DĂ€nemark, Milliardenfonds

DĂ€nemark richtet Milliardenfonds fĂŒr schnelle AufrĂŒstung ein

19.02.2025 - 16:54:42

DĂ€nemark ist durch die Grönland-Avancen von US-PrĂ€sident Trump unter Druck geraten, nimmt aber in erster Linie eine Bedrohung durch Russland wahr. Nun rĂŒstet der deutsche Nachbar erheblich auf.

Nato-Mitglied DĂ€nemark richtet aus Sorge vor Russland einen milliardenschweren AufrĂŒstungsfonds ein. In diesem und im nĂ€chsten Jahr will Deutschlands nördlichstes Nachbarland mit dem sogenannten Beschleunigungsfonds insgesamt rund 50 zusĂ€tzliche Milliarden Kronen (6,7 Mrd. Euro) in die schnelle Beschaffung von VerteidigungsgĂŒtern stecken, wie die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen bekanntgab.

Die Botschaft an den Chef der dĂ€nischen StreitkrĂ€fte, Michael Hyldgaard, sei: «Kaufen, kaufen, kaufen!», sagte Frederiksen. Das Einzige, was nun zĂ€hle, sei Tempo. Das habe zur Folge, dass man 2025 und 2026 mehr als drei Prozent des dĂ€nischen Bruttoinlandsprodukts fĂŒr die Verteidigung ausgeben werde - das sei das höchste Niveau seit ĂŒber einem halben Jahrhundert, sagte die Regierungschefin.

DĂ€nemark ist zuletzt durch die von US-PrĂ€sident Donald Trump geĂ€ußerten Begehrlichkeiten hinsichtlich einer Kontrolle ĂŒber Grönland unter Druck geraten. Trump behauptete dabei, das Sechs-Millionen-Einwohnerland könne die zum dĂ€nischen Königreich gehörende grĂ¶ĂŸte Insel der Erde niemals alleine verteidigen. Gleichzeitig fordert Trump seit geraumer Zeit, dass die Nato-VerbĂŒndeten seines Landes deutlich mehr Geld in die Verteidigung stecken mĂŒssten.

Bedrohung durch Russland

Der Milliardenfonds wird in Kopenhagen jedoch vielmehr mit der wahrgenommenen Bedrohung durch Russland begrĂŒndet. Nach EinschĂ€tzung des dĂ€nischen Nachrichtendienstes FE könnte Russland im Falle eines Kriegsendes in der Ukraine innerhalb von fĂŒnf Jahren fĂŒr einen großangelegten Krieg in Europa bereit sein, sofern sich die USA nicht an der Seite von Nato-LĂ€ndern daran beteiligen wĂŒrden. 

Konkrete russische PlĂ€ne fĂŒr einen Krieg gegen ein Nato-Land sieht der FE zwar nicht. Frederiksen betonte vor diesem Hintergrund aber, dass man massiv aufrĂŒsten mĂŒsse, um DĂ€nemark zu schĂŒtzen und um einen Krieg zu vermeiden.

@ dpa.de