Johann Wadephul, Sergej Lawrow

Wadephul trifft Lawrow in New York zum ersten GesprÀch seit 2022

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 16:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen. Es ist das erste bilaterale GesprĂ€ch der Außenminister seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022.

Die ersten direkten GesprÀche seit Jahren: Wadephul hat Lawrow getroffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa
Die ersten direkten GesprÀche seit Jahren: Wadephul hat Lawrow getroffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen.

Erstes Treffen seit Beginn des Krieges

Das GesprĂ€ch fand am Rande der UN-Generaldebatte in einem Besprechungszimmer der russischen Seite im UN-GebĂ€ude statt. Es war das erste bilaterale Treffen der Außenminister Deutschlands und Russlands seit Jahren.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 hatte es auf dieser Ebene keinen direkten Austausch mehr gegeben. Deutsche und russische Regierungsvertreter waren seither zwar bei verschiedenen internationalen Treffen gemeinsam vertreten, ein bilaterales AußenministergesprĂ€ch blieb jedoch aus.

Deutsche Seite bat um den Termin

Die deutsche Seite habe um das Treffen gebeten, zitierte die russische Nachrichtenagentur Tass die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

Wadephul und Lawrow halten sich wegen der Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York auf. Das Treffen findet vor dem Hintergrund anhaltender BemĂŒhungen um ein Ende des Ukraine-Krieges statt.

Inhalte zunÀchst nicht bekannt

ZunĂ€chst war nicht bekannt, welche konkreten Themen die beiden Außenminister besprachen. Angaben zu möglichen Ergebnissen oder weiteren GesprĂ€chen lagen zunĂ€chst ebenfalls nicht vor.

Diplomatischer Kontakt nach langer Unterbrechung

Das Treffen markiert den bislang direkten Austausch auf Außenministerebene zwischen Deutschland und Russland seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Februar 2022. Dass die deutsche Seite um das GesprĂ€ch gebeten hat, verleiht dem Termin zusĂ€tzliches politisches Gewicht: Berlin hĂ€lt damit trotz grundlegender GegensĂ€tze einen unmittelbaren Kommunikationskanal offen.

Der Ort am Rand der UN-Generaldebatte ist dafĂŒr bezeichnend. New York bringt Vertreter miteinander in Kontakt, ohne dass daraus bereits eine bilaterale AnnĂ€herung oder eine Änderung der deutschen UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine folgt. Die Vereinten Nationen bleiben zugleich eines der wenigen Foren, in denen Russland und westliche Staaten regelmĂ€ĂŸig auf hoher Ebene zusammentreffen.

GesprĂ€che im Schatten widersprĂŒchlicher Positionen

Der Austausch fĂ€llt in eine Phase, in der ĂŒber mögliche Wege zu einem Ende des Krieges gesprochen wird, wĂ€hrend Russland seine Angriffe fortsetzt und eine sofortige Waffenruhe ablehnt. Ein GesprĂ€ch zwischen den Außenministern kann deshalb vor allem dazu dienen, Positionen zu ĂŒbermitteln, MissverstĂ€ndnisse zu vermeiden und mögliche weitere Kontakte auszuloten.

FĂŒr die Öffentlichkeit entscheidend wird sein, ob Wadephul und Lawrow konkrete Themen oder nĂ€chste Schritte benennen. Ohne Angaben zu den Inhalten lĂ€sst sich aus dem Treffen allein weder ein Durchbruch in den Verhandlungen noch eine Lockerung des politischen Konflikts ableiten. Seine Bedeutung liegt zunĂ€chst darin, dass nach Jahren wieder ein direkter GesprĂ€chskanal auf dieser Ebene genutzt wurde.

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