Senator blockiert wichtige Personalien im US-MilitÀr
11.07.2023 - 02:25:56Die Haltung eines Senators zum Recht auf Abtreibung könnte zu einem gröĂeren Problem fĂŒr das US-MilitĂ€r werden. Der republikanische Senator Tommy Tuberville blockiert die BestĂ€tigung von wichtigen Personalien innerhalb des MilitĂ€rs. Der Grund: Er lehnt es ab, dass das Pentagon Angehörigen des US-MilitĂ€rs die Kosten fĂŒr weitere Reisen zu Abtreibungskliniken finanziert.
Gestern musste der Kommandant des Marinekorps der Vereinigten Staaten turnusmĂ€Ăig abtreten. Sein Nachfolger und bisheriger Stellvertreter, Eric Smith, ist allerdings vom Senat noch nicht bestĂ€tigt worden, weshalb er nun nur kommissarisch tĂ€tig ist. Die Verzögerung seiner Beförderung ist eine von möglicherweise vielen hochrangigen MilitĂ€rs, die Tuberville blockieren könnte.
Dem Senat kommt im politischen MachtgefĂŒge der USA eine besondere Bedeutung zu. Wichtige Personalien auf Bundesebene mĂŒssen von der Parlamentskammer bestĂ€tigt werden. Das Verhalten Tubervilles wirke sich auf die «Einsatzbereitschaft unserer StreitkrĂ€fte» aus, sagte Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh. Das sei besonders problematisch «in einer Zeit, in der unsere Nation mit wachsenden (...) Bedrohungen in der ganzen Welt konfrontiert ist, von Russland und der Ukraine bis hin zu der wachsenden Herausforderung durch China».
Es ist nun dem Pentagon zufolge das erste Mal seit mehr als 150 Jahren, dass die Marinekorps von jemandem gefĂŒhrt werden, der nicht vom Senat bestĂ€tigt wurde. Als kommissarischer Kommandant hat Smith weniger Befugnisse. Tuberville machte am Montag deutlich, dass ihm dies keine Sorge bereite.
Hintergrund ist, dass das Oberste Gericht der USA das Recht auf Abtreibung vor gut einem Jahr gekippt hat. Seitdem sind Abtreibungen in etlichen US-Bundesstaaten verboten oder nur noch mit deutlichen EinschrĂ€nkungen erlaubt. Daher ĂŒbernimmt das Pentagon die Kosten, wenn fĂŒr eine Abtreibung eine Reise in einen anderen Bundesstaat notwendig ist. Senator Tuberville stört sich an dieser Vorgehensweise.
Auf der Tagungsordnung des Senats steht nun die BestÀtigung des neuen Generalstabschef der US-StreitkrÀfte. PrÀsident Joe Biden hatte Charles Brown im Mai nominiert. Der derzeitige Generalstabschef, Mark Milley, verlÀsst seinen Posten im September.


