Donald Trump, Gericht

Schweigegeld und Wahlbetrug: Trumps rechtliche Probleme

15.08.2023 - 07:49:26

Dem ehemaligen US-PrĂ€sidenten Donald Trump wird nun der Prozess gemacht. Eine Übersicht ĂŒber Trumps verschiedene rechtliche Probleme.

Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin, mitgenommene Geheimdokumente, mögliche Wahlbeeinflussung im Bund und im Bundesstaat Georgia: Kein amerikanischer Ex-PrĂ€sident hatte jemals so weitreichende juristische Probleme wie Donald Trump. Eine Übersicht ĂŒber die wichtigsten Verfahren gegen ihn.

New Yorker Anklage im Zusammenhang mit Schweigegeld an Pornostar

Die Staatsanwaltschaft in New York legt Trump die FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen zur Last. Er soll damit versucht haben, schĂ€dliche Informationen und rechtswidrige AktivitĂ€ten vor und nach der PrĂ€sidentenwahl 2016, aus der er als Sieger hervorging, zu verbergen. Im Zentrum der VorwĂŒrfe steht die Zahlung von Schweigegeld an eine Pornodarstellerin. Trump plĂ€dierte auf «nicht schuldig». Der Prozess in dem Fall soll im MĂ€rz 2024 beginnen.

Anklage in Miami in AffÀre um Mitnahme geheimer Regierungsdokumente

Trump wird beschuldigt, gesetzeswidrig höchst sensible Informationen aus seiner Zeit als US-PrĂ€sident in privaten RĂ€umen aufbewahrt zu haben. Laut Anklageschrift handelt es sich unter anderem um geheime Dokumente mit Informationen zu nuklearen FĂ€higkeiten der USA und militĂ€rischen NotfallplĂ€nen des Landes. Die Bundespolizei FBI hatte im August 2022 sein Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida durchsucht und dort verschiedene Verschlusssachen beschlagnahmt. Auch hier plĂ€dierte Trump bei der Vorstellung der Anklage in Miami im Juni auf «nicht schuldig». Es war die erste Anklage auf Bundesebene fĂŒr Trump. Der Prozess soll am 20. Mai 2024 starten.

Anklage im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug auf Bundesebene

Auf Bundesebene sitzt Trump inzwischen auch im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug und dem Angriff seiner AnhĂ€nger auf das Kapitol auf der Anklagebank. Hintergrund sind Trumps BemĂŒhungen, seine Niederlage gegen den Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentenwahl 2020 nachtrĂ€glich umzudrehen. In der Anklageschrift werden Trump vier formale Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten. Es geht dabei um mutmaßliche Straftaten wĂ€hrend seiner Amtszeit im Weißen Haus. Bei seinem Erscheinen vor Gericht plĂ€dierte der Republikaner Anfang August auf «nicht schuldig». Der Termin fĂŒr einen Prozessbeginn steht noch nicht fest.

Anklage auch im Bundesstaat Georgia wegen möglicher Wahlmanipulation

In Georgia ermittelte die Staatsanwaltschaft mehr als zwei Jahre lang gegen Trump wegen möglicher Manipulationsversuche bei der Wahl 2020. Georgia gehörte zu jenen Bundesstaaten, die fĂŒr den Wahlausgang eine SchlĂŒsselrolle spielten. Biden gewann dort nur ganz knapp mit etwa 12 000 Stimmen Vorsprung. Trump bemĂŒhte sich, seine dortige Wahlniederlage nachtrĂ€glich Ă€ndern zu lassen - wie auch in anderen Bundesstaaten. Unter anderem forderte er damals den obersten Wahlaufseher in Georgia in einem Telefonat unverblĂŒmt auf, genĂŒgend Stimmen fĂŒr ihn «zu finden», um das Ergebnis «nachzuberechnen». Nun wurde gegen ihn und 18 weitere Personen Anklage erhoben.

Trump wegen sexuellen Übergriffs in Zivilverfahren belangt

Neben den strafrechtlichen Verfahren ist Trump auch in eine Reihe zivilrechtlicher Streitigkeiten verwickelt. Im Mai wurde Trump in einem Zivilverfahren wegen eines sexuellen Übergriffs und Verleumdung zu einer Geldstrafe in Millionenhöhe verurteilt. Eine New Yorker Geschworenenjury sah es als erwiesen an, dass Trump die Schriftstellerin E. Jean Carroll Mitte der 1990er Jahre in einem New Yorker Nobelkaufhaus sexuell missbraucht und spĂ€ter verleumdet hatte. Den Vorwurf der Vergewaltigung wiesen die Geschworenen zurĂŒck.

@ dpa.de