Toter in Minneapolis nach BeamtenschĂŒssen
24.01.2026 - 19:54:31 | dpa.deIn der US-Stadt Minneapolis ist nach Angaben des Heimatschutzministeriums nach SchĂŒssen durch einen Bundesbeamten eine Person gestorben. Diese sei am Einsatzort fĂŒr tot erklĂ€rt worden, teilte das Ministerium auf X mit. Hingegen sagte der Polizeichef von Minneapolis, dass der Mann wenig spĂ€ter in einem Krankenhaus gestorben sei. Es handele sich um einen 37-jĂ€hrigen weiĂen BĂŒrger von Minneapolis, der vermutlich US-BĂŒrger sei, ergĂ€nzte der Polizeichef. Viele Details des Vorfalls sind noch unklar.Â
Nach Darstellung des Heimatministeriums war der Mann bewaffnet. Bundesbeamte hĂ€tten einen Einsatz gegen einen wegen Körperverletzung gesuchten AuslĂ€nder, der sich illegal in den USA aufhalten soll, durchgefĂŒhrt, als eine Person sich mit einer Halbautomatikpistole genĂ€hert habe, teilte das Ministerium auf X mit. Dazu teilte es ein Foto der mutmaĂlichen Waffe. Die Beamten hĂ€tten versucht, den Mann zu entwaffnen, doch dieser habe Widerstand geleistet. Dann habe ein Beamter die tödlichen SchĂŒsse abgegeben. Der 37-JĂ€hrige war nach örtlichen Polizeiangaben generell berechtigt gewesen, eine Waffe zu tragen.
Bereits Anfang Januar Entsetzen nach tödlichen SchĂŒssen
Schon Anfang Januar hatte ein Beamter der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis eine 37-JĂ€hrige in ihrem Auto erschossen. Der Fall hatte groĂes Entsetzen und Proteste ausgelöst. Die Regierung bezeichnete das Vorgehen als Notwehr, Demokraten und Demonstranten sprachen von ĂŒbermĂ€Ăiger Gewalt und mangelnder Transparenz bei der Aufarbeitung.Â
Erst am Freitag protestierten trotz eisiger Temperaturen Tausende Menschen in Minnesota gegen die umstrittenen EinsĂ€tze der Einwanderungsbehörde. Die Organisatoren des Aktionstages forderten den Abzug der ICE-Beamten aus Minnesota.Â
VerschÀrfte Abschiebepolitik unter Trump
Die ICE-EinsÀtze sind Teil der verschÀrften Abschiebepolitik in der zweiten Amtszeit von US-PrÀsident Donald Trump. Seit Beginn der verstÀrkten EinsÀtze in Minnesota sind nach Angaben der US-Regierung rund 3.000 Menschen festgenommen worden. Mehrere Klagen lokaler Behörden gegen das Vorgehen der Bundesbehörden sind derzeit bei Gerichten anhÀngig.
Gouverneur: «schrecklicher Schussvorfall»
Der Gouverneur des Bundesstaats Minnesota, Tim Walz, schrieb am Samstag auf X, dass es erneut einen schrecklichen Schussvorfall durch einen Bundesbeamten gegeben habe. Er habe mit dem WeiĂen Haus gesprochen, schrieb der Gouverneur. «Minnesota hat es satt. Das ist abscheulich», schrieb Walz weiter. PrĂ€sident Trump mĂŒsse den Einsatz beenden. «Zieht die Tausenden gewalttĂ€tigen, ungeĂŒbten Beamten aus Minnesota ab. Jetzt.»
Videos in den sozialen Netzwerken zum Geschehen
In sozialen Netzwerken kursierten mehrere Videos, die den Vorfall vom Samstagmorgen (Ortszeit) zeigen sollen. Auf einem Video, das die Deutsche Presse-Agentur verifiziert hat, ist zu sehen, wie mehrere Menschen in Einsatzkleidung eine Person zu Boden bringen und versuchen, diese zu fixieren. Dann fallen SchĂŒsse, dem Ton nach mindestens fĂŒnf bis zehn. Es kann sein, dass verschiedene Personen schieĂen. Die Person am Boden ist dann regungslos.
Auf einem weiteren verifizierten Video sind rund zehn SchĂŒsse zu hören, allerdings ist darauf das Geschehen nicht zu sehen. Zur Frage der möglichen Bewaffnung des Mannes kann man anhand dieser Videos keine Aussage treffen.
Am Ort des Vorfalls in Minneapolis versammelten sich binnen kurzer Zeit mindestens 300 Demonstranten, wie die «New York Times» unter Berufung auf Augenzeugen berichtete. Die Beamten hÀtten auch TrÀnengas und Pfefferspray eingesetzt.
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