Huthi-Angriffe, Saudi-Arabien

Huthi greifen erneut saudische FlughÀfen mit Raketen an

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 01:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem neuen Angriff auf den Flughafen King Chalid in Riad starb nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde ein pakistanischer StaatsbĂŒrger. Elf Menschen wurden verletzt; auch der Flughafen in Dammam sowie Energieanlagen gerieten ins Visier.

Aufregung nach der Attacke auf den Flughafen von Riad. - Bild: Uncredited/AP/dpa
Aufregung nach der Attacke auf den Flughafen von Riad. - Bild: Uncredited/AP/dpa

Angriffe treffen mehrere saudische Ziele

  • Bei einem neuen Angriff auf den Flughafen King Chalid in Riad starb am Sonntag ein pakistanischer StaatsbĂŒrger.
  • Elf weitere Menschen wurden verletzt; das Ausmaß der SachschĂ€den wird noch ermittelt.
  • Die Huthi meldeten binnen 24 Stunden vier Angriffe mit Raketen und Drohnen auf FlughĂ€fen und Energieanlagen.

Nach den tödlichen Angriffen auf Riad haben die Huthi ihre Attacken auf saudische FlughÀfen fortgesetzt.

Neuer Angriff auf King Chalid

Die saudische Luftfahrtbehörde teilte in der Nacht mit, bei dem Angriff auf den internationalen Flughafen King Chalid in Riad sei ein pakistanischer StaatsbĂŒrger getötet worden; elf weitere Menschen seien verletzt worden.

Auch Dammam und Aramco betroffen

Zuvor hatte die Behörde eine Attacke auf den King-Fahd-Airport in Dammam gemeldet, die ebenfalls SchÀden verursacht habe.

Die Huthi erklĂ€rten, sie hĂ€tten in den vorangegangenen 24 Stunden vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgefĂŒhrt.

Raketen, Marschflugkörper und Drohnen

Nach Darstellung der Miliz kamen ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen zum Einsatz. Neben den beiden FlughĂ€fen seien eine Gasanlage und eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco Ziele gewesen.

Gegenseitige Angriffe

Die Huthi erklĂ€rten außerdem, Saudi-Arabien habe in diesem Zeitraum mehr als 120 Luftangriffe auf Sanaa und weitere jemenitische Provinzen geflogen. Diese Angaben ließen sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Die Miliz kontrolliert weite Gebiete im Nordjemen und wird vom Iran unterstĂŒtzt. Sie hatte zuvor neue Attacken angekĂŒndigt und saudische FlughĂ€fen sowie den saudischen Luftraum mit Ausnahme der heiligen StĂ€tten Mekka und Medina als legitime Ziele bezeichnet.

R4-Gruppe verurteilt Angriffe

Die TĂŒrkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien verurteilten die Angriffe als Verstoß gegen das Völkerrecht. Die Staaten sprachen von einer gefĂ€hrlichen Eskalation, die nicht gerechtfertigt oder hinnehmbar sei.

Jemenkrieg flammt erneut auf

Saudi-Arabien kĂ€mpft seit mehr als zehn Jahren mit VerbĂŒndeten gegen die schiitischen Huthi im Jemen. Der BĂŒrgerkrieg ist im Zuge des Iran-Kriegs neu entflammt.

Nach EinschĂ€tzungen, wonach auch die USA zu den wichtigsten VerbĂŒndeten Saudi-Arabiens zĂ€hlen, wird ĂŒber mögliche neue US-Luftangriffe im Jemen spekuliert. Solche EinsĂ€tze hatte es bereits 2024 und 2025 gegeben.

Vom Jemenkrieg zum regionalen Konflikt

Die erneuten Angriffe verlagern die Konfrontation zwischen den Huthi und Saudi-Arabien sichtbar auf zivile Infrastruktur. FlughĂ€fen, Energieanlagen und der saudische Luftraum sind fĂŒr die Huthi militĂ€risch und politisch besonders relevante Ziele, weil sie den Reiseverkehr, die Wirtschaft und die internationale Wahrnehmung des Königreichs unmittelbar treffen.

Saudi-Arabien unterstĂŒtzt seit mehr als einem Jahrzehnt die international anerkannte jemenitische Regierung und bekĂ€mpft die Huthi auch aus der Luft. Die Miliz kontrolliert weite Teile des Nordjemens und wird vom Iran unterstĂŒtzt. Mit den nun gemeldeten Angriffen und den saudischen GegenschlĂ€gen wĂ€chst das Risiko, dass sich der jemenitische BĂŒrgerkrieg stĂ€rker mit der regionalen Auseinandersetzung zwischen Iran, Saudi-Arabien und deren jeweiligen Partnern verbindet.

Folgen fĂŒr Flugverkehr und Energie

FĂŒr Reisende bedeutet die Serie von Angriffen ein erhöhtes Risiko von Flughafenschließungen, Umleitungen und kurzfristigen FlugausfĂ€llen. Unternehmen mĂŒssen zudem mit Störungen an saudischen Energieanlagen rechnen. Eine militĂ€rische Reaktion Riads könnte den Konflikt weiter ausweiten; zugleich erhöht jeder zusĂ€tzliche Angriff den Druck auf die saudische FĂŒhrung, Schutz und Vergeltung sichtbar zu organisieren.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Riyadh-Flughafen: Evakuierungen und Verletzte nach mutmaßlichem Huthi-Angriff“ (10.10.2026)

Der Bericht habe ĂŒber Verletzte, Evakuierungen und die Umleitung oder Streichung von FlĂŒgen berichtet. Anders als die dpa-Meldung habe er den Angriff zunĂ€chst vor allem anhand diplomatischer Quellen und Augenzeugen geschildert und die Verantwortung der Huthi vorsichtiger eingeordnet.

Frankfurter Rundschau: „Zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad – Huthi kĂŒndigen weitere Attacken an“ (11.10.2026)

Der Artikel habe die Drohungen der Huthi gegen Reisende, Fluggesellschaften und den saudischen Luftraum hervorgehoben. ZusÀtzlich habe er mögliche Reaktionen der USA und die militÀrische Eskalation im regionalen Umfeld thematisiert, wÀhrend die aktuelle dpa-Meldung den neuen Angriff mit einem Todesopfer und elf Verletzten in den Mittelpunkt stelle.

Beide Berichte bestĂ€tigten die wiederholten Angriffe auf saudische FlughĂ€fen und die Folgen fĂŒr den Flugverkehr. Unterschiede bestĂŒnden vor allem beim zeitlichen Schwerpunkt und bei der Frage, wie stark eine mögliche internationale militĂ€rische Reaktion gewichtet werde.

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