Syrien, USA

Vergeltung der USA: Massive Angriffe auf IS-Ziele in Syrien

20.12.2025 - 04:17:27 | dpa.de

Das US-MilitÀr greift in Syrien Dutzende Ziele der Terrormiliz Islamischer Staat an. Hintergrund ist die Tötung dreier Amerikaner vergangene Woche. Es fallen die Worte «Rache» und «Vergeltung».

  • US-Verteidigungsminister Pete Hegseth droht den Terroristen des sogenannten Islamischen Staats. (Archivbild) - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    US-Verteidigungsminister Pete Hegseth droht den Terroristen des sogenannten Islamischen Staats. (Archivbild) - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Das US-MilitĂ€r hat nach eigenen Angaben in Syrien mehr als 70 IS-Ziele angegriffen.  - Foto: Uncredited/U.S. Air Force via DVIDS/AP/dpa
    Das US-MilitÀr hat nach eigenen Angaben in Syrien mehr als 70 IS-Ziele angegriffen. - Foto: Uncredited/U.S. Air Force via DVIDS/AP/dpa
  • In Syrien ist immer noch ein relativ kleines Kontingent des US-MilitĂ€rs stationiert. (Archivbild) - Foto: Darko Bandic/AP/dpa
    In Syrien ist immer noch ein relativ kleines Kontingent des US-MilitÀrs stationiert. (Archivbild) - Foto: Darko Bandic/AP/dpa
'.$caption.' '.$caption.' '.$caption.'

Rund eine Woche nach einem tödlichen Angriff auf US-Soldaten in Syrien hat das MilitĂ€r massive VergeltungsschlĂ€ge gegen Ziele der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begonnen. Mit Kampfflugzeugen, Kampfhubschraubern und Artillerie griffen die StreitkrĂ€fte mehr als 70 Ziele an, darunter Waffenlager und Infrastruktur der Terroristen, wie das fĂŒr den Nahen Osten zustĂ€ndige Regionalkommando des US-MilitĂ€rs (Centcom) erklĂ€rte. 

Der Einsatz gegen die IS-Ziele in Syrien sei nicht der Beginn eines Kriegs, sondern Ausdruck der «Rache» der Vereinigten Staaten, schrieb Verteidigungsminister Pete Hegseth auf der Plattform X. «Heute haben wir unsere Feinde gejagt und getötet. Viele von ihnen. Und wir werden damit fortfahren», schrieb Hegseth, den die US-Regierung als Kriegsminister bezeichnet. Das MilitĂ€r machte zunĂ€chst keine Angaben zu möglichen Verletzten oder Todesopfern bei der jĂŒngsten Angriffswelle. 

Bei einem Angriff am 13. Dezember in der Stadt Palmyra waren zwei US-Soldaten und ein US-Dolmetscher getötet sowie drei Soldaten verletzt worden. Die USA machen den IS dafĂŒr verantwortlich. US-PrĂ€sident Donald Trump kĂŒndigte daraufhin einen Vergeltungsschlag gegen die Terrormiliz an. Diese hat sich bisher nicht zu dem Angriff bekannt. 

Luftangriffe des US-MilitÀrs

Das US-MilitĂ€r nennt den neuen Einsatz gegen den IS «Hawkeye Strike». Der Name sollte vermutlich die jĂŒngst getöteten US-Soldaten ehren: Sie stammten aus dem Bundesstaat Iowa, dessen Spitzname «Hawkeye State» ist.

Der Einsatz richtet sich nach US-Angaben gegen KĂ€mpfer der Terrororganisation IS, deren Infrastruktur und Waffenlager. Bei den Angriffen in der Nacht zum Samstag an mehreren Orten seien mehr als 100 PrĂ€zisionswaffen eingesetzt worden - darunter versteht das US-MilitĂ€r zum Beispiel Bomben oder Raketen. «Wir werden Terroristen, die Amerikanern oder unseren Partnern in der Region schaden wollen, weiter schonungslos verfolgen», erklĂ€rte Centcom-Kommandeur Admiral Brad Cooper. Auch jordanische Kampfflugzeuge hĂ€tten den Einsatz unterstĂŒtzt, hieß es.

Die USA fĂŒhren in Syrien und im benachbarten Irak eine internationale Koalition zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat an. Der Einsatz begann, nachdem der IS 2014 große Gebiete in beiden LĂ€ndern ĂŒberrannt hatte. Der IS gilt als militĂ€risch besiegt, in beiden LĂ€ndern sind aber weiterhin IS-KĂ€mpfer aktiv, die auch AnschlĂ€ge verĂŒben.

