USA, Russland

Neuer Gipfel zur Ukraine kurz nach Jahresbeginn geplant

31.12.2025 - 04:45:05 | dpa.de

Das Tempo der Verhandlungen ĂŒber ein Ende des Kriegs in der Ukraine zieht an. Nach dem Treffen von Trump mit Selenskyj soll nĂ€chste Woche wieder getagt werden. Die KĂ€mpfe gehen derweil weiter.

Trump und Selenskyj haben sich erst am Sonntag in Florida getroffen und sollen nach Angaben aus Kiew nun bei einem Gipfel in Paris erneut miteinander reden. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Die Verhandlungen zur Beendigung des von Russland begonnenen Kriegs in der Ukraine gehen nach Angaben aus Kiew mit einem Gipfel Anfang Januar in die nÀchste Runde. Geplant sei zunÀchst ein Treffen der nationalen Sicherheitsberater aus der «Koalition der Willigen» am 3. Januar in der Ukraine, schrieb der PrÀsident des Landes, Wolodymyr Selenskyj, bei Telegram. Kurz darauf, am 6. Januar, sei dann ein weiteres Treffen auf der Ebene der Staatschefs geplant. 

«Wir sind dem Team von PrĂ€sident Trump fĂŒr die Bereitschaft dankbar, an beiden Formaten teilzunehmen», fĂŒgte er mit Blick auf US-PrĂ€sident Donald Trump hinzu. Als «Koalition der Willigen» verstehen sich westliche LĂ€nder, die die Ukraine auch militĂ€risch unterstĂŒtzen.

Russland nimmt erneut ukrainische Region Odessa ins Visier

Derweil griff die russische Armee in der Nacht zu Mittwoch nach ukrainischen Angaben die Region Odessa am Schwarzen Meer erneut mit zahlreichen Drohnen an. Es seien in der Hafenstadt Odessa zwei mehrstöckige WohngebÀude und die Infrastruktur getroffen und beschÀdigt worden, sechs Menschen, unter ihnen drei Kinder im Alter von 7 Monaten, 8 und 14 Jahren, seien verletzt worden, schrieb der Chef der MilitÀrverwaltung der Stadt Odessa, Serhij Lyssak, auf Telegram laut ukrainischen Medien. Mehrere Wohnungen gerieten in Brand.

In einigen Stadtteilen Odessas fielen die Strom-, Wasser- und die WĂ€rmeversorgung aus, wie Lyssak sagte. Der regionale MilitĂ€rverwalter Oleh Kiper berichtete auf Telegram ebenfalls, die Region Odessa werde massiv mit Drohnen angegriffen. Ziel sei erneut die zivile Energie- und Stromversorgung. Die russische Armee beschießt seit Wochen Odessa und das Umland mit Raketen und Drohnen und zielt dabei auf Energieanlagen, Industrie und die HĂ€fen.

Russische Ölraffinerie angegriffen

Die Ukraine griff derweil Medienberichten zufolge Öl-Anlagen in Russland an. In der sĂŒdrussischen Region Krasnodar sei in der Ölraffinerie im Hafen Tuapse am Schwarzen Meer ein Brand ausgebrochen, teilte der operative Stab des Gebiets mit. Das Feuer sei gelöscht worden. Bei dem Drohnenangriff seien zwei Menschen verletzt worden. SchĂ€den gebe es auch an einer der Anlegestellen des Hafens und an fĂŒnf HĂ€usern sowie an einer Gasleitung, hieß es in der Mitteilung. 

Die ukrainischen StreitkrĂ€fte greifen seit Monaten die zur Finanzierung des Kriegs wichtige Ölindustrie Russlands an. Die SchĂ€den stehen aber keinem Vergleich zum Ausmaß der Zerstörungen und der Anzahl der Opfer, die russische Angriffe in der Ukraine fordern.

Viel Optimismus, wenig greifbare Fortschritte

Erst am Wochenende hatte Trump Selenskyj in Florida zu GesprĂ€chen ĂŒber ein Kriegsende empfangen. Obwohl sich beide Seiten anschließend optimistisch zum Fortgang der Verhandlungen gaben, wurden keine konkreten Fortschritte bekannt.

Selenskyj sprach zwar zunĂ€chst davon, dass nun Einigkeit ĂŒber die US-Sicherheitsgarantien fĂŒr sein Land nach Ende des Kriegs herrsche. Doch spĂ€ter rĂ€umte er ein, dass noch ĂŒber die Laufzeit dieser Garantien verhandelt werde. Die USA hĂ€tten 15 Jahre vorgeschlagen, die Ukraine bitte um bis zu 50 Jahre.

Russland will Position ĂŒberdenken

Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hat vor fast vier Jahren den Krieg gegen die Ukraine befohlen. Obwohl auch Moskau zuletzt Fortschritte in den Verhandlungen sah, hat der Kreml nun seine Tonlage wieder verschĂ€rft: Wegen angeblicher Angriffe auf eine der Residenzen von Putin drohte Russland damit, in den Verhandlungen kĂŒnftig eine hĂ€rtere Position einzunehmen. Nach außen hin hat Russland dabei schon jetzt keine wesentlichen EingestĂ€ndnisse gemacht und beharrt weiterhin darauf, dass die Ukraine auf eigene Territorien und den Nato-Beitritt verzichtet.

Selenskyj hatte den vom Kreml beklagten Angriff auf die Residenz im nordrussischen Waldai am Dienstag bei einem Chat mit Journalisten erneut bestritten. Klar ist aber, dass beide Seiten das Hinterland des Nachbarn seit langem aus der Luft angreifen. Die Ukraine nutzt dazu fast ausschließlich Drohnen, Russland zusĂ€tzlich ballistische Raketen und Marschflugkörper.

Großer Stromausfall im Gebiet Moskau nach Drohnenangriff

Im Umland der russischen Hauptstadt Moskau ist nach einem Feuer in einem Umspannwerk die Stromversorgung fĂŒr mehr als 100.000 Menschen ausgefallen. Einer Mitteilung der Stadtverwaltung von Ramenskoje zufolge ist die Ursache ein Kabelbrand. Allerdings wurde gleichzeitig in der Region ein grĂ¶ĂŸerer ukrainischer Drohnenangriff gemeldet. 

Betroffen von dem Stromausfall sind auch Bewohner der StĂ€dte Schukowski und Lytkarino. Ramenskoje und Schukowski sind GroßstĂ€dte, in Lytkarino leben mehr als 60.000 Menschen. Die genaue Anzahl der Betroffenen ist nicht bekannt. Die Behörden versprachen die schnelle Behebung der SchĂ€den.

Flugverkehr zeitweise eingestellt

Das russische MilitĂ€r meldete am Abend den Abschuss von mehr als 100 ukrainischen Drohnen innerhalb von vier Stunden. Der Großteil davon sei in der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine abgefangen worden, aber acht Drohnen auch ĂŒber dem Moskauer Umland. Drei davon seien Richtung Hauptstadt unterwegs gewesen, teilte das MilitĂ€r mit. 

Der Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow, schrieb in seinem Telegramkanal von 21 abgeschossenen Drohnen in der Region. Seinen Angaben nach gab es aber auch mindestens einen Verletzten. Ein 57-jĂ€hriger Mann sei mit Splitterverletzungen am RĂŒcken und Arm ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wegen der Drohnenangriffe mussten auch die Moskauer FlughĂ€fen am Abend mehrfach stundenlang den Betrieb einstellen.

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