USA, Venezuela

Maduro nach Gefangennahme zum zweiten Mal vor US-Gericht

26.03.2026 - 03:40:05 | dpa.de

Das US-MilitÀr nahm den damaligen Staatschef Maduro mitten in Venezuelas Hauptstadt Caracas gefangen und flog ihn in die USA. Kritiker sagen, zu Unrecht. Jetzt gibt es einen zweiten Gerichtstermin.

  • Der gefangengenommene Maduro wird erneut vor Gericht in New York erwartet. (Archivbild) - Foto: Kyle Mazza/Zuma Press/dpa
    Der gefangengenommene Maduro wird erneut vor Gericht in New York erwartet. (Archivbild) - Foto: Kyle Mazza/Zuma Press/dpa
  • Beim ersten Gerichtstermin gab es Proteste von Kritikern und BefĂŒrwortern Maduros (Archivbild). - Foto: Anna Ringle/dpa
    Beim ersten Gerichtstermin gab es Proteste von Kritikern und BefĂŒrwortern Maduros (Archivbild). - Foto: Anna Ringle/dpa
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Fast drei Monate nach seiner Gefangennahme durch US-SpezialkrĂ€fte wird der abgesetzte venezolanische PrĂ€sident NicolĂĄs Maduro am Donnerstag (16.00 Uhr MEZ) zum zweiten Mal vor Gericht erwartet. WĂ€hrend seiner ersten Anhörung im Januar hatte sich der 63-JĂ€hrige vor dem Bundesgericht in New York zu den von den USA erhobenen VorwĂŒrfen fĂŒr «nicht schuldig» erklĂ€rt und im Gegenzug den Vereinigten Staaten vorgeworfen, ihn entfĂŒhrt zu haben. Der Termin am Donnerstag ist ebenfalls Teil des Vorverfahrens vor einem eigentlichen möglichen Prozess.

Das werfen die USA Maduro vor

Die USA haben Maduro unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt. Er soll demnach sein Amt dazu genutzt haben, um den Schmuggel von Tausenden Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen. DafĂŒr soll Maduro sich mit DrogenhĂ€ndlern verbĂŒndet und selbst persönliche Vorteile daraus gezogen haben. Mitangeklagt ist seine Frau Cilia Flores. Auch sie sagte beim ersten Gerichtstermin, dass sie unschuldig sei.

Maduro hatte sein Land an der Spitze einer sozialistischen Regierung ĂŒber Jahre autoritĂ€r gefĂŒhrt. In der Nacht zum 3. Januar nahmen US-SpezialkrĂ€fte ihn und seine Ehefrau in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen und brachten beide in die USA. Seither sitzt das Ehepaar in einem GefĂ€ngnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn. 

Darum könnte es beim Gerichtstermin gehen

Bei der Anhörung dĂŒrfte es heute vor allem um FormalitĂ€ten gehen. So steht beispielsweise die Frage im Raum, wer die Anwaltskosten fĂŒr Maduro und seine Ehefrau bezahlt. Wenn dies die venezolanische Regierung ĂŒbernehmen soll, brĂ€uchte Maduros Anwalt Barry Pollack erst eine entsprechende Lizenz. Das verletze die Rechte seines Mandanten, hatte Pollock bereits im Vorfeld argumentiert und gefordert, die Anklage fallenzulassen. Den Vorsitz des Verfahrens hat der 92 Jahre alte Richter Alvin Hellerstein ĂŒbernommen.

Kritiker zweifeln RechtmĂ€ĂŸigkeit der Gefangennahme an

Kritiker betrachten den US-MilitĂ€reinsatz in Venezuela als Verstoß gegen das Völkerrecht. Eine zentrale Frage ist auch, ob die USA die ImmunitĂ€t von Maduro als Staatschef verletzt haben - und er eigentlich nicht hĂ€tte außer Landes geschafft und angeklagt werden dĂŒrfen.

Nach Auffassung der US-Regierung war Maduro allerdings nicht mehr der rechtmĂ€ĂŸige PrĂ€sident des sĂŒdamerikanischen Landes. Nach EinschĂ€tzung der venezolanischen Opposition und internationaler Beobachter verlor er die PrĂ€sidentenwahl im Juli 2024. Das regierungstreue Wahlamt erklĂ€rte ihn trotzdem zum Sieger, und er ließ sich fĂŒr eine weitere Amtszeit vereidigen.

«Cartel de los Soles» soll in Drogenhandel verstrickt sein

Die US-Regierung geht davon aus, dass Maduro und ranghohe MilitĂ€rs ĂŒber das sogenannte Cartel de los Soles (Kartell der Sonnen) in den Drogenhandel verstrickt waren. Der Name geht auf die Sonnen auf den Schulterklappen venezolanischer GenerĂ€le zurĂŒck. 

Bei dem Kartell handelt es sich nach EinschÀtzung von Sicherheitsexperten allerdings nicht um eine hierarchisch organisierte Gruppe, die selbst mit Drogen handelt, sondern vielmehr um ein System der Patronage, in dem die MilitÀrs gegen Schmiergeld bereits etablierte Verbrechersyndikate in Venezuela operieren lassen und ihnen gegebenenfalls Schutz anbieten.

Echter politischer Umbruch in Venezuela bleibt aus

Nach Maduros Festnahme ĂŒbernahm die bisherige Vize-PrĂ€sidentin Delcy RodrĂ­guez die AmtsgeschĂ€fte. Zwar wurden eine Reihe von politischen HĂ€ftlingen entlassen, einen grundsĂ€tzlichen politischen Wandel leitete die autoritĂ€re FĂŒhrung des sĂŒdamerikanischen Landes aber nicht ein. 

Die USA lockerten dennoch die Sanktionen gegen Venezuela und erlaubten wieder ÖlgeschĂ€fte mit dem staatlichen Energiekonzern PdVSA. US-PrĂ€sident Donald Trump will die riesigen Ölvorkommen Venezuelas zugunsten der USA nutzen. Dazu gehört auch die Kontrolle ĂŒber den Rohöl-Verkauf.

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