Schwere, Ausschreitungen

Schwere Ausschreitungen bei Eritreer-Treffen in Den Haag

18.02.2024 - 10:25:39 | dpa.de

Bei einem Treffen von Eritreern in den Niederlanden stoßen AnhĂ€nger und Gegner der Regierung des ostafrikanischen Landes aufeinander. Die Gewalt eskaliert, Beamte werden verletzt, Autos brennen aus.

Die Polizei greift in eine Konfrontation zwischen zwei Eritreergruppen ein. - Foto: Wil Looijestijn/ANP/dpa
Die Polizei greift in eine Konfrontation zwischen zwei Eritreergruppen ein. - Foto: Wil Looijestijn/ANP/dpa

Bei einem Treffen von Eritreern im niederlĂ€ndischen Den Haag ist es am Samstagabend zu schweren Ausschreitungen mit sechs verletzten Polizisten und großen SachschĂ€den gekommen. Zwischen AnhĂ€ngern und Gegnern der diktatorischen Regierung des ostafrikanischen Landes eskalierte an einem VeranstaltungsgebĂ€ude die Gewalt, wobei Beamte und Feuerwehrleute mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen wurden, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. 13 MĂ€nner im Alter von 19 bis 36 Jahren wurden demnach festgenommen.

Zwei Polizeiautos und ein Reisebus brannten aus. Weitere Personenwagen wurden schwer beschÀdigt, ebenso das VeranstaltungsgebÀude, in dem eine der Gruppen ein Treffen organisiert hatte. Einigen Teilnehmern wurde den Angaben nach durch die Hitze der BrÀnde in der Veranstaltungshalle schlecht. 

Die Bereitschaftspolizei ging mit TrĂ€nengas gegen GewalttĂ€ter vor. Der BĂŒrgermeister verhĂ€ngte am Ort der Krawalle den Notstand, was der Polizei weiterreichende Befugnisse gab.

«EinsatzkrÀfte schwer angegriffen»

«Wie aus dem Nichts wurden unsere Kollegen mit sehr intensiver und schwerer Gewalt konfrontiert», sagte Polizeikommandantin MariĂ«lle van Vulpen. «Es ist sehr bedauerlich, dass Kollegen verletzt und auch andere EinsatzkrĂ€fte schwer angegriffen wurden, das ist inakzeptabel.» Die Staatsanwaltschaft und das Innenministerium ermitteln zu den Ausschreitungen, die auch von BĂŒrgermeister Jan van Zanen verurteilt wurden.

In letzter Zeit hatte es bereits in Deutschland und anderen LĂ€ndern immer wieder schwere Gewalt bei Treffen von Eritreern gegeben. Dabei trafen UnterstĂŒtzer und Gegner der Regierung in dem Land am Horn von Afrika aufeinander. 

Im vergangenen Sommer wurden im hessischen Gießen 26 Polizisten bei Krawallen auf einem Eritrea-Festival verletzt. Nur wenige Wochen spĂ€ter gab es im schwedischen Stockholm 50 Verletzte bei einem Fest von Eritreern. In Tel Aviv wurden im September Dutzende Menschen verletzt, als ein Protest von Gegnern der eritreischen Regierung gegen eine Veranstaltung in der Botschaft des Landes in Gewalt umschlug.

Eritrea mit seinen rund drei Millionen Einwohnern liegt im Nordosten Afrikas am Roten Meer und ist international weitgehend abgeschottet. Seit einer in einem jahrzehntelangen Krieg erkĂ€mpften UnabhĂ€ngigkeit von Äthiopien vor 30 Jahren regiert PrĂ€sident Isayas Afewerki in einer Ein-Parteien-Diktatur das Land. Parteien sind verboten, die Meinungs- und Pressefreiheit stark eingeschrĂ€nkt. Es gibt weder ein Parlament noch unabhĂ€ngige Gerichte oder zivilgesellschaftliche Organisationen. Zudem herrscht ein strenges Wehrdienst- und Zwangsarbeitssystem, vor dem viele Menschen ins Ausland fliehen.

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