Trump-AnklÀgerin, Willis

Trump-AnklĂ€gerin Willis verteidigt sich gegen VorwĂŒrfe

16.02.2024 - 03:05:55

Das Trump-Verfahren im US-Bundesstaat Georgia wird zunehmend zur Schlammschlacht. Nun wurde die zustĂ€ndige StaatsanwĂ€ltin zu ihrem Privatleben befragt - mit Live-Übertragung aus dem Gerichtssaal.

Die zustĂ€ndige BezirksstaatsanwĂ€ltin im Verfahren gegen Ex-PrĂ€sident Donald Trump im US-Bundesstaat Georgia, Fani Willis, hat sich gegen VorwĂŒrfe des Fehlverhaltens im Amt verteidigt. Bei einem Gerichtstermin in Atlanta stellte sie sich den Fragen der Gegenseite - ursprĂŒnglich hatte sie versucht, diesen Auftritt im Zeugenstand zu vermeiden. Willis leitet das Verfahren, in dem Trump und weiteren Beschuldigten der Versuch vorgeworfen wird, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl 2020 in Georgia umzukehren. 

Die AnwĂ€lte Trumps sowie die eines Mitangeklagten geben an, Willis und ihr Kollege, Staatsanwalt Nathan Wade, seien wegen einer romantischen Beziehung in einen Interessenkonflikt geraten. Ein Vorwurf lautet, Willis habe wegen der Beziehung unrechtmĂ€ĂŸig finanziell profitiert. Eine persönliche Beziehung zu Wade hatte Willis schon an frĂŒherer Stelle eingerĂ€umt, aber betont, dass es keinen Interessenkonflikt gebe, der es rechtfertigen wĂŒrde, sie von dem Fall abzuziehen.

Anhörung wurde live bei YouTube ĂŒbertragen

Die Anhörung wurde unter anderem bei YouTube und dem US-Sender CNN live ĂŒbertragen - das ist in den USA nicht unĂŒblich. Weniger ĂŒblich war der Einblick in das Privatleben der Trump-AnklĂ€gerin. Die BezirksstaatsanwĂ€ltin war merkbar wĂŒtend und warf der Gegenseite an mehreren Stellen vor, zu lĂŒgen oder Gegebenheiten falsch darzustellen. 

Die AnwÀlte der Gegenseite legten unter anderem einen Fokus auf die Frage, wann genau die Beziehung begann und endete. Willis hatte Wade im November 2021 eingestellt, um mit an dem Fall zu arbeiten. Anklage erhoben wurde im August 2023. Wade und Willis sagten beide aus, ihre romantische Beziehung habe erst 2022 begonnen und im Sommer 2023 geendet. Die Aussage einer weiteren Zeugin stellt diese Zeitleiste jedoch infrage.

Sollte Willis tatsĂ€chlich disqualifiziert werden, könnte das den Fall maßgeblich beeinflussen. Ihre Nachfolge könnte erneut darĂŒber entscheiden, ob das Verfahren gegen Trump und die verbleibenden 14 Angeklagten fortgesetzt werden soll. Vier der ehemaligen WeggefĂ€hrten des republikanischen PrĂ€sidentschaftsbewerbers sind bereits eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft eingegangen und haben sich schuldig bekannt.

@ dpa.de