PrÀsident, Biden

Der tattrige PrĂ€sident? Biden sorgt fĂŒr GesprĂ€chsstoff

14.06.2024 - 15:34:19 | dpa.de

Das Alter von Joe Biden ist ein Dauerthema im US-PrĂ€sidentschaftswahlkampf. Auch am Rande des G7-Gipfels in Italien gibt es Diskussionen ĂŒber seinen Zustand.

  • US-PrĂ€sident Joe Biden beim Gipfeltreffen der G7-Staaten in Bari, Italien. - Foto: Michael Kappeler/dpa
    US-PrÀsident Joe Biden beim Gipfeltreffen der G7-Staaten in Bari, Italien. - Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Justin Trudeau (l-r), Fumio Kishida, Giorgia Meloni, Ursula von der Leyen, Charles Michel, Olaf Scholz, Emmanuel Macron und Joe Biden beobachten Fallschirmspringer am Himmel, beim Gipfeltreffen der G7-Staaten in Borgo Egnazia bei Bari. - Foto: Michael Kappeler/dpa
    Justin Trudeau (l-r), Fumio Kishida, Giorgia Meloni, Ursula von der Leyen, Charles Michel, Olaf Scholz, Emmanuel Macron und Joe Biden beobachten Fallschirmspringer am Himmel, beim Gipfeltreffen der G7-Staaten in Borgo Egnazia bei Bari. - Foto: Michael Kappeler/dpa
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Es ist eine merkwĂŒrdige Szene: Die Staats- und Regierungschefs schauen beim G7-Gipfel in SĂŒditalien einer Show von Fallschirmspringern zu. Sie richten den Blick gen Himmel, US-PrĂ€sident Joe Biden starrt mit offenem Mund nach oben, wischt sich zwischendurch ĂŒber die Lippen. Nach der Landung der Fallschirmspringer geht er ein paar Schritte auf einen von ihnen zu, ganz langsam, streckt ihm den gehobenen Daumen entgegen, bis ihn die Gipfel-Gastgeberin, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni, am Arm berĂŒhrt und ihn zur Gruppe zurĂŒckbittet fĂŒr einen Vortrag zu der PrĂ€sentation.

Der 81-JĂ€hrige hört auch da mit offenem Mund zu, setzt sich in Zeitlupe seine Piloten-Sonnenbrille auf und steht dann stocksteif da, mit baumelnden Armen und ohne Regung, wĂ€hrend die anderen Regierungschefs neben ihm versuchen, wahlweise interessiert oder freundlich zu schauen und Meloni, wie öfter an diesem Tag, ihre sehr lange und sehr weite Hose zurechtzupft. Ja, der PrĂ€sident wirkt nicht gerade kraftvoll in jener Szene. Doch wer den Ă€ltesten US-PrĂ€sidenten aller Zeiten regelmĂ€ĂŸig beobachtet, fĂŒr den ist ein Moment wie dieser alltĂ€glich. Am Rande des G7-Gipfels allerdings sorgt es fĂŒr GesprĂ€chsstoff, wie wackelig sich der mĂ€chtigste Mann der Welt auf der internationalen BĂŒhne prĂ€sentiert. 

Material fĂŒr Trumps Wahlkampfmaschinerie

Großbritanniens Premier Rishi Sunak wird sogar von Journalisten auf die Szene angesprochen und wiegelt ab, Biden sei nur «höflich» gewesen zu den Fallschirmspringern. Da Biden mitten im Wahlkampf fĂŒr eine zweite Amtszeit steckt, stĂŒrzt sich vor allem die Wahlkampfmaschinerie von Bidens Herausforderer Donald Trump auf Szenen wie diese. 

«Bidens kognitiver Verfall wird beim G7-Gipfel deutlich sichtbar», wettert Trumps Wahlkampfteam ĂŒber die Fallschirm-Szene. «Man sah Biden in die Ferne starren und wie ein hirntoter Zombie umherwandern.» Meloni habe ihn quasi wieder einfangen mĂŒssen. Die Gegner der USA sĂ€hen das mit großer Freude. 

