Balkan-Reise, Verteidigungsminister

Balkan-Reise: Verteidigungsminister Pistorius im Kosovo

05.02.2024 - 10:27:07 | dpa.de

Das Kosovo kommt nicht zur Ruhe. Ungelöst ist der Konflikt zwischen Serben und Albanern. Vor einer Entsendung weiterer Soldaten besucht der Verteidigungsminister Pistorius die Region.

  • Will mit Regierung und Soldaten sprechen: Boris Pistorius. (Archivbild) - Foto: Britta Pedersen/dpa
  • Boris Pistorius wird von Vjosa Osmani, PrĂ€sidentin der Republik Kosovo, begrĂŒĂŸt. - Foto: Soeren Stache/dpa
Will mit Regierung und Soldaten sprechen: Boris Pistorius. (Archivbild) - Foto: Britta Pedersen/dpa Boris Pistorius wird von Vjosa Osmani, PrĂ€sidentin der Republik Kosovo, begrĂŒĂŸt. - Foto: Soeren Stache/dpa

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat eine mehrtĂ€gige Balkan-Reise begonnen. Der SPD-Politiker landete in Pristina, wo er GesprĂ€che mit Regierungsvertretern sowie deutschen Soldaten der Nato-Schutztruppe KFOR fĂŒhren wollte. Vor dem Hintergrund einer verschlechterten Sicherheitslage im Kosovo wird die Bundeswehr ihr Engagement in der KFOR verstĂ€rken.

Bei KFOR und beim Nato-Beraterteam (Nalt) waren zum Jahreswechsel etwa 70 MĂ€nner und Frauen der Bundeswehr im Einsatz. Von April an soll eine Kompanie der Bundeswehr mit etwa 150 zusĂ€tzlichen Soldaten fĂŒr ein Jahr im Kosovo eingesetzt werden.

Deutschland liegt mit PlĂ€nen fĂŒr die Entsendung zusĂ€tzlicher Soldaten im Zeitplan. «Die Ausbildung ist in vollem Gang, sodass wir planmĂ€ĂŸig einsatzfĂ€hig sein werden», sagte Pistorius. Er rief Serben und Albaner nach den jĂŒngsten Spannungen auf, den Fortschritt auf dem Weg in die EuropĂ€ische Union in Verhandlungen zu suchen.

«Das Gebot der Stunde ist Dialog und Deeskalation. Der Bundeskanzler hat sehr deutlich unterstrichen, dass die Zukunft des Westbalkan in der EuropÀischen Union liegt. Und das muss der Weg sein», sagte Pistorius. «Niemand kann und darf in dieser Situation ein Interesse haben an einer VerschÀrfung der Lage.»

«KFOR-Einsatz war, ist und bleibt unverzichtbar»

Der Befehlshaber des EinsatzfĂŒhrungskommandos, Generalleutnant Bernd SchĂŒtt, hatte im Januar bei einer KommandoĂŒbergabe in Pristina gesagt: «Der KFOR-Einsatz war, ist und bleibt fĂŒr den Erhalt der StabilitĂ€t in dieser Region unverzichtbar.» Die Beteiligung an der Mission betreffe auch deutsche Sicherheitsinteressen unmittelbar.

Nach einem bewaffneten Aufstand der Kosovo-Albaner und einer Nato-Intervention gegen Serbien 1999 hatte die UN-Administration Unmik das Land verwaltet. Die KFOR wurde 1999 von den UN damit beauftragt, fĂŒr die Sicherheit im Kosovo zu sorgen und hat noch immer mehrere Tausend Soldaten dort stationiert.

Das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich 2008 fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rt. Mehr als 100 LĂ€nder, darunter auch Deutschland, erkennen die UnabhĂ€ngigkeit an, nicht aber Serbien, das seine einstige Provinz zurĂŒckfordert.

Andauernde Spannungen erreichten im September vergangenen Jahres einen Höhepunkt: Ein 30-köpfiger, schwer bewaffneter serbischer Kommandotrupp lieferte sich in der Ortschaft Banjska bei Mitrovica im Nordkosovo KÀmpfe mit der kosovarischen Polizei. Dabei wurden drei serbische Angreifer sowie ein kosovarischer Polizist getötet. Am Wochenende kritisierte die EU EinsÀtze der Kosovo-Spezialpolizei gegen Einrichtungen von Serben.

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