Belarus, USA

Lukaschenko lÀsst 52 politische HÀftlinge frei

11.09.2025 - 14:37:31

Der belarussische Staatschef versucht seit Jahrzehnten, zwischen Ost und West zu pendeln, um seine Macht zu festigen. Bei einem Deal mit den USA kommen viele seiner politischen Gegner frei.

  • Der belarussische Staatschef Lukaschenko hat 52 PolithĂ€ftlinge freigelassen und abgeschoben (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Sputnik Kremlin Pool via AP/dpa

    Mikhail Metzel/Sputnik Kremlin Pool via AP/dpa

  • Der belarussische Staatschef Lukaschenko hat 52 PolithĂ€ftlinge freigelassen und abgeschoben (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Sputnik Kremlin Pool via AP/dpa

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Der belarussische Staatschef Lukaschenko hat 52 PolithÀftlinge freigelassen und abgeschoben (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Sputnik Kremlin Pool via AP/dpaDer belarussische Staatschef Lukaschenko hat 52 PolithÀftlinge freigelassen und abgeschoben (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Sputnik Kremlin Pool via AP/dpa

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat nach Verhandlungen mit den USA mehr als 50 politische HĂ€ftlinge freigelassen und abgeschoben. «52 Gefangene haben heute von Weißrussland aus sicher die litauische Grenze ĂŒberquert und dabei Stacheldraht, vergitterte Fenster und stĂ€ndige Angst hinter sich gelassen», teilte der litauische PrĂ€sident Gitanas Nauseda auf der Plattform X mit. Unter den Freigelassenen seien auch sechs Litauer. Nauseda dankte den USA fĂŒr ihre Vermittlungen.

Insgesamt sind nach Angaben aus Minsk 14 AuslĂ€nder unter den Freigelassenen: aus Litauen, Lettland, Polen, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Aus dem AuswĂ€rtigen Amt hieß es, dass sich unter den freigelassenen Gefangenen zwei deutsche Staatsangehörige befinden.

Die Freilassungen hatte Lukaschenko zuvor indirekt bei GesprĂ€chen mit dem US-Sonderbotschafter John Coale in Minsk angekĂŒndigt. Er habe kein Interesse daran, diese Personen hinter Gitter zu halten. Wenn Trump sie haben wolle, sei er bereit, «einen großen Deal abzuschließen», sagte der 71-JĂ€hrige, der seit 1994 in Belarus (frĂŒher Weißrussland) an der Macht ist.

Eine Reihe von AuslÀndern unter den Freigelassenen

Laut dem BĂŒrgerrechtszentrum Wjasna ist auch Ex-PrĂ€sidentschaftskandidat Nikolai Statkewitsch freigekommen. Über eine Freilassung der bekannten Oppositionellen Maria Kolesnikowa ist hingegen nichts bekannt.

Im Jahr 2020, nachdem sich Lukaschenko bei umstrittenen Wahlen einmal mehr zum Sieger erklĂ€ren ließ, war es zu Massenprotesten in Belarus gekommen. Auch aus dem Ausland kam Kritik, die EU erkennt Lukaschenko seither nicht mehr als PrĂ€sidenten an. Die Polizei schlug die friedlichen Demonstrationen am Ende blutig nieder. Es folgte eine Welle an Verhaftungen Oppositioneller. 

Sanktionen gelockert

Die genauen Gegenleistungen sind bislang unklar, aber die USA lockern in jedem Fall die Sanktionen gegen Minsk, unter anderem gegen die staatliche Fluggesellschaft Belavia, und tauen die eingefrorenen diplomatischen Beziehungen wieder auf. So betonte Coale nach dem Treffen mit Lukaschenko, dass Washington an der Wiedereröffnung einer Botschaft in Minsk interessiert sei. Die bilateralen Beziehungen bezeichnete der Diplomat als «gut, aber nicht hervorragend». Es könne noch viel getan werden, um sie zu verbessern.

Lukaschenko, der als engster VerbĂŒndeter von Kremlchef Wladimir Putin gilt, setzt seit Monaten parallel auf eine AnnĂ€herung zu den USA. So hatte er bereits im Juni nach einem Treffen mit US-UnterhĂ€ndlern mehrere Oppositionelle freigelassen, darunter den bekannten Blogger Sergej Tichanowski. Nach EinschĂ€tzung von Menschenrechtsorganisationen gibt es in Belarus aber immer noch weit mehr als 1.000 politische Gefangene.

@ dpa.de