Biden zu ImmunitÀtsurteil: «GefÀhrlicher PrÀzedenzfall»
02.07.2024 - 03:27:42US-PrĂ€sident Joe Biden hat das Urteil des Obersten Gerichts der USA zur ImmunitĂ€t seines Amtes als «gefĂ€hrlichen PrĂ€zedenzfall» kritisiert. «Die heutige Entscheidung bedeutet mit ziemlicher Sicherheit, dass es praktisch keine Grenzen fĂŒr das Handeln eines PrĂ€sidenten gibt», sagte der Demokrat bei einer kurzfristig anberaumten Ansprache am Montagabend (Ortszeit) im WeiĂen Haus. Jeder PrĂ€sident - einschlieĂlich seines AmtsvorgĂ€ngers und potenziellen Nachfolgers Donald Trump - werde nun die Freiheit haben, das Gesetz zu ignorieren, warnte Biden.Â
Der Supreme Court habe mit seiner Entscheidung ein «grundlegend neues Prinzip» geschaffen: Die Macht des PrĂ€sidentenamtes werde kĂŒnftig nicht mehr durch Gesetze eingeschrĂ€nkt, auch nicht durch das Oberste Gericht. «Die einzigen Grenzen werden vom PrĂ€sidenten selbst gesetzt», warnte Biden.Â
Trump hatte am Montag einen bedeutsamen Sieg vor dem höchsten US-Gericht errungen. Der Supreme Court urteilte, dass ehemalige PrĂ€sidenten hinsichtlich offizieller Handlungen im Amt vor Strafverfolgung geschĂŒtzt sind. Die Verfassung gewĂ€hrt PrĂ€sidenten nicht explizit ImmunitĂ€t, auch nicht wĂ€hrend ihrer Zeit im Amt. Allerdings ist das Justizministerium traditionell der Auffassung, dass PrĂ€sidenten zumindest wĂ€hrend ihrer Zeit im WeiĂen Haus nicht angeklagt werden können.
Gerichtsentscheidung verzögert Prozessbeginn
Mit ihrer Entscheidung haben die Richterinnen und Richter den Beginn des Wahlbetrugsprozesses gegen Donald Trump weiter verzögert. Nun muss eine untere Instanz definieren, fĂŒr welche Handlungen Trumps ImmunitĂ€t gilt. Es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass der Prozess in Washington noch vor der PrĂ€sidentenwahl im November beginnen wird.
Trump ist in der US-Hauptstadt im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug angeklagt. AnhĂ€nger des Republikaners hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. Trump hatte vor dem Sturm auf das Kapitol auf verschiedenen Ebenen versucht, das Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl von 2020 zu kippen und seine damalige Niederlage gegen den Demokraten Biden umzukehren. Auch im Bundesstaat Georgia lĂ€uft ein Verfahren gegen Trump wegen versuchter Wahlmanipulation.
Biden sagte nun in seiner Ansprache, die Menschen in den USA hĂ€tten ein Recht darauf, vor den nahenden PrĂ€sidentenwahlen im November eine Antwort der Gerichte zur Rolle Trumps beim damaligen Sturm auf das Kapitol zu erhalten. Diese Antwort wird es nun aber wohl nicht mehr geben.Â
Biden, der sich nach einem desaströsen Auftritt bei der TV-Debatte in der vergangenen Woche in einer kritischen Phase seines Wahlkampfs befindet, nutzte die Gelegenheit und rief die Menschen zum WÀhlen auf. Fragen zu seiner Kandidatur beantwortete der 81-JÀhrige nicht.
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