International, USA

UN: Behandlung von Guantánamo-Insassen weiterhin «grausam»

27.06.2023 - 01:51:48 | dpa.de

Das Gefangenlager wurde einst errichtet, um mutmaßliche Terroristen ohne Prozess festhalten zu können - und besteht bis heute. Das Leid der Häftlinge sei «tief und anhaltend», heißt es von den UN.

Mehr als zwei Jahrzehnte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 befinden sich noch 34 Häftlinge in Guantánamo (Archivbild vom 18.01.2002). - Foto: Shane T. McCoy/epa/dpa

Die Behandlung der verbliebenen Insassen im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba ist nach Einschätzung einer UN-Sonderberichterstatterin nach wie vor «grausam, unmenschlich und herabwürdigend».

«Ich habe beobachtet, dass nach zwei Jahrzehnten der Haft das Leid der Inhaftierten tief und anhaltend ist», sagte Fionnuala Ni Aolain, Sonderberichterstatterin der UN für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten bei der Terrorismusbekämpfung. Sie äußerte sich gestern bei der Vorstellung ihres Berichts vor Journalisten in New York und forderte, das berüchtigte Lager zu schließen.

Zuvor hatte Ni Aolain als erste UN-Sonderberichterstatterin das Gefangenenlager besucht, mit offizieller Genehmigung der USA. Sie bedankte sich bei den Vereinigten Staaten für die Erlaubnis und betonte, sie habe vollständigen Zugang bekommen. Sie habe auch «bedeutende Verbesserungen» im Vergleich zu früheren Zustandsberichten bekommen.

Im Februar hatte das US-Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass mehr als zwei Jahrzehnte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 noch 34 Häftlinge in dem Gefangenenlager auf Kuba untergebracht sind. Es war nach den Terroranschlägen während der Regierungszeit des damaligen republikanischen Präsidenten George W. Bush errichtet worden, um mutmaßliche islamistische Terroristen ohne Prozess festzuhalten.

Im dem Lager, das sich im US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay befindet, waren zeitweise fast 800 Menschen inhaftiert. Menschenrechtsorganisationen verlangen seit langem die Schließung - nach der Vorstellung des UN-Berichts bekräftigte Amnesty International diese Forderung.

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