Experte nach Flugzeugabsturz: Kaum Zweifel an Abschuss
27.12.2024 - 15:06:14 | dpa.de
Im Fall der abgestĂŒrzten aserbaidschanischen Passagiermaschine sprechen die vorliegenden Bilder und Daten nach Ansicht eines Experten sehr fĂŒr einen Abschuss durch Flugabwehr. Offensichtlich hĂ€tten Geschosse in Form wĂŒrfelförmiger Schrapnelle das Flugzeug durchlöchert, sagte Oberst Markus Reisner, Ukraine-Experte des österreichischen Bundesheers, im ORF-Radio.Â
Es habe sich wohl nicht um einen direkten Treffer, sondern um einen Nahtreffer gehandelt, sagte Reisner. Dabei wird nicht das Ziel selbst getroffen, sondern das Geschoss explodiert in nĂ€chster Umgebung. Reisner ging von einem unabsichtlichen Treffer aus, keinem gezielten Abschuss.Â
Experte: KĂŒrzlich schoss auch US-Flugabwehr eigenen Jet ab
WĂ€hrend eines ukrainischen Drohnenangriffs könne es aufseiten der russischen KrĂ€fte «sehr chaotisch und auch hektisch» zugegangen sein. Möglicherweise habe das Zusammenspiel der diversen Luftverteidigungssysteme nicht perfekt funktioniert. «Ein System war nicht zu 100 Prozent eingebunden», sagte Reisner. Er erinnerte an den kĂŒrzlichen Abschuss eines US-Kampfjets nahe des Jemens durch ein eigenes Kriegsschiff. Hier habe das Lagebild auf «höchstem Niveau» nicht gestimmt.
Andere ErklĂ€rungen fĂŒr den Absturz wie ein technisches Problem oder Vogelschlag hĂ€lt der Experte fĂŒr wenig wahrscheinlich. Die vorliegenden Bilder seien «sehr bestechend».
Ex-General: Abschuss das «wahrscheinlichste Szenario»
Auch andere Experten Ă€uĂerten sich Ă€hnlich und vermuteten einen unabsichtlichen Treffer der Flugabwehr. «Focus Online» etwa zitierte den deutschen Ex-Nato-General Hans-Lothar Domröse dahingehend. «Ich halte einen versehentlichen Abschuss durch eine russische Flugabwehrrakete fĂŒr das wahrscheinlichste Szenario. Möglicherweise kam das Flugzeug dem MilitĂ€r in einer ohnehin angespannten Situation als Gefahr vor», sagte Domröse dem Nachrichtenportal.Â
Das Flugzeug war im Raum Grosny beschĂ€digt worden und in Richtung Kasachstan abgedreht. Beim Landeversuch stĂŒrzte die aserbaidschanische Maschine vom Typ Embraer 190 in der NĂ€he der kasachischen Stadt Aktau an der KĂŒste des Kaspischen Meeres ab. 38 Menschen an Bord wurden getötet, es gab 29 Ăberlebende.
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