Ex-Nato-GeneralsekretÀr, Rasmussen

Ex-Nato-GeneralsekretÀr Rasmussen stellt erneut Taurus-Frage

29.06.2024 - 17:37:16

Der frĂŒhere Nato-GeneralsekretĂ€r Anders Fogh Rasmussen hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erneut aufgefordert, der Ukraine schnellstmöglich Taurus-Marschflugkörper zur VerfĂŒgung zu stellen.

Er habe erwartet, dass Scholz dem US-Beispiel folgen wĂŒrde, als die Vereinigten Staaten ATACMS-Langstreckenraketen geliefert hĂ€tten, sagte Rasmussen dem Internetportal des Senders ntv. "Ich hatte damit gerechnet, dass die Bundesregierung nachziehen wĂŒrde. Bundeskanzler Scholz hat das nicht getan", so Rasmussen, der von 2009 bis 2014 Nato-GeneralsekretĂ€r war.

"Das ist umso ĂŒberraschender, als demnĂ€chst die ersten F-16-Kampfflugzeuge aus DĂ€nemark und den Niederlanden in der Ukraine eintreffen werden - und eine Kombination aus F-16-Kampfflugzeugen und Langstreckenraketen wĂ€re eine sehr schlagkrĂ€ftige Waffe. Deshalb fordere ich Bundeskanzler Scholz weiterhin auf, einer Lieferung der Taurus-Raketen schnellstmöglich zuzustimmen." "Derzeit weigert sich der Kanzler, Taurus-Langstreckenraketen zu liefern. Ich verstehe wirklich nicht, warum", so Rasmussen. Zögern bei den Waffenlieferungen gebe dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin nur einen Anreiz, den Krieg fortzusetzen. "WĂ€hrend wir ĂŒber Leopard-2-Panzer diskutiert haben, hat er die russischen Verteidigungsanlagen in der Ostukraine verstĂ€rkt. Das hat es fĂŒr die Ukrainer noch schwieriger und noch blutiger gemacht, verlorenes Land zurĂŒckzuerobern." Zögern fĂŒhre nicht zum Frieden, sondern zu einem nie endenden Krieg, sagte Rasmussen. "Mir ist aufgefallen, dass Bundeskanzler Scholz als Friedenskanzler gesehen werden möchte. Aber ich muss sagen, mehr Zögern wird ihn nicht zum Friedenskanzler machen. Im Gegenteil, es wird ihn zu einem Kanzler des ewigen Krieges machen." Auf die Frage, ob die europĂ€ischen Nato-Mitglieder auf eine zweite Amtszeit von Ex-US-PrĂ€sident Donald Trump vorbereitet seien, sagte Rasmussen: "Die kurze Antwort lautet: Nein. Aber wir sind besser vorbereitet als 2016." Vor zehn Jahren hĂ€tten drei LĂ€nder das Zwei-Prozent-Ziel der Nato erreicht, jetzt seien es 23 der 32 VerbĂŒndeten. "Wir sind also besser vorbereitet. Trump hat grĂ¶ĂŸere europĂ€ische Investitionen in unsere eigene Verteidigung gefordert. Wir haben die Botschaft gehört, Europa ist auf dem Weg. Aber es war ein sehr langsamer, ein zu langsamer Prozess. Wir mĂŒssen schneller werden."

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