Lukaschenko lÀsst 52 politische HÀftlinge frei
11.09.2025 - 14:37:31Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat nach Verhandlungen mit den USA mehr als 50 politische HĂ€ftlinge freigelassen und abgeschoben. «52 Gefangene haben heute von WeiĂrussland aus sicher die litauische Grenze ĂŒberquert und dabei Stacheldraht, vergitterte Fenster und stĂ€ndige Angst hinter sich gelassen», teilte der litauische PrĂ€sident Gitanas Nauseda auf der Plattform X mit. Unter den Freigelassenen seien auch sechs Litauer. Nauseda dankte den USA fĂŒr ihre Vermittlungen.
Insgesamt sind nach Angaben aus Minsk 14 AuslĂ€nder unter den Freigelassenen: aus Litauen, Lettland, Polen, Deutschland, Frankreich und GroĂbritannien. Aus dem AuswĂ€rtigen Amt hieĂ es, dass sich unter den freigelassenen Gefangenen zwei deutsche Staatsangehörige befinden.
Die Freilassungen hatte Lukaschenko zuvor indirekt bei GesprĂ€chen mit dem US-Sonderbotschafter John Coale in Minsk angekĂŒndigt. Er habe kein Interesse daran, diese Personen hinter Gitter zu halten. Wenn Trump sie haben wolle, sei er bereit, «einen groĂen Deal abzuschlieĂen», sagte der 71-JĂ€hrige, der seit 1994 in Belarus (frĂŒher WeiĂrussland) an der Macht ist.
Eine Reihe von AuslÀndern unter den Freigelassenen
Laut dem BĂŒrgerrechtszentrum Wjasna ist auch Ex-PrĂ€sidentschaftskandidat Nikolai Statkewitsch freigekommen. Ăber eine Freilassung der bekannten Oppositionellen Maria Kolesnikowa ist hingegen nichts bekannt.
Im Jahr 2020, nachdem sich Lukaschenko bei umstrittenen Wahlen einmal mehr zum Sieger erklĂ€ren lieĂ, war es zu Massenprotesten in Belarus gekommen. Auch aus dem Ausland kam Kritik, die EU erkennt Lukaschenko seither nicht mehr als PrĂ€sidenten an. Die Polizei schlug die friedlichen Demonstrationen am Ende blutig nieder. Es folgte eine Welle an Verhaftungen Oppositioneller.Â
Sanktionen gelockert
Die genauen Gegenleistungen sind bislang unklar, aber die USA lockern in jedem Fall die Sanktionen gegen Minsk, unter anderem gegen die staatliche Fluggesellschaft Belavia, und tauen die eingefrorenen diplomatischen Beziehungen wieder auf. So betonte Coale nach dem Treffen mit Lukaschenko, dass Washington an der Wiedereröffnung einer Botschaft in Minsk interessiert sei. Die bilateralen Beziehungen bezeichnete der Diplomat als «gut, aber nicht hervorragend». Es könne noch viel getan werden, um sie zu verbessern.
Lukaschenko, der als engster VerbĂŒndeter von Kremlchef Wladimir Putin gilt, setzt seit Monaten parallel auf eine AnnĂ€herung zu den USA. So hatte er bereits im Juni nach einem Treffen mit US-UnterhĂ€ndlern mehrere Oppositionelle freigelassen, darunter den bekannten Blogger Sergej Tichanowski. Nach EinschĂ€tzung von Menschenrechtsorganisationen gibt es in Belarus aber immer noch weit mehr als 1.000 politische Gefangene.