Aktivisten: IS-AnfĂŒhrer getötet

Augenzeugen in Syriens östlichen Provinzen al-Rakka und Dair as-Saur berichteten der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Explosionen. US-Flugzeuge hĂ€tten Ziele in den WĂŒstenregionen beider Provinzen angegriffen. Bewohner im nordöstlichen Umland von Dair as-Saur gaben an, gehört zu haben, wie Raketen von US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkten abgefeuert wurden. Bei dem Angriff sollen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte ein IS-AnfĂŒhrer und weitere Mitglieder getötet worden sein. 

Das syrische Außenministerium erklĂ€rte seine Entschlossenheit im Kampf gegen den IS. «Wir werden die militĂ€rischen Operationen gegen den IS in allen Gebieten, in denen er eine Bedrohung darstellt, weiter verstĂ€rken», hieß es. Zugleich rief die syrische Regierung die USA sowie die Mitgliedstaaten der internationalen Koalition gegen den IS dazu auf, die syrischen BemĂŒhungen im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstĂŒtzen.

Trump: Wer die USA angreift, wird bestraft

US-PrĂ€sident Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social von sehr gewichtigen VergeltungsschlĂ€gen gegen den IS in Syrien. Gleichzeitig sprach er eine Warnung aus: «Alle Terroristen, die so bösartig sind, Amerikaner anzugreifen, werden hiermit gewarnt: IHR WERDET HÄRTER ALS JE ZUVOR GETROFFEN WERDEN, WENN IHR IN IRGENDEINER WEISE DIE USA ANGREIFT ODER BEDROHT.» Syrien habe eine glĂ€nzende Zukunft vor sich, wenn der IS ausgerottet werden könne.

Nach dem Angriff in Palmyra hatte Trump bereits betont, dass er den syrischen ÜbergangsprĂ€sidenten Ahmed al-Scharaa nicht verantwortlich macht. Er hatte den ÜbergangsprĂ€sidenten erst im November im Weißen Haus empfangen und erklĂ€rt: «Wir wollen, dass Syrien ein sehr erfolgreiches Land wird. Und ich glaube, dieser AnfĂŒhrer kann das schaffen.»

Syrien um Stabilisierung bemĂŒht

Seit dem Sturz von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad vor einem Jahr besteht in Syrien die Sorge vor einem Wiedererstarken der Terrormiliz. Die Übergangsregierung bemĂŒht sich, das Land nach Jahren des BĂŒrgerkriegs zu stabilisieren. Bei seinem Besuch in Washington schloss sich al-Scharaa auch selbst der Anti-IS-Koaltion an, wenn auch nur politisch und nicht militĂ€risch.

Die kurdisch gefĂŒhrten Syrischen Demokratischen KrĂ€fte (SDF), die gemeinsam mit der Anti-IS-Koalition gegen die Terrormiliz kĂ€mpfen, begrĂŒĂŸten die US-Angriffe. Die prĂ€zisen SchlĂ€ge hĂ€tten maßgeblich dazu beigetragen, eine Neuformierung von IS-Zellen zu verhindern, erklĂ€rte das Generalkommando.

Zurzeit sind nach Angaben aus dem Pentagon etwa 1.000 US-Soldaten in Syrien stationiert. Im FrĂŒhjahr hatte Washington eine Halbierung seiner militĂ€rischen PrĂ€senz in Syrien angekĂŒndigt. Damals waren dort noch etwa 2.000 Soldaten stationiert. BegrĂŒndet wurde die Reduzierung der Truppen mit Erfolgen im Kampf gegen den IS.

Zuspruch aus Australien nach Anschlag am Bondi Beach

Auch Australien begrĂŒĂŸte die jĂŒngsten US-Angriffe Syrien. Die Terrormiliz sei weltweit fĂŒr unbeschreibliches Leid verantwortlich, durch ihre eigenen Taten und durch die von ihr verbreitete bösartige Ideologie, erklĂ€rte Premierminister Anthony Albanese. Das Land war am vergangenen Wochenende von einem brutalen Terroranschlag mit 15 Toten erschĂŒttert worden. Albanese zufolge war der Anschlag am Strand Bondi Beach in Sydney von der Ideologie des IS inspiriert.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
ausland | 68428265 |