Frankreich, Deutschland

Wadephul ringt in G7-Gruppe nach US-Kritik um Zusammenhalt

27.03.2026 - 15:24:42 | dpa.de

Beim Abflug nach Paris hatte US-Außenminister Rubio eine wenig versöhnliche Grußbotschaft an die Partner parat. Der deutsche Außenminister sieht Belastungen mit Washington. Doch er steuert dagegen.

  • Außenminister Johann Wadephul nahm am Treffen der G7-Außenminister in Frankreich teil. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Außenminister Johann Wadephul nahm am Treffen der G7-Außenminister in Frankreich teil. - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Rubio hatte sich vor seinem Abflug noch wenig versöhnlich geäußert. - Bild: Brendan Smialowski/Pool AFP via AP/dpa
    Rubio hatte sich vor seinem Abflug noch wenig versöhnlich geäußert. - Bild: Brendan Smialowski/Pool AFP via AP/dpa
  • Im Gegensatz zu seinen Kollegen kam Rubio erst am zweiten Tag zum G7-Treffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Im Gegensatz zu seinen Kollegen kam Rubio erst am zweiten Tag zum G7-Treffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa
Außenminister Johann Wadephul nahm am Treffen der G7-Außenminister in Frankreich teil. - Bild: Michael Kappeler/dpa Rubio hatte sich vor seinem Abflug noch wenig versöhnlich geäußert. - Bild: Brendan Smialowski/Pool AFP via AP/dpa Im Gegensatz zu seinen Kollegen kam Rubio erst am zweiten Tag zum G7-Treffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa

Nach heftiger US-Kritik an Deutschland und Europa wegen des Iran-Kriegs bemüht sich Außenminister Johann Wadephul, den Ton mit Washington zu entschärfen. Da Iran und Russland auf das Engste zusammenarbeiteten, «müssen wir noch enger zusammenstehen», sagte der CDU-Politiker nach Beratungen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio im Kreis der Außenminister der G7-Runde wirtschaftsstarker Demokratien bei Paris. Zugleich warnte Wadephul davor, dass die Unterstützung für die Ukraine wegen des Iran-Kriegs weiter bröckelt.

Die G7-Runde hatte zuvor im Beisein von Rubio über die weitere Unterstützung der Ukraine gesprochen. Rubio war in der Nacht zum zweiten und letzten Tag des Treffens angereist. Zur «Gruppe der Sieben» gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.

Wadephul: Stimmung wegen Lage ernst

Rubio hatte sich vor seinem Abflug nach Paris hinter die Kritik von US-Präsident Donald Trump gestellt, die Nato-Verbündeten hätten im Krieg mit Iran nicht geholfen, als die USA darum gebeten hätten. Die Bedrohungen der globalen Schifffahrt durch den Iran seien ein Verstoß gegen das Völkerrecht. All jene Länder, denen das Völkerrecht am Herzen liege, sollten etwas dagegen unternehmen.

Wadephul sagte auf die Frage einer Journalistin, ob die US-Kritik die G7-Gespräche belaste: «Die Stimmung ist eine Arbeitsatmosphäre. Sie ist ernst, weil die Lage ernst ist.» Sein Interesse sei es, angesichts des Iran-Kriegs dafür zu sorgen, die gemeinsame Basis zu verbreitern. Dass man es mittlerweile mit zwei Kriegen in der Ukraine und im Iran zu tun habe, sei «natürlich auch ganz automatisch eine Belastungssituation für unsere Wirtschaft, für unsere Gesellschaften, natürlich auch für unseren Zusammenhalt». 

Gespräch von Wadephul mit Rubio am Rande von G7

In einem ersten kurzen Gespräch mit Rubio am Rande der Beratungen habe er verdeutlichen können, dass es «durchaus eine Bereitschaft Deutschlands gibt, nach Ende der Kampfhandlungen auch eine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sicherzustellen», sagte Wadephul. Man werde den Austausch vertiefen.

