Hafen, HandelsaktivitÀt

Hamburger Hafen sieht wachsende HandelsaktivitÀt vor US-Wahl

16.10.2024 - 08:00:00

Der Hamburger Logistik-Konzern HHLA beobachtet deutlich verstÀrkte Handelsströme im Vorfeld der PrÀsidentenwahl in den USA.

"Das Risiko, dass eine neue US-Regierung ihren Wirtschaftsprotektionismus auch mit weiteren ZollbeschrĂ€nkungen verschĂ€rfen wird, hat eine große Sogwirkung ausgelöst", sagte Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG, dem Wirtschaftsmagazin "Capital". "Es ist unglaublich, wie der Handel mit den USA in diesem Jahr angezogen hat und plötzlich Waren zwischen den USA, Europa und Asien transportiert und Lager gefĂŒllt werden. Da wird schon vor dem Wahlausgang Vorrat bestellt und in die globalen Warenströme eingespeist", so die Vorstandsvorsitzende. FĂŒr das eigene Unternehmen, dem ein Einstieg der weltgrĂ¶ĂŸten Reederei MSC bevorsteht, bestĂ€rkt die Entwicklung nach Ansicht Titzraths einen positiven Trend.

"Als Logistiker sind wir tatsĂ€chlich ein guter Seismograf fĂŒr wirtschaftliche und geopolitische VerĂ€nderungen", sagte die HHLA-Chefin. "Ich sehe die Lage gar nicht so pessimistisch. Unser Umsatz ist im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent gewachsen, und unser Ergebnis hat um fast 16 Prozent zugelegt." Von einem RĂŒckzug der Globalisierung geht Titzrath trotz des zunehmenden Protektionismus in vielen LĂ€ndern und zahlreicher Konflikte nicht aus. "Ich glaube nicht an eine Deglobalisierung, sondern an freien Handel und internationale Arbeitsteilung", sagte sie. "Ich glaube aber, dass sich die globale Vernetzung verĂ€ndern wird: Es werden sich neue MĂ€rkte entwickeln, Nachhaltigkeit wird kĂŒnftig eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielen, und wir alle mĂŒssen uns daran gewöhnen, dass sich die Welt permanent verĂ€ndert." An dem MSC-Einstieg hatte es sowohl in der Hamburger BĂŒrgerschaft als auch unter Arbeitnehmervertretern viel Kritik gegeben. Titzrath verweist in diesem Zusammenhang auf die Vereinbarungen mit dem neuen EigentĂŒmer. Der Belegschaft habe sie "versprochen, dass ich ihre Interessen vertreten werde", sagte die HHLA-Chefin. "Es ist uns wichtig, dass Kultur und Tradition dieses sehr stolzen, traditionsreichen Unternehmens gewahrt werden. Es wird in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren nicht zu einem Arbeitsplatzabbau kommen, und die Tarifvereinbarungen mĂŒssen geachtet werden."

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