Taiwan, US-Delegation

Taiwan: US-Delegation trotz Protests aus Peking empfangen

15.01.2024 - 08:05:18 | dpa.de

Der Besuch kurz nach der Wahl sei von «großer Bedeutung», sagt die amtierende PrĂ€sidentin Taiwans. Die inoffizielle US-Delegation trifft auch ihren frisch gewĂ€hlten Nachfolger. In Peking sorgt das fĂŒr Ärger.

Taiwan hat am Samstag einen neuen PrÀsidenten und ein neues Parlament gewÀhlt. - Foto: Ng Han Guan/AP/dpa
Taiwan hat am Samstag einen neuen PrÀsidenten und ein neues Parlament gewÀhlt. - Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

Nach der Wahl in Taiwan haben die noch amtierende PrĂ€sidentin Tsai Ing-wen und ihr frisch gewĂ€hlter Nachfolger William Lai eine inoffizielle Delegation aus den USA jeweils zu getrennten GesprĂ€chen empfangen. Der Besuch kurz nach der Abstimmung sei von «großer Bedeutung», sagte Tsai in Taipeh. Dies hebe die felsenfeste Partnerschaft zwischen beiden LĂ€ndern hervor.

Die Delegation mit den beiden frĂŒheren US-Regierungsbeamten Stephen Hadley und James Steinberg war am Samstag in Taipeh eingetroffen. «Wir freuen uns, die US-Taiwan-Beziehung unter der neuen Regierung fortzufĂŒhren und zusammen Frieden und StabilitĂ€t in der Taiwanstraße zu wahren», sagte der frĂŒhere US-Sicherheitsberater Hadley. Die Kommunistischen Partei in China hatte gegen den Besuch protestiert.

Wahlsieg als RĂŒckschlag fĂŒr Peking

Am Samstag hatte Lai, der fĂŒr Tsais china-kritische Demokratische Fortschrittspartei (DPP) antrat, die PrĂ€sidentschaftswahl in Taiwan gewonnen. Im Parlament verlor die Partei jedoch die absolute Mehrheit. Die Fortschrittspartei konnte als erste Partei Taiwans seit 1996 eine dritte Amtszeit erringen. Der Wahlsieg Lais gilt als RĂŒckschlag fĂŒr Peking, denn die Partei steht fĂŒr eine UnabhĂ€ngigkeit Taiwans, auch wenn Lai diese nicht offiziell erklĂ€ren will.

Nach dem GesprĂ€ch mit der PrĂ€sidentin trafen die beiden US-Amerikaner auch Lai und seine Nummer zwei, Hsiao Bi-khim, die frĂŒher als Taiwans Gesandte in den USA arbeitete. Der bisherige VizeprĂ€sident Lai sagte den GĂ€sten, dass er das Land weiter auf der von Tsai errichteten politischen Grundlage regieren werde. «Wir hoffen, dass die USA Taiwan weiter unterstĂŒtzen werden», sagte der 64-JĂ€hrige.

China strebt «Wiedervereinigung» an

China sieht die Insel mit mehr als 23 Millionen Einwohnern als Teil seines Territoriums, obwohl Taiwan seit Jahrzehnten eine unabhĂ€ngige und demokratisch gewĂ€hlte Regierung hat. Unter Verweis auf das sogenannte Ein-China-Prinzip verlangt Peking, dass andere Staaten keinen offiziellen politischen Austausch mit Taipeh pflegen. Nur sehr wenige Staaten haben Taiwan deswegen ĂŒberhaupt anerkannt.

China will die «Wiedervereinigung», notfalls auch mit militĂ€rischen Mitteln. In der fĂŒr die Schifffahrt wichtigen Meerenge zwischen beiden Staaten schickt die Volksbefreiungsarmee seit Monaten fast tĂ€glich Kampfflieger in Richtung Taiwan. Die Lage ist angespannt. Die USA haben Taiwan im Konfliktfall ihre Hilfe zugesichert.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
ausland | 64591058 |