Scholz sagt Ukraine neue Waffenlieferung zu
11.10.2024 - 15:04:04Bundeskanzler Olaf Scholz hat der Ukraine umfangreiche weitere MilitÀrhilfe der westlichen Partner im Wert von 1,4 Milliarden Euro zugesagt. Dazu gehörten Luftverteidigungssysteme, Artillerie und Drohnen, sagte der SPD-Politiker bei einem Treffen mit dem ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin.
«Deutschland steht weiter fest an der Seite der Ukraine», sagte Scholz. Er verurteilte die Angriffe Russlands auf die Infrastruktur der Ukraine, die zum Ziel hÀtten, den Widerstandswillen der Bevölkerung zu brechen.
Selenskyj hatte zuvor London, Paris und Rom besucht und seinen Plan fĂŒr einen «gerechten Frieden» vorgestellt. Es ist der zweite Deutschland-Besuch des ukrainischen PrĂ€sidenten innerhalb von fĂŒnf Wochen und das dritte persönliche GesprĂ€ch mit Scholz in diesem Zeitraum.Â
Selenskyj wiederholt in Deutschland zu GesprĂ€chen ĂŒber Hilfe
Anfang September hatte Selenskyj an einem Verteidigungsministertreffen der VerbĂŒndeten in Ramstein teilgenommen und Scholz in Frankfurt am Main getroffen. Nur drei Wochen spĂ€ter kamen die beiden dann noch einmal kurz vor der UN-Generalversammlung in New York zu einem GesprĂ€ch zusammen.
Bei seinen GesprĂ€chen mit Scholz und BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier wird es um die weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine mit Waffenlieferungen fĂŒr den Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren gehen, aber auch um die BemĂŒhungen um eine Friedenslösung.Â
Eigentlich wollte Selenskyj am Samstag an einem Ukraine-Gipfel mit 50 verbĂŒndeten LĂ€ndern auf dem US-LuftwaffenstĂŒtzpunkt im rheinland-pfĂ€lzischen Ramstein teilnehmen. Nach der Absage von US-PrĂ€sident Joe Biden wegen des Hurrikans «Milton» wurde der Gipfel aber verschoben. Statt Biden ist nun Selenskyj zu einem bilateralen Besuch nach Berlin gekommen.
Selenskyj will bis Dezember VerÀnderungen in Richtung Frieden
Selenskyj wirbt auf seiner Europatour fĂŒr seinen sogenannten Siegesplan, von dem bisher nicht viel bekannt ist. Es gehe darum, Bedingungen «fĂŒr ein gerechtes Ende des Krieges» zu schaffen, sagte er am Donnerstag in London. Zuvor hatte er bei einem Ukraine-SĂŒdosteuropa-Gipfel im kroatischen Dubrovnik deutlich gemacht, dass er die nĂ€chsten Monate fĂŒr entscheidend hĂ€lt. «Im Oktober, November und Dezember haben wir eine reale Chance, die Dinge in Richtung Frieden und dauerhafter StabilitĂ€t hin zu verĂ€ndern.» Die Situation auf dem Schlachtfeld erlaube es, den Krieg spĂ€testens 2025 zu beenden.
Unter einem gerechten Kriegsende versteht Selenskyj den RĂŒckzug russischer Truppen aus den besetzten Gebieten. Die ukrainische StaatsfĂŒhrung wies einen italienischen Medienbericht zurĂŒck, wonach Kiew zu einem Waffenstillstand entlang der derzeitigen Frontlinie bereit sei.


