Chinas, Trump-Regierung

Chinas Xi will mit Trump-Regierung zusammenarbeiten

17.11.2024 - 11:03:18 | dpa.de

Das VerhÀltnis zwischen China und den USA ist angespannt - vor dem Machtwechsel in Washington betonen sie aber die StabilitÀt der Beziehungen. Bald wird US-PrÀsident Biden von Donald Trump abgelöst.

  • Biden und Xi geben sich die Hand. - Foto: Leah Millis/Pool Reuters/AP/dpa
  • Biden trifft Xi am Rande des Apec-Gipfels in Lima. - Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
Biden und Xi geben sich die Hand.  - Foto: Leah Millis/Pool Reuters/AP/dpa Biden trifft Xi am Rande des Apec-Gipfels in Lima.  - Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Chinas Staatschef Xi Jinping hat seinem Amtskollegen Joe Biden versichert, auch mit der kĂŒnftigen US-Regierung unter Donald Trump zusammenarbeiten zu wollen. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten hĂ€tten wĂ€hrend der letzten vier Jahre zwar «Höhen und Tiefen» erlebt, seien aber insgesamt stabil geblieben, sagte Xi zum Auftakt des Treffens am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in der peruanischen Hauptstadt Lima.

Es gehe darum, die Kommunikation zwischen den beiden WeltmĂ€chten aufrechtzuerhalten, die Zusammenarbeit auszubauen und Differenzen zu ĂŒberwinden, so Xi weiter. Nur wenn sich die beiden LĂ€nder wie Partner behandelten, werde man Fortschritte machen, sagte der chinesische Staatschef. Wenn man sich jedoch gegenseitig als Rivale oder Gegner betrachte, dann wĂŒrde dies die Beziehungen stören oder gar zurĂŒckwerfen. 

Erstmals seit einem Jahr kamen der scheidende PrĂ€sident Biden und Xi wieder zu einem persönlichen Treffen zusammen. Das VerhĂ€ltnis der beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Welt ist seit langem angespannt. Überschattet wurde die Zusammenkunft von Trump, der den Demokraten Biden im Januar im Amt ablösen wird. Der Republikaner hat weitreichende neue Zölle fĂŒr Waren aus China angekĂŒndigt. 

Biden betont sein politisches VermÀchtnis 

Biden, der vor dem Ende einer langen politischen Karriere steht, sagte, er sei stolz auf die Fortschritte, die er und Xi gemacht hĂ€tten. Das MilitĂ€r kommuniziere jetzt auf allen Ebenen miteinander, im Bereich der KĂŒnstlichen Intelligenz habe man die Experten beider LĂ€nder zusammengebracht und auch bei der DrogenbekĂ€mpfung arbeite man zusammen. Das Treffen in Lima war das dritte und voraussichtlich letzte persönliche Treffen zwischen Biden und Xi.

Man sei nicht immer einer Meinung, aber die GesprĂ€che seien immer offen und ehrlich gewesen, sagte Biden weiter. Solche GesprĂ€che wie in Peru beugten FehleinschĂ€tzungen vor und sorgten dafĂŒr, dass der Wettbewerb zwischen beiden LĂ€ndern nicht in einen Konflikt ausarte. Es gehe um einen Wettbewerb und keinen Konflikt, betonte Biden. «Wie wir miteinander auskommen, hat Auswirkungen auf den Rest der Welt.»

Heikle Übergangsphase in Washington

Trump, der ab Januar in Washington das Sagen hat, hatte wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 auf einen harten Kurs gegenĂŒber China gesetzt und im großen Stil Strafzölle auf Waren aus China eingefĂŒhrt, die sein Nachfolger Biden beibehielt. Biden hat zudem die chinesische Volkswirtschaft mit Exportverboten von fĂŒhrender US-Technologie abgeschnitten, etwa im Bereich KI-Chips. 

China reagierte seinerseits mit einigen Gegenmaßnahmen wie Ausfuhrkontrollen fĂŒr wichtige Rohstoffe. Laut Beobachtern dĂŒrfte Peking nun jedoch besser auf eine mögliche VerschĂ€rfung des Handelskriegs zwischen den zwei WeltmĂ€chten gewappnet sein, sollte Trump sein Wahl-Versprechen wahr machen. 

