Druck, Russland

EU erhöht Druck auf Russland

19.02.2025 - 17:09:59

Der Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine jÀhrt sich am Montag zum dritten Mal. Die EU will demonstrieren, dass sie die Aggression niemals akzeptieren wird. Ungeachtet des neuen US-Kurses.

Die EU erhöht vor den geplanten Ukraine-GesprĂ€chen von US-PrĂ€sident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin den Druck auf Russland. Vertreter der 27 Mitgliedstaaten verstĂ€ndigten sich in BrĂŒssel auf ein neues umfangreiches Sanktionspaket. Es soll zum dritten Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine am kommenden Montag in Kraft treten und wird unter anderem neue HandelsbeschrĂ€nkungen sowie Maßnahmen gegen russische Medien und die sogenannte russische Schattenflotte umfassen.

Die EU hofft, dass das neue, mittlerweile 16. Sanktionspaket dazu beitrĂ€gt, fĂŒr Russland den Preis fĂŒr die FortfĂŒhrung des Krieges noch einmal zu erhöhen. Im Idealfall könnte dann auch die Chance auf ein faires Abkommen zur Beendigung des Krieges erhöht werden.

Konkret sieht das neue Paket nach Angaben von Diplomaten folgende Punkte vor:

  • ein Verbot von GeschĂ€ften mit HĂ€fen und FlughĂ€fen in Russland, die zur Umgehung der Preisobergrenze fĂŒr russisches Öl und anderer Sanktionen genutzt werden
  • Exportverbote fĂŒr chemische Vorprodukte, Chrom, bestimmte Maschinenteile und GerĂ€te, die wie Videospiel-Controller zur Steuerung von Kampfdrohnen eingesetzt werden können
  • Weitgehende EU-EinfuhrbeschrĂ€nkungen fĂŒr russische Aluminiumprodukte
  • Ausschluss von 13 weiteren Banken aus dem Finanzkommunikationssystem Swift; zudem VerhĂ€ngung eines Transaktionsverbots gegen drei Finanzinstitute
  • Aufnahme von 73 weiteren Schiffen der Schattenflotte in die EU-Sanktionsliste sowie RegelĂ€nderungen, die auch die Sanktionierung von EigentĂŒmern, Betreibern und KapitĂ€nen erlauben
  • Aussetzung der Rundfunklizenzen von acht russischen Medienunternehmen in der EU
  • VerhĂ€ngung von Vermögenssperren und EU-Einreiseverboten gegen 48 weitere Personen sowie 35 Einrichtungen und Organisationen
  • Verbot, Dienstleistungen fĂŒr russische Öl- und Gasraffinerien zu erbringen
  • ErgĂ€nzung der Liste mit Personen, Organisationen und Einrichtungen, die mit dem militĂ€risch-industriellen Komplex Russlands zusammenarbeiten. Sie sind u.a. von HandelsbeschrĂ€nkungen betroffen.

Das bislang letzte große Paket der EU mit Russland-Sanktionen war im Dezember beschlossen worden. Es umfasste wie das jetzt vereinbarte Paket auch schon Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte. Bei den Sanktionen gegen deren Schiffe geht es vor allem um wirtschaftliche Aspekte, aber auch um den Umweltschutz.

Russland wird seit langem vorgeworfen, zur Umgehung eines westlichen Preisdeckels fĂŒr russische Ölexporte in Drittstaaten auf Schiffe zu setzen, die nicht in der Hand westlicher Reedereien oder von westlichen Versicherungen versichert worden sind. Nach Ansicht von Experten und UmweltschĂŒtzern gibt es dabei große Risiken fĂŒr die Schifffahrt und die Umwelt. Sie weisen zum Beispiel darauf hin, dass viele Tanker ĂŒberaltert seien, technische MĂ€ngel hĂ€tten und zeitweise ohne automatisches Identifizierungssystem unterwegs seien.

@ dpa.de