Russland, Ukraine

Selenskyj bringt Verteidiger des Azovstal-Werks zurück

08.07.2023 - 21:03:52 | dpa.de

Das Stahlwerk Azovstal war im russischen Angriffskrieg heftig umkämpft. Einige Kommandeure schob Russland nach der Eroberung in die Türkei ab. Nun bringt der ukrainische Präsident sie nach Hause zurück.

Recep Tayyip Erdogan (hinten), Präsident der Türkei, kommt mit Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, zu einer Pressekonferenz nach ihrem Treffen in Istanbul zusammen. - Foto: Francisco Seco/AP/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben mehrere an der Verteidigung des Stahlwerks Azovstal in Mariupol beteiligte hochrangige Offiziere aus der Türkei heimgebracht. «Nach Hause», unterschrieb Selenskyj am Samstag ein Foto auf seinem Telegram-Kanal, das ihn im Flugzeug zusammen mit drei Kommandeuren des Regiments «Asow», dem Chef der Marineinfanteriebrigade 36, Serhij Wolynsk und dem Kommandeur der 12. Brigade der Nationalgarde, Denys Schlehu, zeigt. Die Männer waren nach der Eroberung von Azovstal in russische Gefangenschaft geraten, wurden dann aber an die Türkei ausgeliefert.

Sie seien nun «nach Verhandlungen mit der türkischen Seite» wieder in ihre Heimat zurückgebracht worden, heißt es auf der Seite der ukrainischen Präsidialadministration. Selenskyj habe sie am Flughafen von Istanbul getroffen und zu ihrer Rückkehr beglückwünscht.

Epizentrum der Kämpfe

Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurde die Hafenstadt Mariupol zum Epizentrum erbitterter Kämpfe. Mehrere Monate dauerten die Gefechte um die von russischen Truppen eingeschlossene Stadt. Am Ende hatten sich noch mehrere tausend ukrainische Soldaten, darunter auch Kämpfer des nationalistischen Asow-Regiments im Stahlwerk Azovstal verschanzt. Erst im Mai ergaben sich die letzten Verteidiger.

Russland wollte eigentlich den ukrainischen Kämpfern den Prozess machen. Gerade das nationalistische Asow-Regiment diente Moskau immer wieder als Rechtfertigung für den bereits mehr als 16 Monaten dauernden Angriffskrieg und für die Behauptung, die Ukraine angeblich von «Faschisten» zu «befreien». Trotzdem schob sie später mehrere Kommandeure des Regiments in die Türkei ab.

Kremlsprecher Dmitri Peskow kritisierte die Rückholung der ukrainischen Soldaten als «direkten Verstoß gegen bestehende Vereinbarungen» sowohl von türkischer als auch von ukrainischer Seite. Die Befreiung der Asow-Kommandeure aus russischer Gefangenschaft sei an die Bedingung ihres Verbleibs in der Türkei bis Kriegsende geknüpft gewesen, sagte er. Offenbar habe die Nato großen Druck auf Ankara ausgeübt, damit Selenskyj vor dem Nato-Gipfel und angesichts der «Niederlagen bei der Gegenoffensive» einen Erfolg vorweisen könne, spekulierte der Kremlsprecher.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
ausland | 63837985 |

Weitere Meldungen

Ermittler untersuchen Absturz von Militärflieger auf Krim. Nun ist dort ein Militärflugzeug abgestützt - mit 30 Menschen an Bord. Ermittler untersuchen den Fall. Russlands Militär nutzt die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim für Angriffe auf die Ukraine. (Ausland, 01.04.2026 - 09:57) weiterlesen...

29 Tote bei Absturz von russischem Flugzeug über der Krim. Der Kontakt bricht ab. Moskau spricht von Todesopfern. Ein Militärflugzeug fliegt über die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim. (Ausland, 01.04.2026 - 01:29) weiterlesen...

Kallas will kreativ gegen russische Schattenflotte vorgehen Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will den Druck auf Russland durch ein intensiveres Vorgehen gegen die russische Schattenflotte weiter erhöhen. (Sonstige, 31.03.2026 - 20:41) weiterlesen...

Anschlag auf Russisches Haus in Prag – Verdächtiger gesteht. Wenige Tage später stellt sich der mutmaßliche Täter selbst. Wie Moskau auf den Fall reagiert. Molotow-Cocktails werden gegen das russische Kulturzentrum in Prag geschleudert. (Ausland, 31.03.2026 - 15:32) weiterlesen...

Jahrestag von Butscha – EU-Außenminister zeigen Solidarität. Europäische Spitzenpolitiker reisen für ein anderes Zeichen an. Bringen aber nicht viel Konkretes mit. Die Kleinstadt Butscha bei Kiew wurde zu Kriegsbeginn Symbol für russische Verbrechen. (Ausland, 31.03.2026 - 15:15) weiterlesen...

Kallas will neue Russland-Sanktionen mit den USA. Die EU-Chefdiplomatin zieht daraus Lehren für die aktuellen Verhandlungen zum russischen Angriffskrieg. Vier Jahre liegt das Massaker an ukrainischen Zivilisten in Butscha zurück. (Ausland, 31.03.2026 - 11:58) weiterlesen...