Gewalt bei Protesten gegen Regierung in Serbien
14.08.2025 - 01:27:10Bei Protesten gegen die StaatsfĂŒhrung von PrĂ€sident Aleksandar Vucic in Serbien ist es zu gewaltsamen ZusammenstöĂen mit Gegendemonstranten aus dem Regierungslager und SicherheitskrĂ€ften gekommen. Allein in der nordserbischen Stadt Novi Sad seien 64 Zivilisten und fĂŒnf MilitĂ€rpolizisten bei Auseinandersetzungen am Sitz seiner Partei SNS verletzt worden, erklĂ€rte Vucic.
Der Staatschef bezeichnete die Protestierenden als «SchlĂ€ger und Mörder» und kĂŒndigte an, die Hauptstadt Belgrad und Novi Sad von ihnen «sĂ€ubern» zu lassen, wie die Nachrichtenagentur Tanjug berichtete. Damit solle ein «BĂŒrgerkrieg» verhindert werden, sagte Vucic demnach weiter. Er dankte zudem seinen AnhĂ€ngern fĂŒr die UnterstĂŒtzung gegen die Regierungsgegner.
In zahlreichen gröĂeren und kleineren StĂ€dten kam es zu Handgemengen zwischen demonstrierenden Gegnern und Sympathisanten Vucics sowie Polizisten. In Belgrad und Novi Sad bewarfen RegierungsanhĂ€nger die Gegenseite mit Feuerwerkskörpern. Die Polizei setzte dort TrĂ€nengas ein.Â
Dacheinsturz als Protestauslöser
Erhebliche Proteste gegen die Regierung gibt es in Serbien schon seit mehr als neun Monaten. Auslöser war der Einsturz eines frisch renovierten Bahnhofsvordachs in Novi Sad am 1. November 2024. Dabei kamen 16 Menschen ums Leben. UnabhĂ€ngige Experten und Oppositionelle machen Schlamperei und Korruption unter der Vucic-Regierung fĂŒr die Tragödie verantwortlich. Die Demonstranten kritisieren Vucics Regierung als korrupt und autoritĂ€r. Sie fordern ihren RĂŒcktritt und Neuwahlen.Â
Befeuert hatte die jĂŒngsten Proteste, dass AnhĂ€nger von Vucics Partei SNS am Vortag in den nordserbischen Dörfern Vrbas und Backa Palanka regierungskritische Demonstranten tĂ€tlich angegriffen hatten, ohne dass die Polizei dagegen einschritt. FĂŒr Mittwoch wurden daraufhin zu Protesten gegen Vucic in 30 Orten mobilisiert. Die Protestierenden zogen gezielt zu den SNS-Parteisitzen, wo sie von Polizeikordons und SNS-AnhĂ€ngern erwartet wurden. Vucic bedankte sich bei den «wunderbaren einfachen Leuten», die die Parteizentralen «vor verrĂŒckten Blockierern» geschĂŒtzt hĂ€tten.





