Merz, Macron und Tusk stĂ€rken Moldaus Regierung den RĂŒcken
27.08.2025 - 17:03:23Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron und der polnische MinisterprĂ€sident Donald Tusk haben der proeuropĂ€ischen Regierung in der Republik Moldau mit einem gemeinsamen Besuch in der Hauptstadt Chisinau demonstrativ den RĂŒcken gestĂ€rkt. Sie sicherten dem kleinen an die Ukraine grenzenden Land UnterstĂŒtzung auf dem Weg in die EuropĂ€ische Union und bei der Abwehr russischer Destabilisierungsversuche zu. In einem Monat wird dort gewĂ€hlt. Prorussische Parteien wollen die Regierung ablösen.
Merz: In der EU «von ganzem Herzen willkommen»
Die drei prominenten Besucher aus der EU wurden bei dem Besuch mit hoher Symbolkraft von PrĂ€sidentin Maia Sandu in Chisinau empfangen. «Die TĂŒr in die EuropĂ€ische Union ist offen», sagte Kanzler Merz. «Sie sind uns in der EuropĂ€ischen Union von ganzem Herzen willkommen.» Moldau sei geografisch und historisch Teil Europas, sagte der CDU-Vorsitzende. Er wĂŒrdigte die «entschlossenen und erfolgreichen» Reformen, die Moldau auf dem Weg in die EuropĂ€ische Union bereits auf den Weg gebracht habe.Â
Kanzler ĂŒber Putin: «Auch Moldau will er zurĂŒckholen»
Dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin warf Merz hybride Attacken auf das Land vor, mit denen er die Demokratie des Landes schwĂ€chen wolle. «Auch Moldau will er zurĂŒckholen in die russische EinflusssphĂ€re.» Der moldauischen Regierung versprach der Kanzler: «Wir stehen Ihnen bei, Ihre Freiheit und Ihre SouverĂ€nitĂ€t zu bewahren.»
Macron ermutigt zu weitere Reformen
Der französische PrĂ€sident Macron ermutigte Moldau zu weiteren Reformen. «Ich sehe, dass die BĂŒrger Moldaus sehr wohl verstanden haben, dass der Beitritt zur EuropĂ€ischen Union eine historische Chance fĂŒr die Zukunft ihres Landes darstellt, eine Chance fĂŒr Wohlstand und Sicherheit.»Â
Tusk betonte, ein EU-Beitritt Moldaus liege im Interesse ganz Europas. «In dieser gemeinsamen Anstrengung tut niemand jemand anderem einen Gefallen oder erweist ihm eine Höflichkeit», sagte er. Europa werde mit Moldau stÀrker sein. «Es gibt keine sichere EU, kein sicheres Polen, Frankreich und Deutschland ohne ein unabhÀngiges Moldau.»
Moldaus PrĂ€sidentin hĂ€lt EU-Beitritt fĂŒr alternativlos
Moldaus PrĂ€sidentin Sandu betonte, dass es keine Alternative fĂŒr ihr Land zu Europa gebe. Gerade der russische Krieg gegen die Ukraine zeige, dass Europa Freiheit bedeute. Die proeuropĂ€ische PrĂ€sidentin warnte vor versuchter russischer Einflussnahme auf die kommende Parlamentswahl am 28. September. Es gebe Desinformationskampagnen und bezahlte Proteste, sagte Sandu.
Besuch am UnabhÀngigkeitstag
Merz, Macron und Tusk besuchten Moldau am 34. Jahrestag der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung der frĂŒheren Sowjetrepublik mit ihren heute 2,6 Millionen Einwohnern. Am Abend wollen sie auf dem zentralen Platz der Stadt bei einer Kundgebung reden.Â
Das Land, das zu den Ă€rmsten Europas zĂ€hlt, ist zwischen proeuropĂ€ischen und prorussischen KrĂ€ften gespalten. In der abtrĂŒnnigen Region Transnistrien, einem schmalen Landstreifen im Osten der Republik, sind seit den 1990er Jahren russische Soldaten stationiert.Â
Vier russlandorientierte Oppositionsparteien
Die Regierung in Chisinau wirft Russland gezielte Desinformations- und Destabilisierungskampagnen vor. FĂŒr die Parlamentswahl haben vier russlandorientierte Oppositionsparteien die GrĂŒndung eines Wahlblocks angekĂŒndigt. 2021 hatte die EU-orientierte PAS von PrĂ€sidentin Sandu 63 der 101 Sitze im Parlament erlangt. Der Regierungspartei droht angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation nun aber der Verlust ihrer Mehrheit.