Trump hatte Deutschland und europäischen Nato-Mitgliedern vorgeworfen, trotz entsprechender Bitten der USA in der für die globale Ölversorgung wichtigen Straße von Hormus untätig geblieben zu sein. Am Vortag hatte der US-Präsident kritisiert, als er die Spitze Deutschlands («the head of Germany») habe sagen hören, dies sei nicht unser Krieg, habe er gesagt, «die Ukraine ist nicht unser Krieg, wir haben geholfen». Die Äußerung sei sehr unangemessen gewesen, fügte er mit Blick auf die deutsche Position hinzu.

Wadephul: Ukraine-Hilfe darf wegen Iran nicht nachlassen

Mit Blick auf die Ukraine warnte der Bundesaußenminister: «Es darf keine Abstriche geben, wenn es um die Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine geht.» Dies würde Kremlchef Wladimir Putin nur in die Hände spielen. «Putin hofft auf zynische Weise, dass die Eskalation im Nahen Osten unsere Aufmerksamkeit von seinen Verbrechen in der Ukraine ablenkt. Dieses Kalkül darf nicht aufgehen», sagte Wadephul.

Der Druck auf Russland müsse hoch bleiben, etwa mit Sanktionen, einem Vorgehen gegen die russische Schattenflotte und Druck auf den russischen Energiesektor. Wadephul nahm dabei auch die USA, die erst kürzlich Sanktionen auf russische Öl-Lieferungen zeitweise gelockert hatten, in die Verantwortung. «Das ist eine Aufgabe aller G7-Partner.»

US-Außenminister Rubio äußerte sich in Vaux-de-Cernay zwar nicht vor der Presse, schrieb auf X aber, er habe bei dem Treffen erneut betont, dass US-Präsident Trump bestrebt sei, schnellstmöglich einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg zu finden.

de | ausland | 69005678 |

Weitere Meldungen

Joschka Fischer sieht die USA auf dem Weg aus der Nato. Und sagt, was Europa aus seiner Sicht in einem solchen Fall tun müsste. Droht wegen Donald Trump ein Bruch der Nato? Der ehemalige Grünen-Außenminister Fischer ist jedenfalls nicht sehr optimistisch. (Ausland, 04.07.2026 - 01:00) weiterlesen...

EZB-Chefin Lagarde schließt vorzeitigen Rücktritt nicht aus. Was sie zu diesem Schritt bewegen könnte. Christine Lagarde hält einen Rücktritt als EZB-Chefin vor Ablauf ihrer Amtszeit für möglich. (Wirtschaft, 03.07.2026 - 12:52) weiterlesen...

Explosion in Monaco: Ukrainerin aus Deutschland verdächtigt. Nun steht fest: Die Behörden verdächtigen keinen Mann, sondern eine Frau. Die Spur führt auch nach Deutschland. Bei einer Explosion in Monaco wurden Anfang der Woche drei Menschen schwer verletzt. (Unterhaltung, 03.07.2026 - 12:38) weiterlesen...

Panzerbauer KNDS legt Börsengang auf Eis. Die Firma nahm einen Börsengang ins Visier. Daraus aber wird vorerst nichts. Ob Radhaubitze Caesar, Panzerhaubitze 2000 oder die Kampfpanzer Leclerc und Leopard: Die Produktpalette von KNDS ist breit. (Wirtschaft, 02.07.2026 - 11:20) weiterlesen...

Panzerbauer KNDS bläst Börsengang ab. Das Unternehmen nennt Marktschwankungen als Grund für die unerwartete Entscheidung. Der geplante Börsengang von Panzerbauer KNDS wird auf Eis gelegt. (Wirtschaft, 02.07.2026 - 07:11) weiterlesen...

Lipowitz will bei der Tour im Schatten von Evenepoel glänzen. Bei der nächsten «Grande Boucle» tritt er gemeinsam mit dem gegensätzlichen Star Evenepoel an. Die Erwartungen sind hoch an Florian Lipowitz nach seinem dritten Tour-Rang im Vorjahr. (Sport, 30.06.2026 - 09:40) weiterlesen...