadt Riad sind nach Angaben der staatlichen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden.
Flughafen vorübergehend geschlossen
Einige Verletzte schwebten am frühen Sonntagmorgen in Lebensgefahr. Wegen des Angriffs wurde der Betrieb am King-Chalid-Flughafen vorübergehend eingestellt.
Vier der Getöteten hatten laut Luftfahrtbehörde die saudische Staatsangehörigkeit, zwei stammten aus Bangladesch. Zudem kamen jeweils ein Mensch aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Sudan und den palästinensischen Gebieten ums Leben.
Huthi zunächst ohne Bekennerschreiben
Zuletzt hatte die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen ihre Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien verstärkt. Die Rebellen bekannten sich in der Vergangenheit zu Anschlägen mit ballistischen Raketen auf den Flughafen von Riad und andere Einrichtungen.
Zu der Attacke am Samstag gab es zunächst kein Bekennerschreiben der Huthi. Der Flughafen war zuletzt am Donnerstag angegriffen worden. Dabei starben drei saudische Staatsangehörige, weitere Menschen wurden verletzt.
Kämpfe im Jemen verschärfen sich
Hintergrund der Angriffe ist die militärische Eskalation zwischen den Huthi und den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen im Jemen. Die Huthi kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die international anerkannte Regierung des Landes.
Saudi-Arabien fliegt dabei immer wieder Luftangriffe im Nachbarland. Die jemenitische Regierung hatte am Wochenende eine großangelegte Offensive zur Rückeroberung aller von den Huthi kontrollierten Gebiete angekündigt. Die Huthi konnten zuletzt strategisch wichtige Gebiete für sich gewinnen.
Eskalation über die Grenze hinaus
Der Angriff auf den Flughafen trifft ein ziviles Drehkreuz in der saudischen Hauptstadt und folgt auf mehrere Attacken auf saudische Flughäfen. Damit verschiebt sich das Risiko des Jemen-Kriegs weiter in Bereiche, die für den internationalen Reiseverkehr und die regionale Wirtschaft zentral sind.
Die Huthi kämpfen seit Jahren gegen die international anerkannte jemenitische Regierung. Saudi-Arabien unterstützt diese Regierung militärisch und greift wiederholt Ziele im Jemen an. Die angekündigte Offensive zur Rückeroberung Huthi-kontrollierter Gebiete erhöht den Druck auf die Konfliktparteien und schafft zugleich neue Anreize für Gegenschläge.
Folgen für Flugverkehr und Sicherheit
Für Reisende bedeutet die vorübergehende Einstellung des Flughafenbetriebs zunächst Verspätungen, Ausfälle und mögliche Umleitungen. Auch nach einer Wiederaufnahme des Verkehrs bleibt die Sicherheitslage für Airlines entscheidend; Fluggesellschaften können Verbindungen kurzfristig aussetzen, wenn Raketen- oder Drohnenangriffe erwartet werden.
Die Zahl von zwölf Toten und 309 Verletzten macht deutlich, dass die Angriffe nicht allein eine militärische Dimension haben. Betroffen sind Menschen verschiedener Nationalitäten sowie ein international genutzter Verkehrsknotenpunkt. Sollte sich die Eskalation fortsetzen, könnten neben dem Flugverkehr auch Energieanlagen, Grenzregionen und Handelswege stärker unter Druck geraten.

