Trump darf sensible Informationen nicht öffentlich machen
12.08.2023 - 00:17:25Die zustĂ€ndige Richterin im Verfahren gegen Donald Trump wegen der Kapitol-Attacke hat den frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Medien zufolge davor gewarnt, Zeugen einzuschĂŒchtern.
«Wenn Ihr Mandant Aussagen im Internet machen will, mĂŒssen diese sich immer dem Schutz und der Sicherheit von Zeugen beugen», sagte Richterin Tanya Chutkan bei einer ersten Anhörung in dem Fall der «Washington Post» zufolge. Wenn das bedeute, dass Trump nicht genau das ĂŒber Zeugen sagen könne, was er wolle, dann sei das so. «Ich warne Sie und Ihren Mandanten, bei Ihren öffentlichen ĂuĂerungen ĂŒber diesen Fall besondere Vorsicht walten zu lassen.»
Richterin erlÀsst Schutzordnung
Bei dem Termin am Freitag in der US-Hauptstadt Washington ging es um die Frage, ob Trump verboten werden soll, bestimmte Beweise, die im Rahmen der strafrechtlichen Ermittlungen gesammelt wurden, öffentlich zu machen. Die Richterin erlieà nach der Anhörung eine sogenannte Schutzordnung, die es Trump untersagt, sensible Informationen in dem Fall öffentlich zu kommunizieren.
Damit gab Chutkan in weiten Teilen einem Antrag der Anklage statt. Sonderermittler Jack Smith hatte zuvor argumentiert, dass Trumps verbale Attacken sich gegen Zeugen, Richter und AnwĂ€lte richten und diese einschĂŒchtern könnten.
«Grenzen fĂŒr die ĂuĂerungen» des Angeklagten
Trump und seine AnwĂ€lte hatten auf die Redefreiheit und den Wahlkampf verwiesen. Der Republikaner will 2024 wieder ins WeiĂe Haus. Die Richterin machte deutlich, dass sie den Wahlkampf aus dem Gerichtssaal heraushalten wolle und Trumps Redefreiheit in einem Strafverfahren bestimmten Regeln unterliege. Es gebe «Grenzen fĂŒr die ĂuĂerungen» des Angeklagten. Trump solle sich im Gerichtssaal verteidigen, nicht im Internet. Der 77-JĂ€hrige war bei dem Termin in Washington selbst nicht anwesend.
Trump ist der erste Ex-PrĂ€sident in der US-Geschichte, der sich wegen mutmaĂlicher Straftaten vor Gericht verantworten muss. Zuletzt ist der Republikaner wegen seiner Versuche angeklagt worden, das Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl 2020 zu kippen. Bei einer Anhörung Ende August soll geklĂ€rt werden, wann der Prozess in diesem Fall beginnen soll.


