Iran verschÀrft diplomatischen Protest gegen Schweden
02.07.2023 - 13:09:00Nach einer Koranverbrennung in Schweden will der Iran vorerst keinen neuen Botschafter in das Land entsenden. Das kĂŒndigte der AuĂenminister der Islamischen Republik, Hussein Amirabdollahian, am Sonntag an. Trotz Abschluss aller administrativen Prozesse sei die Entsendung des neu ernannten Botschafters nun gestoppt, so der Minister auf Twitter. Vor einigen Tagen hatte der Iran auf die Verbrennung bereits mit der Einbestellung des schwedischen GeschĂ€ftstrĂ€gers in Abwesenheit des Botschafters reagiert - eine scharfe Form des diplomatischen Protests.
Bei einer Demonstration in Stockholm war am Mittwoch erstmals seit Monaten wieder ein Koran angezĂŒndet worden. Ein Mann steckte ein Exemplar der heiligen Schrift des Islams vor der Stockholmer Moschee im Viertel Södermalm an. Die Polizei hatte den Protest zuvor bewilligt, nachdem andere Aktionen dieser Art im Februar untersagt worden waren. Schwedische Gerichte hatten jedoch geurteilt, dass die Polizei nicht das Recht habe, die Erlaubnis zu Koranverbrennungen zu verweigern. Im Islam gelten mutwillige KoranschĂ€ndungen als blasphemisch. In vielen islamischen LĂ€ndern drohen dafĂŒr Strafen.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Iran und Schweden waren bereits in der Vergangenheit von Spannungen geprĂ€gt. GrĂŒnde waren etwa neue EU-Sanktionen nach der gewaltsamen Niederschlagung von regierungskritischen Protesten im Iran und die Hinrichtung eines schwedisch-iranischen StaatsbĂŒrgers in diesem Jahr.


