Ausland, Russland

Sicherheitsexperte sieht Russland militÀrisch geschwÀcht

07.06.2023 - 21:43:27

Christian Mölling, Sicherheitsexperte der Deutschen Gesellschaft fĂŒr AuswĂ€rtige Politik, sieht in der mutmaßlichen Sprengung des Kachowka-Staudamms in der SĂŒdukraine einen Beleg militĂ€rischer SchwĂ€che Russlands.

"Wir mĂŒssen einfach konstatieren, dass Russland militĂ€risch offensichtlich ĂŒberhaupt gar keine Optionen mehr hat und (...) in die Kiste reingreift, die eigentlich durch das humanitĂ€re Völkerrecht verboten ist", sagte Mölling am Mittwochabend zu "RTL Direkt". Man nehme "offensichtlich erhebliche SchĂ€den in Kauf und hinterlĂ€sst im Grunde genommen verbrannte Erde, um möglicherweise noch kurzfristig einen militĂ€rischen Vorteil zu haben", so der stellvertretende Direktor der Deutschen Gesellschaft fĂŒr AuswĂ€rtige Politik (DGAP).

Dass der Staudamm wegen "MaterialermĂŒdung" gebrochen sei, halte er fĂŒr "relativ unwahrscheinlich", genauso wie ein Motiv Kiews. Auf die Frage, welche Folgen die Überflutung in der Region Cherson auf die ukrainische Gegenoffensive habe, sagte Mölling: "Wir sehen eine Zunahme der militĂ€rischen AktivitĂ€ten der Ukraine. Von daher darf man davon ausgehen, dass das schrittweise weitergehen wird. Aber es wird kein wildes Kampfgeheul geben." Es werde "keine Offensive geben, die morgens um fĂŒnf Uhr mit einem Trompetenstoß beginnt." Den Bruch des Staudamms nannte der Sicherheitsexperte eine "riesige humanitĂ€re und Umweltkatastrophe". Es sei davon auszugehen, dass "das ganze Ausmaß in solcher Dramatik erst in den nĂ€chsten Tagen und Wochen tatsĂ€chlich sichtbar wird", so Mölling weiter.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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