ISW, Soldaten

Kreml wegen Freilassung der Azovstal-KĂ€mpfer kritisiert

10.07.2023 - 10:19:20 | dpa.de

Bei einem Gefangenenaustausch sind mehrere Azovstal-Kommandeure freigelassen worden. Das verĂ€rgert russische MilitĂ€rblogger aus verschiedenen GrĂŒnden.

FĂŒnf Kommandeure der Verteidigung des Stahlwerks Azovstal sind in die Ukraine zurĂŒckgekehrt. - Foto: Ukraine Presidency/Ukraine Presi/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
FĂŒnf Kommandeure der Verteidigung des Stahlwerks Azovstal sind in die Ukraine zurĂŒckgekehrt. - Foto: Ukraine Presidency/Ukraine Presi/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

Russische MilitĂ€rblogger haben ihre Kritik am Kreml fĂŒr dessen Vertrauen in die TĂŒrkei nach der dortigen Freilassung mehrerer Azovstal-KĂ€mpfer und deren RĂŒckkehr in die Ukraine laut US-Experten erneuert.

Die Freilassung dieser hochrangigen Offiziere, die Russland zunĂ€chst im Kampf um das Stahlwerk Azovstal in Mariupol gefangen genommen und dann in einem Gefangenenaustausch mit der Ukraine an die TĂŒrkei ausgeliefert hatte, habe das russische MilitĂ€rpersonal an der Front verĂ€rgert und spalte die russische Gesellschaft weiter, zitierte das US-Institut fĂŒr Kriegsstudien (ISW) einen der Blogger.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hatte die Azovstal-Kommandeure nach einem Besuch in der TĂŒrkei am Samstag zurĂŒck in die Heimat gebracht. Der Abmachung zwischen Moskau und Ankara zufolge sollten sie eigentlich bis zum Kriegsende in der TĂŒrkei bleiben.

Unterschiedliche Kritik-Punkte

Russische MilitĂ€rblogger hatten solche Gefangenenaustausche, bei denen Azovstal-KĂ€mpfer freigelassen wurden, bereits zuvor kritisiert. Russland hatte am 24. Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Kiew wehrt sich seitdem gegen die Invasoren und erhĂ€lt dafĂŒr militĂ€rische sowie finanzielle Hilfe westlicher Staaten.

Ein anderer Blogger schrieb dem ISW zufolge, Russland hĂ€tte der TĂŒrkei nicht vertrauen dĂŒrfen, dass diese sich an die Abmachung um die ausgelieferten Azovstal-KĂ€mpfer halte, da sie ein «historischer Feind» sei. Ein dritter Blogger merkte nach ISW-Angaben an, die Freilassung dieser Azovstal-Kommandeure untergrabe das Ziel Moskaus, die Ukraine zu «entnazifizieren». Moskau hatte die Verteidiger des Stahlwerks wĂ€hrend der KĂ€mpfe in Mariupol als «Nazis» bezeichnet.

Zudem schrieb ein Kreml-naher Blogger laut ISW, Moskau hĂ€tte diese Freilassung vermeiden können, indem es gar nicht erst den ursprĂŒnglichen Gefangenenaustausch 2022 organisiert hĂ€tte. Dabei hĂ€tten russische Beamte auf unverantwortliche Weise der Freilassung des frĂŒheren ukrainischen Politikers Viktor Medwedtschuk - dem Taufpaten eines der Kinder von Russlands PrĂ€sidenten Wladimir Putin - aus ukrainischer Gefangenschaft Vorrang eingerĂ€umt.

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