Nach Angaben des Weißen Hauses Ă€ußerte sich Biden in dem GesprĂ€ch mit Xi einmal mehr besorgt Â«ĂŒber die unfaire Handelspolitik Chinas». Die Vereinigten Staaten wĂŒrden weiterhin notwendige Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass US-Technologie dazu benutzt werde, die nationale Sicherheit der USA oder seiner Partner zu untergraben - ohne jedoch den Handel und Investitionen unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig zu beschrĂ€nken. 

UnterstĂŒtzung Russlands durch China als Streitthema

Ein weiterer Streitpunkt zwischen den zwei Staaten ist Chinas enge Beziehung zu Russland. So warf die US-Regierung Peking wiederholt vor, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine indirekt zu unterstĂŒtzen. Im FrĂŒhjahr sagte US-Außenminister Antony Blinken bei einem Besuch in Peking, China sei der Top-Lieferant fĂŒr Maschinenwerkzeuge und andere wichtige GĂŒter, die Moskau in seiner RĂŒstungsindustrie nutze. 

Nach Angaben des Weißen Hauses Ă€ußerte Biden in dem GesprĂ€ch mit Xi einmal mehr seine «tiefe Besorgnis ĂŒber die anhaltende UnterstĂŒtzung der russischen RĂŒstungsindustrie durch China». Demnach prangerte er auch die Stationierung Tausender nordkoreanischer Soldaten in Russland an und bezeichnete diese als eine «gefĂ€hrliche Ausweitung des unrechtmĂ€ĂŸigen Krieges Russlands gegen die Ukraine mit schwerwiegenden Folgen fĂŒr den Frieden und die Sicherheit in Europa und im Indopazifik».

Biden trifft ReprÀsentanten Taiwans

WĂ€hrend des Apec-Gipfels kam Biden auch mit dem ReprĂ€sentanten Taiwans, dem ehemaligen Wirtschaftsminister Lin Hsin-i, zusammen. Der lud den US-PrĂ€sidenten wĂ€hrend des GesprĂ€chs Berichten zufolge zu einem Besuch ein - mutmaßlich sehr zum Ärger Chinas. Die ParteifĂŒhrung in Peking betrachtet die Insel als Teil ihres Territoriums, obwohl dort seit Jahrzehnten stets unabhĂ€ngige und demokratisch gewĂ€hlte Regierungen an der Macht sind. China droht schon lange offen damit, Taiwan notfalls mit militĂ€rischer Gewalt mit dem Festland zu vereinen. 

Das Weiße Haus teilte mit, Biden habe in dem GesprĂ€ch mit Xi auch deutlich gemacht, dass die USA jede Änderung des Status quo durch eine der beiden Seiten weiterhin ablehnten. Man erwarte, dass Differenzen zwischen den LĂ€ndern auf beiden Seiten der Taiwan-Straße mit friedlichen Mitteln gelöst wĂŒrden. Demnach forderte der US-PrĂ€sident auch ein Ende der destabilisierenden MilitĂ€roperationen Chinas um Taiwan.

Biden in geschwÀchter Position 

Zum ersten Mal hatten sich Biden und Xi als PrĂ€sidenten vor zwei Jahren am Rande des G20-Gipfels auf der indonesischen Insel Bali getroffen. Danach ging es mit den Beziehungen der beiden LĂ€nder bergab. Hauptgrund dafĂŒr war ein riesiger chinesischer Überwachungsballon, der wenige Wochen nach dem Treffen auf Bali ĂŒber US-Territorium auftauchte. Vor einem Jahr kamen Biden und Xi dann erneut zu einem GesprĂ€ch zusammen - am Rande des damaligen Apec-Gipfels im US-Bundesstaat Kalifornien. 

Biden hat nun nur noch wenig Macht: Bei den US-Wahlen vor anderthalb Wochen unterlag Bidens Vize Kamala Harris klar. Die Demokraten verloren auch ihre Mehrheit im Senat, und im ReprĂ€sentantenhaus konnten die Republikaner ihre Mehrheit verteidigen. Biden zieht also nicht nur aus dem Weißen Haus aus, auch seine Partei hat auf Bundesebene nicht mehr viel zu melden.

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