Anklage in Georgia: Gericht legt Kaution fĂŒr Trump fest
22.08.2023 - 01:26:55Nach der Anklage gegen den frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug hat das zustĂ€ndige Gericht im US-Bundesstaat Georgia eine Kaution in Höhe von 200.000 US-Dollar (rund 184.000 Euro) festgesetzt.
In den aktuell vier laufenden Strafverfahren ist es das erste Mal, dass eine solche Geld-Auflage bekannt wurde. Den von Richter Scott McAfee formulierten Bedingungen stimmten StaatsanwÀltin Fani Willis sowie Trumps Verteidiger dem Dokument zufolge zu.
Trump beabsichtige, am Donnerstag im BezirksgefĂ€ngnis in Atlanta zu erscheinen, berichtete der Fernsehsender CNN unter Berufung auf zwei anonyme Quellen aus dem Umfeld des frĂŒheren PrĂ€sidenten am Montag (Ortszeit). Trump bestĂ€tigte auf der von ihm mitbegrĂŒndeten Plattform Truth Social selbst, dass er am Donnerstag nach Atlanta reist. Er werde dort verhaftet werden, schrieb er. «Kann man es glauben?»
Wie schon zuvor bezeichnete der 77-JÀhrige die Strafverfolgung gegen ihn als «Hexenjagd», an der sich die «radikal linke» StaatsanwÀltin in enger Absprache mit dem Justizministerium seines Amtsnachfolgers Joe Biden beteilige. «Es geht um WAHLEINMISCHUNG!», schloss Trump sein Posting ab.
Trump im BezirksgefÀngnis vorgeladen
StaatsanwĂ€ltin Willis hatte bei der Vorstellung ihrer Anklage gefordert, dass Trump und die anderen Beschuldigten sich bis Freitagmittag (Ortszeit) bei den Behörden in einem GefĂ€ngnis in Atlanta melden mĂŒssen. US-Medien berichteten bereits von verstĂ€rkten Sicherheitsvorkehrungen rund um das BezirksgefĂ€ngnis in Atlanta.
Bei einem solchen Termin werden ĂŒblicherweise etwa die Personalien der Betroffenen aufgenommen und Polizeifotos gemacht. Es kann sich dabei formal um eine Festnahme handeln. Bei den bisherigen Anklagen gegen Trump in New York, Washington und Miami wurde dieses Prozedere in den zustĂ€ndigen Gerichten kurz vor der Anklageverlesung durchgefĂŒhrt. Auf Polizeifotos wurde damals zum Beispiel verzichtet. Gegen Hinterlegung der festgesetzten Kaution kann Trump dann anschlieĂend auf freiem FuĂ bleiben.
Trump: Kein Austausch mit Mitangeklagten
Aus den am Montag veröffentlichten Unterlagen des Gerichts in Atlanta geht zudem hervor, dass sich Trump zu Einzelheiten des Falls - auĂer ĂŒber AnwĂ€lte - nicht mit den 18 Mitangeklagten austauschen darf. Verboten sind ihm auch EinschĂŒchterungen möglicher Zeugen und Behinderungen der juristischen Arbeit. In der Vergangenheit hatte es Kritik daran gegeben, dass Trump nach den anderen Anklagen auf Truth Social geschrieben hatte: «Wenn Ihr hinter mir her seid, dann bin ich hinter Euch her!»
Das Gericht veröffentlichte auch die Kaution von Trumps mitangeklagtem frĂŒheren Anwalt John Eastman in Höhe von 100.000 Dollar. Er gilt als einer der Hauptorganisatoren der vielfĂ€ltigen Bestrebungen, das Wahlergebnis in Georgia zu Trumps Gunsten zu drehen. Trump muss sich in dem Bundesstaat in einer umfangreichen Anklage im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug bei der PrĂ€sidentenwahl 2020 verantworten. Die StaatsanwĂ€ltin hatte eine Anklageverlesung in der Woche vom 5. September und einen Prozessbeginn im MĂ€rz vorgeschlagen, es ist aber sehr gut möglich, dass sich dieser Termin noch verzögert.
Insgesamt vier Strafverfahren gegen Trump
Der einstige Immobilienmogul ist der erste Ex-PrĂ€sident in der US-Geschichte, der sich wegen mutmaĂlicher Straftaten vor Gericht verantworten muss. Insgesamt laufen vier Strafverfahren gegen ihn - neben dem in Georgia noch weitere in Washington, New York und Miami.
In New York legt die Staatsanwaltschaft Trump die FÀlschung von GeschÀftsunterlagen zur Last, in Miami geht es um die Aufbewahrung geheimer Regierungsunterlagen. In der US-Hauptstadt Washington ist der Republikaner auf Bundesebene wegen seiner Versuche angeklagt worden, das Ergebnis der PrÀsidentenwahl zu kippen. ??????
Trump hat seine Niederlage bei der Wahl 2020 bis heute nicht eingestanden und verbreitet die LĂŒge, Wahlbetrug habe ihn damals um den Sieg gegen den Demokraten Joe Biden gebracht. Mangels Beweisen wurden Dutzende Klagen seines Lagers nach der Wahl von Gerichten im ganzen Land abgeschmettert, auch vom obersten US-Gericht.
Trump versucht den Beginn der Prozesse so weit wie möglich zu verzögern - auch mit Blick auf den Wahlkampf fĂŒr die nĂ€chste Abstimmung: Er will nach der PrĂ€sidentenwahl 2024 fĂŒr die Republikaner noch einmal ins WeiĂe Haus.? Es gibt in den USA keine Regelung, wonach ihm eine Verurteilung verbietet, anzutreten oder im Fall eines Sieges als PrĂ€sident zu amtieren.


