Rechtspopulisten, Portugal

Rechtspopulisten in Portugal jetzt allein auf Platz zwei

29.05.2025 - 10:17:45

Der Aufstieg der Rechtspopulisten in Portugal ist rasant. Die erst 2019 gegrĂŒndete Partei Chega gewinnt nun als stĂ€rkste Oppositionskraft weiter an politischer Statur.

  • Der Aufstieg von Chega ist in Portugal rasant. (Archivfoto) - Foto: Ana Brigida/AP/dpa

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  • Montenegro wird aller Voraussicht nach zunĂ€chst weiterregieren dĂŒrfen. (Archivfoto) - Foto: Luis Vieira/AP/dpa

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Der Aufstieg von Chega ist in Portugal rasant. (Archivfoto) - Foto: Ana Brigida/AP/dpaMontenegro wird aller Voraussicht nach zunĂ€chst weiterregieren dĂŒrfen. (Archivfoto) - Foto: Luis Vieira/AP/dpa

Die Rechtspopulisten in Portugal bauen ihre Rolle aus und sind nun allein die grĂ¶ĂŸte Oppositionskraft im Parlament. Rund eineinhalb Wochen nach der vorgezogenen Parlamentswahl erhĂ€lt die Partei Chega nach AuszĂ€hlung der Auslandsstimmen zwei weitere Mandate und kommt nun in der Lissabonner Assembleia da RepĂșblica auf insgesamt 60 Sitze, wie die nationale Wahlbehörde mitteilte.

Bisher hatten Chega («Es reicht») und die Sozialistische Partei (PS) mit jeweils 58 Abgeordneten gleichauf auf Platz zwei gelegen. Die PS konnte sich durch die AuszĂ€hlung der Auslandsstimmen nicht verbessern. Die zwei restlichen Sitze gingen an das konservative BĂŒndnis Demokratische Allianz (AD) von MinisterprĂ€sident LuĂ­s Montenegro.

Der Aufstieg der Rechtspopulisten ist in Portugal rasant. Nach der GrĂŒndung vor sechs Jahren hatte Chega 2019 im Parlament zunĂ€chst nur einen Sitz, der von Parteichef AndrĂ© Ventura besetzt wurde. Bald werde man auch die Regierung stellen, rief der 42-jĂ€hrige Rechtsprofessor nach der jĂŒngsten Wahl am 18. Mai.

Portugal vor ungewisser Zukunft

Die Demokratische Allianz verbesserte sich im Vergleich zur Abstimmung von MĂ€rz 2024 von 80 auf 91 Sitze, verpasste aber die absolute Mehrheit von mindestens 116 Sitzen erneut deutlich. Montenegro will weder mit der PS noch mit Chega eine Koalition bilden. Es wird trotzdem erwartet, dass Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa ihn bald erneut zum Regierungschef ernennt. Anschließend muss der 52-JĂ€hrige dem Parlament sein Regierungsprogramm zur Abstimmung vorlegen.

Die dritte Parlamentsneuwahl seit 2022 war nötig geworden, weil Montenegro eine von ihm selbst gestellte Vertrauensfrage im MĂ€rz deutlich verloren hatte. Seitdem hat Portugal nur eine geschĂ€ftsfĂŒhrende Regierung mit begrenzten Befugnissen. Wichtige Vorhaben liegen auf Eis. Darunter die Privatisierung der Fluggesellschaft TAP, an der auch die Lufthansa interessiert ist.

@ dpa.de