WahlkĂ€mpfer der Republikanischen Partei sezieren jede Äußerung, jeden Schritt des Amtsinhabers, um ihn als senilen Greis darzustellen, der kurz vor dem Kollaps stehe und nicht imstande sei, einen geraden Satz zu sagen - geschweige denn, das Land zu fĂŒhren. Schon bei Bidens erstem Stopp in Europa, bei seinem Besuch in Frankreich, verbreitete Trumps Wahlkampfteam diverse Videoclips, um Biden besonders alt aussehen zu lassen - alles jedoch verzerrt, gekĂŒrzt und so geschnitten, dass es aus dem Kontext gerissen war und an der RealitĂ€t vorbeiging. 

StÀndige Patzer

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich der siebenfache Großvater Biden tĂ€glich Patzer leistet und nicht sonderlich agil daherkommt. Sein Gang ist steif - das bestĂ€tigt selbst der Leibarzt des PrĂ€sidenten in jedem veröffentlichten Gesundheitscheck. Der Demokrat bewegt sich nur langsam, nimmt Treppenstufen mit Vorsicht in Angriff. Nahezu bei jedem Auftritt verspricht er sich, bringt SĂ€tze nicht zu Ende oder stolpert ĂŒber komplizierte Wörter - und das nicht nur deshalb, weil er mit einem Stotter-Problem aufwuchs. 

Biden verwechselt immer wieder Namen oder NationalitĂ€ten auslĂ€ndischer Staats- und Regierungschefs. Frankreichs PrĂ€sidenten Emmanuel Macron etwa machte Biden jĂŒngst zu dessen VorgĂ€nger, François Mitterrand. Als die Amerikaner im FrĂŒhling Lebensmittellieferungen aus der Luft fĂŒr den Gazastreifen starteten, verkĂŒndete Biden versehentlich im Weißen Haus, die Essenspakete wĂŒrden ĂŒber der Ukraine abgeworfen. 

Das Amt des US-PrĂ€sidenten gilt als einer der hĂ€rtesten Jobs der Welt. Biden macht ihn in einem Alter, in dem andere schon viele Jahre in Rente sind. Der Wahlkampf kommt nun noch hinzu. Rund um den G7-Gipfel jettet Biden innerhalb von zwei Wochen zweimal zwischen den USA und Europa hin und her. Und vom Gipfel in Italien aus fliegt der Demokrat gleich weiter nach Los Angeles an die US-WestkĂŒste, um dort Wahlkampf zu machen. So was kann selbst Menschen schlauchen, die halb so alt sind wie Biden. 

GeschwÀnztes Dinner

Beim G7-Treffen schwÀnzte der US-PrÀsident am Donnerstagabend das festliche Abendessen. Auch das wurde aufmerksam zur Kenntnis genommen und in italienischen Medien vorschnell als Zeichen Bidens «Erschöpfung» gewertet. Der Demokrat war um die Zeit aber noch am Arbeiten und trat parallel mit dem ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj auf. Auch dort verzettelte sich Biden bei seinen Statements allerdings mehrfach. 

In knapp zwei Wochen steht Biden eine echte BewĂ€hrungsprobe bevor: das erste TV-Duell gegen Trump. 90 Minuten Live-Debatte im Fernsehen gegen einen unberechenbaren Gegner, der zwar auch Senior ist und selbst stĂ€ndig peinliche Fehler macht, aber gleichzeitig ein Meister der Show ist. Trump wurde ausgerechnet heute 78. Biden bestellte seinem Gegner trotz des erbitterten Wahlkampfes und der stĂ€ndigen Attacken GeburtstagsgrĂŒĂŸe. «Herzlichen 78. Geburtstag, Donald», schrieb der Demokrat auf der Plattform X. «Lass es dir von einem alten Typen zum anderen sagen: Alter ist nur eine Zahl.»

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